Nordbayrischer Kurier 4. Januar 1997

Ambitionen bekräftigt

ESVB hielt Aufstiegsrivalen Dingolfing mit 6:2 auf Distanz

 

Seine ernsthaften Ambitionen in der Bayernliga-Meisterrunde bekräftigte der ESV Bayreuth im ersten Heimspiel dieses neuen Saisonabschnittes. Vor 1300 Zuschauern warteten die Wagnerstädter in den beiden ersten Dritteln mit einer ansprechenden Gesamtleistung auf und hielten mit dem Ex-Zweitbundesligisten EV Dingolfing einen ersthaften Rivalen im Wettstreit um die beiden ersten Tabellenplätze überraschend klar mit 6:2 (2:0, 3:0, 1:2) Toren auf Distanz. Mit einem 4:0-Punktestand gastiert der ESVB am morgigen Sonntag in Schongau.

 

In überragender Form präsentierte sich gestern Bayreuths kanadischer Sturmtank Jamie McKinley, der spielerische Akzente setze und sich als Impulsgeber und Torschütze gleichermaßen auszeichnete. Mit zwei Treffern sorgte er im ersten Abschnitt für ein gesundes Polster der Einheimischen, die in einem abwechslungs- und temporeichen ersten Durchgang mit Torhüter Dietmar Habnitt einen weiteren Erfolgsgaranten in ihren Reihen hatten. Nach dem frühen 1:0 (4.), als Schwindl und McKinley eine Unsicherheit der Gästeabwehr konsequent "bestraften", vereitelte Habnitt mit drei Glanzparaden zwischen der 7. und 11. Minute den durchaus möglichen Ausgleich der mitunter geschickt agierenden Niederbayern, bei denen Ex-Erstliga-Stürmer Setz (vorher Straubing) herausragte. Er verzweifelte aber auch in der 14. Minute bei einem Alleingang am großartig reagierenden TW Habnitt, ehe im Gegenzug Weingran nach einem McKinley-Paß eine hundertprozentige Chance verpaßte. Der Gast schien danach das Spiel zu kontrollieren, doch McKinley "lauschte" einen Verteidigerpaß ab und vollstreckte zum 2:0.

 

Bei drei Bayreuther Großchancen in der 18. Minute glänzte auch Gästekeeper John, der im zweiten Abschnitt "zur tragischen Figur" seiner Mannschaft wurde. Hatte er bei Schüssen von McKinley (22.) und H. Bärnreuther (25.) noch Glück, kullerte ihm in der 28. Minute die Scheibe aus der Fanghand über die Torlinie. Von diesem Schnitzer geschockt, machte er in der 31. Minute Platz für einen Nachfolger Feil.

 

Doch mit dem 3:0 war die Vorentscheidung gefallen. Die Bayreuther gaben klar den Ton an. Nach eben abgelaufenen 5:3-Überzahlspiel bugsierte Schwindl den Puck zum 4:0 in die Maschen, ehe McKinley beim 5:0 bei einem zunächst abgeblockten Überzahlangriff am schnellsten reagierte und vollstreckte.

 

Im Gefühl des sicheren Sieges ließen die Einheimischen im Schlußdrittel etwas nach, wobei man durch unnötige Strafzeiten kurzzeitig sogar den Faden verlor. Ein 3:5-Unterzahlspiel blieb allerdings ohne Folgen, ehe der Gast in der 52. Minute von einem Cameron-Fehler profitierte und das 1:5 markierte. Auch das 2:5 wäre vermeidbar gewesen. Den Schlußpunkt zum 6:2 setzte der ansonsten im Abschluß glücklose H. Bärnreuther, während Schwindl (48.) und Herberholz (57.) mit zwei Pfostenschüssen Pech hatten. Auffällig blieb die Durchschlagskraft des zweiten Angriffstrios (McKinley, Schwindl, Herberholz), während Schoppa als Unsicherheitsfaktor in der Defensive auszumachen war.

 

Tore: 1:0 (4.) McKinley (Schwindl), 2:0 (16.) McKinley, 3:0 (28) Cameron, 4:0 (37.) Schwindl (H. Bärnreuther, Barnet 5 gegen 4), 5:0 (40.) McKinley (Schwindl 5 gegen 4), 5:1 (52.) Setz, 5:2 (53.) Maaß, 6:2 (56.) H. Bärnreuther (Ponitz, Schneider);

Strafminuten: Bayreuth 18, Dingolfing 20;

Zuschauer: 1300.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth