Nordbayrischer Kurier 23. November 1996

Spannung bis zum Schluß

Knappes 2:1 des ESVB im Bayernliga-Gipfeltreffen gegen Oberstdorf

 

Krimi-Altmeister Alfred Hitchcock stand Pate im gestrigen Gipfeltreffen der Eishockey-Bayernliga-West. Vor der Saison-Rekordkulisse von 1200 Zuschauern im Städtischen Stadion behauptete in einem packenden Duell das kämpferisch überzeugende Rumpfteam des ESV Bayreuth mit einem 2:1 (0:1, 2:0, 0:0)-Sieg seine Spitzenstellung gegenüber Verfolger EC Oberstdorf. Mit einem Kontostand von 13:1-Punkten führen die Horak-Schützlinge, die am kommenden Freitag den ERC Lechbruck erwarten, souverän die Tabelle an.

 

 

Bei den Wagnerstädtern, die auf nicht weniger als sechs Spieler verzichten mußten, machte sich vor allem das Fehlen der Leistungsträger McKinley, Ponitz und Zimmermann bemerkar. Die neuformierten Reihen konnten Abstimmungsprobleme nicht verbergen und selbst die Routiniers ließen sich von der Nervosität der Youngster anstecken.

 

Einerseits hätten die Bayreuther aufgrund hundertprozentiger Möglichkeiten durch den im Abschluß glücklosen H. Bärnreuther (15. und 18. Minute) nach dem ersten Drittel durchaus in Führung liegen können, anderseits hätten die Oberstdorfer mehr als nur einmal von den Defensiv-Ungereimtheiten der Einheimischen profitieren müssen. Blaßhofer (6., 16. und 20.) sowie Hofbauer (16.) scheiterten jeweils am ausgezeichneten ESVB-Keeper Habnitt, der seinem Team mit tollen Reflexen ein böses Erwachen ersparte. Machtlos war er allerdings in der 6. Minute als seine Vorderleute die Übersicht verloren hatten und der mitunter auffällige Kanadier Lowe die Scheibe eiskalt versenkte.

 

Ohne Durchschlagskraft blieb das Überzahlspiel im ersten Abschnitt und das bei etwas mehr als sechs Minuten. Gästeschlußmann Greiter erwies sich nicht nur einmal als sicherer Rückhalt.

 

Mit forciertem Angriffspiel deckten die Oberfranken zwar Lücken in der Defensive der Allgäuer auf, doch der erfolgreiche Abschluß blieb im zweiten Abschnitt zunächst das entscheidende Manko. Nach einem "Bilderbuch-Break" eingefädelt durch den starken Schwindl hatte Mazuryk in der 25. Minute zweimal innerhalb weniger Sekunden die Chance zum Ausgleich und auch in Überzahl traf er in der 29. Minute nicht. Ausgerechnet in Unterzahl (Strafzeit gegen Barnet) brach in der 31. Minute der Bann. Der meist wirkungsvolle Schwindl rieb mit einer Einzelaktion am rechten Flügel die Gästedeckung auf, ehe Mazuryk im Nachschuß erfolgreich war.

 

Bei einem Alleingang zeigte H. Bärnreuther in der 34. Minute erneut Nervenschwäche in letzter Konsequenz, ehe Schwindl mit einem Vorstoß in der 39. Minuten nach dem bewährten Muster das 2:1 vorlegte. Schneider reagierte vor dem Gästetor blitzschnell und vollstreckte aus kurzer Distanz. Nur Sekunden später verpaßte H. Bärnreuther mit einer Einzelaktion einen 2-Tore-Vorsprung.

 

Großchancen verzeichneten die Einheimischen auch zu Beginn des Schlußdrittels. H. Bärnreuther (41. und 46.) und Schwindl (44.) hätten ihren letztlich begeisterten Anhängern ein Zittern bis zum Schluß ersparen können. Die Großzügigkeit im Auslassen bester Möglichkeit wäre beinahe ins Auge gegangen: In der 50., 54. und 55. Minute mußte ESVB-Schlußmann Habnitt sein ganzes Können aufbieten, um gegen Lowe und Blaßhofer den Ausgleich zu verhindern. In der 58. Minute hatte das durchgebrochene ESVB-Stürmerduo Schwindl und Herberholz freistehend das 3:1 auf dem Schläger. Torhüter Greiter rettete aber ebenso großartig wie auf der Gegenseite Habnitt nur Sekunden später gegen Hofbauer und Lowe. In den Schlußsekunden waren erneut die Oberfranken am "Drücker".

 

Tore: 0:1 (6.) Lowe (Greitner, Schmid), 1:1 (31.) Mazuryk (Schwindl 4 gegen 5), 2:1 (39.) Schneider (Schwindl);

Strafminuten: Bayreuth 10, Oberstdorf 22 plus 10 gegen Richter (wegen Reklamierens);

Zuschauer: 1200.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth