Nordbayrischer Kurier, 25. Januar 1997

ESVB-Fans schier aus dem Häuschen

Nach 6:1 im Bayernliga-Gipfelduell mit Memmingen auf Aufstiegrundenkurs / Rekord: 2200 Zuschauer

 

Der ESV Bayreuth nimmt klar Kurs Richtung Zweitliga-Aufstiegsrunde! Im rasanten, temporeichen Gipfeltreffen der Bayernliga-Meisterrunde bestätigten die Schützlinge von Trainer Ivan Horak die vor einer Woche errungene Spitzenstellung mit einem eindrucksvollen 6:1 (2:0, 3:1, 1:0)-Heimsieg über Verfolger EHC Memmingen, wobei die begeisterten ESVB-Fans vor allem im zweiten Drittel schier aus dem Häuschen waren. Auch die Verantwortlichen hatten Grund zur Freude: Mit 2200 Besuchern verzeichnete der im Januar 1994 gegründete Verein neuen Zuschauer-Rekord.

 

 

Einen weiteren Schritt können die Wagnerstädter (jetzt 13:1 Punkte) im Heimspiel am morigigen Sonntag gegen den EV Fürstenfeldbruck (Beginn 18.30 Uhr) unternehmen.

 

Eins gleich vorweg: Das Gipfeltreffen hielt in jeder Hinsicht was es versprochen hatte. Augenfällig blieben das gute spielerische Niveau sowie das lobenswerte Engagement beider Teams, die sich von Beginn an nichts schenkten. Beide Rivalen erarbeiten sich zwingende Chancen, doch in der Auswertung lag der entscheidende Unterschied. Sieht man von McKinleys Warnschuß nach 43 Sekunden ab, verzeichneten zunächst die Gäste die zwingenderen Gelegenheiten. Doch der seit Wochen formstarke ESVB-Keeper bewahrte mit Glanztaten seine Truppe vor einem Rückstand. Gegen Schüsse von Gleissner und R. Hammerle (2.) reagierte er ebenso prächtig wie bei einem Break des Memminger Torjägers Dickson, dessen Geschoß er an den Pfosten lenkte. Die Anfangsnervosität in der ESVB-Mannschaft spiegelte das 5:3-Überzahlspiel in der 9. Minute wider, ehe mit einem Barnet-Prachtschuß von der blauen Linie ins Tordreieck Bayreuth mit 1:0 (12.) in Führung ging. Nur Sekunden später rettete TW Habnitt zweimal gegen Köhler, ehe beim 2:0 der Kanadier McKinley nach feinem-Schwindl-Zuspiel aus kurzer Distanz seine Vollstrecker-Qualitäten erneut aufblitzen ließ. Dafür kamen die Wagnerstädter bei einer Haussels-Strafzeit (18.) kaum aus ihrem Drittel.

 

Auch die Anfangsphase des zweiten Abschnitts gehörte den Gästen. Während Canik und Dickson an Habnitt scheiterten, traf McKinley zum vorentscheidenden 3:0 (22.).

 

Die Moral der Allgäuer schien kurzfristig am Boden, doch Dickson richtete mit einem Solo vom eigenen Drittel zum 3:1 sein Team wieder auf. Er profitierte allerdings von halbherzigen Attacken der sonst in der Defensive soliden Einheimischen, die mit teilweise turbulenten Szenen ihren Vorsprung bis zur zweiten Pause auf 5:1 ausbauten.

 

Mit einem weiteren Weitschuß-Kracher besorgte Barnet in der 42. Minute das 6:1. Danach ließen es die Wagnerstädter etwas langsamer angehen. Nach einer weiteren Habnitt-Glanztat gegen Dickson (49.) geriet der ESVB, der keinen Schwachpunkt in seinen Reihen hatte, von der 51. bis 53. bei einer 3:5-Unterzahlsituation gehörig unter Druck. "Ich bin stolz auf meine Truppe, die ein Superspiel gezeigt hat", amtete ESVB-Cooach Horak nach der Schlußsiere auf.

 

Tore: 1:0 (12.) Barnet (Schwindl 5 gegen 4), 2:0 (15.) McKinley (Schwindl), 3:0 (22.) McKinley (Ponitz, Doll), 3:1 (30.) Dickson, 4:1 (33.) Ponitz (Doll), 5:1 (35.) Schwindl (McKinley), 6:1 (42.) Barnet (McKinley, Schwindl 5 gegen 4);

Strafminuten: Bayreuth 16, Memmingen 12;

Zuschauer: 2200



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth