Nordbayrischer Kurier 16. November 1996

ESVB-Torlawine im zweiten Drittel

Souveräner 11:1-Erfolg des Bayernliga-Spitzenreiters Bayreuth über anfangs gleichwertige Kemptener

 

Daran war nach dem ausgeglichen ersten Drittel gewiß nicht zu denken: Bot der letztjährige "Vize" der Bayernliga-Meisterrunde, EA Kempten, zunächst spielerisch Paroli so steigerte sich der Tabellenführer der Bayernliga-West, ESV Bayreuth, im zweiten Abschnitt in einen regelrechten Spielrausch und die Allgäuer mußten eine Torlawine über sich ergehen lassen. Mit sieben Einschüssen im zweiten Drittel stellten die Einheimischen vor 1100 Zuschauern die Weichen zum 11:1 (1:1, 7:0, 3:0)-Kantersieg. Mit 49 Treffern in sechs Spielen stellt der Neuling die Torfabrik dieser Spielklasse.

 

Das nächste Heimspiel bestreiten die Wagnerstädter am kommenden Freitag um 19.30 Uhr gegen den EC Oberstdorf.

 

Die nach der Schlußsirene überschwenglich feiernden ESVB-Fans hatten die Schrecksekunden im ersten Drittel schon wieder vergessen. Bereits nach 39 Sekunden klärte der stets zuverlässige Torhüter Habnitt gegen den am linken Flügel durchgebrochenen Fischer mit einer Glanztat, ehe sich Habnitt in der 14. Minute gar geschlagen geben mußte. Der russische Ausnahme-Stürmer im Gästeteam, Schindiapin, vollstreckte zum 1:0 für die Gäste, nachdem sich vorher Verteidiger-Routinier Barnet einen haarsträubenden Fehler erlaubt hatte.

 

Dieser Rückstand war offensichtlich das Signal für die Einheimischen ihren Angriffsdruck zu erhöhen, wobei Gästestürmer Klinger mit einer Strafzeit Schützenhilfe leistete. Als auch nach P. Oberdorfer vom Eis mußte, nutzte der auffällige H. Bärnreuther ein 5:3-Überzahlspiel bereits nach 13 Sekunden zum Ausgleich und endlich lief das Angriffsspiel auf Hochtouren. Der 28 Minuten lang überzeugende Gästekeeper Kron (ab 30. Minute ersetzt durch Russler) verhinderte vor der ersten Drittelpause bei Großchancen durch Schwindl und McKinley einen Rückstand.

 

Mit präziserem Paßspiel wurde die Defensive der im ersten Drittel mitunter geradliniger operierenden Gäste entscheidend geknackt. Als wirkungsvoller Ankurbler tat sich dabei Verteidiger Zimmermann hervor, der neben einigen Vorlagen sich mit einem Schlagschuß zum 7:1 in die Torschützenliste eintragen konnte.

 

Auch zum psychologisch wichtigen 2:1 durch Schwindl leistete er die Vorarbeit, nachdem eine Strafzeit der Gäste kurz vorher abgelaufen war. Danach ging es allerdings Schlag auf Schlag. Hatte Weingran mit seinem Tor zum 3:1 etwas Glück (abgefälscht), gelang McKinley nach herrlichem Paß (H. Bärnreuther) mit dem 4:1 in Unterzahl ein sehenswertes Tor. Barnet, Mazuryk, Zimmermann und Doll schraubten das Ergebnis bis zur zweiten Drittelpause auf 8:1.

 

Von Schlägerei überschattet

Auch im Schlußabschnitt blieben die Bayreuther überlegen, ehe dieses Drittel in der 53. Minute beim Stande von 11:1 von einer Massenschlägerei überschattet wurde, die von den Gästen ausgelöst worden war. Die Folge: McKinley, Zimmermann (beide ESVB) sowie Klinger und S. Oberdörfer (beide Kempten) erhielten Spieldauerdisziplinarstrafen.

 

Tore:0:1 (14.) Schindiapin (Wirth), 1:1 (16.) H. Bärnreuther (McKinley 5 gegen 3), 2:1 (25.) Schwindl (Ponitz, Zimmermann),, 3:1 (27.) Weingran (Zimmermann, H. Bärnreuther), 4:1 (28.) McKinley (H. Bärnreuther (McKinley 4 gegen 5), 5:1 (29.) Barnet (Weingran, Schwindl 4 gegen 4), 6:1 (31.) Mazuryk (Herberholz, Zimmermann 5 gegen 4), 7:1 (37.) Zimmermann (Doll, McKinley), 8:1 (38.) Doll (Weingran), 9:1 (43.) Schwindl (Doll, Mazuryk), 10:1 (46.) Barnet (H. Bärnreuther, Weingran 5 gegen 3), 11:1 (47.) Herberholz (Schwindl 5 gegen 4); Strafminuten: Bayreuth 24 plus 10 gegen Richter plus je 5 plus Spieldauerd. gegen McKinley und Zimmermann; Kempten 32 plus 10 plus 5 plus Spieldauerd. gegen Klinger plus 5 plus Spieldauer gegen S. Oberdörfer;

Zuschauer: 1100.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth