Nordbayrischer Kurier 07. Dezember 1996

Remis im Gipfeltreffen

Gerechtes 3:3 zwischen ESVB und Memmingen vor knapp 2000 Fans

Die Rivalen schenkten sich nichts im temporeichen Gipfeltreffen der Eishockey-Bayernliga West: Nach teilweise turbulenten Szenen und zahlreichen "Nicklichkeiten" auf beiden Seiten trennten sich vor knapp 2000 Zuschauern (Saisonrekord) Spitzenreiter ESV Bayreuth und der EHC Memmingen leistungsgerecht 3:3 (1:0, 0:1, 2:2). Sechs Sekunden vor Schluß stockte den ESVB-Fans allerdings der Atem, als EHC-Torjäger Dickson bei einem Break an Torhüter Habnitt scheiterte.

 

Auffallend, daß die Bayreuther nur selten zu ihrem Spielfluß fanden und der sonst auffällige erste Block nur selten Akzente setzte. Unter Normalform präsentierte sich über weite Strecken das Stürmertrio McKinley, Weingran und H. Bärnreuther, das in den Zweikämpfen oft den kürzeren zog.

 

Das knappe 1:0 nach dem ersten Drittel verdankten die Bayreuther wieder einmal Schlußmann Habnitt, der gleich in der Anfangsphase mit tollen Reaktionen einen Rückstand verhinderte, als er nach 51 Sekunden gegen den sträflich freistehenden Dietrich klärte und und in der 2. Minute gegen den durchgebrochenen Kanadier Dickson klärte. Zwei Strafzeiten im Doppelpack bescherten Bayreuth in der 4. Minute eine 5:3-Überzahlsituation und bereits nach 21 Sekunden bugsierte der nachsetzende Verteidiger Zimmermann die Scheibe ins Netz.

 

Weitere Überzahlspiele konnten aber nicht vorentscheidend genutzt werden. In der 12. Minute hätte ein Gleissner-Break beinahe den Ausgleich gebracht (Habnitt rettete), ehe ein 5:3-Powerplay in der 13. und 14. Minute regelrecht verpuffte.

 

Leider blieben danach die Einheimischen ihrer spielerischen Linie nicht treu und handelten sich wie vorher die Memminger unnötige Strafzeiten ein. Denoch wäre bei 3:5-Unterzahl Schwindl bei einem Alleingang fast das 2:0 (17.) gelückt, das auch der im Abschluß wiederum nicht kaltschnäuzige H. Bärnreuther nach Doppelpaß mit McKinley (19.) auf dem Schläger hatte. Beiden Teams war es mit aggressivem Forechecking gelungen, den Spielfluß der jeweiligen Paradereihen zu unterbinden.

 

Eine höchst umstrittene (Herberholz) und drei unnötige Strafzeiten zu Beginn des zweiten Drittels sah den ESVB bis zur "Halbzeit" meist in Unterzahl, wobei man sich vermutlich blenden ließ, daß Memmingen dabei zunächst chancenlos blieb. Im Gegenteil: H. Bärnreuther (26.) und Weingran (29.) kamen jeweils freistehend zum Schuß, aber scheiterten am zweitligerfahrenen Weinl im EHC-Gehäuse. Eine typische Szene in der 31. Minute: Mit tollem Einsatz blockte der sonst überzeugende "Kapitän" Zimmermann einen Angriff der Gäste ab, ehe er sich zu einem Foul hinreißen ließ und prompt "marschierte". Die Folge war der Memminger Ausgleich durch Canik, der zwei Minuten später gar die Chance zur Führung hatte, aber von TW Habnitt abgeblockt wurde.

 

Im abwechslungsreichen Schlußdrittel lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch, auf beiden Seiten gute Chancen nicht genutzt wurden. Dennoch schienen die Gastgeber nach dem Überzahltor zum 3:2 auf der Siegerbahn, ehe ein Wechselsfehler bei einem Memminger Angriff das 3:3 zur Folge hatte.

 



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth