Nordbayrischer Kurier 13. Januar 1997

Vier Paukenschläge in 180 Sekunden

ESVB gab im Verfolgerduell Oberstdorf mit 11:1 das Nachsehen / Matchstrafe für H. Bärnreuther

 

Als einziges Team der Bayernliga Meisterrunde ist der ESV Bayreuth noch unbesiegt! Im Verfolgerduell mit der bisherigen Überraschungsmannschaft EC Oberstdorf lief die Kombinationsmaschinerie des ESVB-Eishockeyteams nach verhaltenem Beginn auf Hochtouren. Mit vier Paukenschlägen von der 14. bis zur 16. Minute wurden innerhalb von 180 Sekunden die Weichen auf Sieg gestellt. Mit 11:1 (5:0, 4:0, 2:1) glückte vor 1300 Zuschauern ein in dieser Höhe fast sensationeller Erfolg, der aber von der Matchstrafe gegen Horst Bärnreuther überschattet wird.

 

Der Angreifer muß nach einem Faustkampf mit dem Oberstdorfer Schmid mit einer Sperre von mehreren Spielen rechnen und fällt daher im weiteren Verfolgerduell am Freitag beim ambitionierten EC Pfaffenhofen mit Sicherheit aus.

 

Ob das Strafmaß der Schiedsrichter zu hoch ausgefallen ist, darüber gingen die Meinungen auseinander. Tatsache war, aß H. Bärnreuther bei der strittigen Szene in der 49. Minute in Scheibenbesitz war, ehe er von einem Oberstdorfer mit dem Stock am Kopf getroffen wurde. Danach wurde der Bayreuther beim Faustkampf in die Zange genommen. Gästestürmer Schmid kam mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe überraschend glimpflicher davon. Das Verursacher-Prinzip blieb unberücksichtigt.

 

»Sieht man vom nervösen Start ab, bin ich mit meiner Truppe zufrieden, die insgesamt mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung aufwartete«, brachte es ESVB-Trainer Ivan Horak auf den Punkt. Er konnte sich in der Anfangsphase beim wiederum starken Torwart Habnitt bedanken, der nach 57 Sekunden einen Schuß des freistehenden Hofbauer aus kurzer Distanz mit einem tollen Reflex vereitelte, ehe er beim Oberstdorfer Überzahlspiel in der 8. Minute Glück hatte, als ECO Zugang Metayer nach turbulenten Szenen nur den Pfosten traf. Genauer Maß nahmen die Einheimischen, deren 2. Möglichkeit in der 11. Minute »saß«. Der Kanadier McKinley vollstreckte zum 1:0, ehe er bei den nächsten Einschüssen als Zuspieler glänzte. Vor allem bei Weingrans Traumtor zum 3:0 in den oberen Torwinkel (15.) waren die Fans schier aus dem Häuschen, ehe zwei schnelle Überzahltreffer zum 4:0 (nach 17 Sekunden) und 5:0 (nach 22 Sekunden) folgten. Auffällig die Ausbeute des Torjägerduos Schwindl (5) und McKinley (2), die in der zweiten Sturmformation prächtig harmonierten sowie die Souveränität des ESVB Teams im zweiten Drittel, während den Oberstdorfern das Heimspiel gegen Memmingen offensichtlich in den Knochen steckte.

 

Tore: 1:0 (11.) McKinley (Herberholz, Schwindl), 2:0 (13.) Schwindl (Herberholz, McKinley), 3:0 (15.) Weingran (McKinley), 4:0 (16.) Doll (Ponitz, Zimmermann 5 gegen 4), 5:0 (16.) Schwindl (Herberholz, McKinley 5 gegen 4), 6:0 (22.) McKinley (Barnet, Schwindl), 7:0 (25.) Ponitz (Zimmermann), 8:0 (28.) Schwindl (McKinley 5 gegen 4), 9:0 (39.) Doll (Zimmermann 5 gegen 4), 10:0 (31.) Schwindl (Zimmermann, Schneider), 10:1 (51.) Keintzel (Hofbauer 5 gegen 4), 11:1 (57.) Schwindl (McKinley 5 gegen 4)

Strafminuten: ESVB 16 plus Matchstrafe gegen H. Bärnreuther, ECO 12 plus 10 gegen Keintzel plus 5 plus Spieldauer gegen Schmid;

Zuschauer: 1300.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth