Nordbayrischer Kurier 27. Januar 1997

17:4-Schützenfest nach 0:2-Fehlstart

ESVB-Eishockeyteam fegte Fürstenfeldbrucker regelrecht vom Eis / Dauerdruck bis zum Schluß

 

Schock in der Anfangsphase, Jubel nach der Schlußsirene! Einen regelrechten Fehlstart erwischte der ESV Bayreuth im gestrigen Heimspiel der Bayernliga-Meisterrunde. Der souveräne Spitzenreiter lag gegen den Vorletzten EV Fürstenfeldbruck nach 180 Sekunden mit 0:2 im Rückstand, und Torhüter Siegfried Bärnreuther und seine zunächst unkonzentrierten Vorderleute hinterließen zwei Tage nach dem begeisternden 6:1 im Gipfeltreffen gegen den EHC Memmingen zunächst nicht den besten Eindruck. Dann allerdings steigerten sich die Bayreuther phasenweise in einen regelrechten Spielrausch und bestätigten mit einem 17:4 (5:2, 5:1, 7:2)-Schützenfest ihre Ambitionen für die Zweitliga-Aufstiegsrunde.

 

Im dritten Heimspiel in Folge erwarten die Schützlinge von Trainer Iwan Horak am kommenden Sonntag um 18.30 Uhr die EA Schongau, die vor Wochen dem ESVB-Team die erste Saison-Niederlage beigebracht hatte.

 

Der Fehlstart ist eng mit dem Blackout von Torhüter S. Bärnreuther in Verbindung zu bringen, der nach 22 Sekunden einen eigentlich harmlosen Fernschuß von der Mittellinie vom Stock ins Netz rutschen ließ. Als dann nach genau 180 Sekunden Fürstenfeldbrucks dritter Torschuß ebenfalls im Tor landete, verließ S. Bärnreuther sichtlich entnervt das Eis und machte Platz für Jugend-Torwart Oliver Schmidt, nachdem Keeper Habnitt wegen einer am Freitag erlittenen Prellung pausierte. Schmidt verriet gutes Stellungsspiel und machte seine Sache ordentlich.

 

"Es war sicherlich ein kurioser Beginn. Doch das Mißgeschick von Siggi Bärnreuther kann passieren. Ich nehme ihm dasnicht übel." Viel wichtiger war für Trainer Horak, daß sich seine Mannschaft vom 0:2-Rückstand nicht verrückt machen ließ, rasch den Spielrhythmus fand und die Gäste praktisch bis zur Schlußsekunde unter Druck setzte. Mit dem Ergebnis waren die Oberbayern schließlich noch gut bedient.

 

Spätestens nach Zimmermanns Weitschußtreffer zum 4:2 in der 15. Minute waren alle Zweifel am klaren Erfolg beseitigt. Schlag auf Schlag ging es phasenweise im zweiten Drittel. Ab der 26. Minute gelangen innerhalb von 109 Sekunden drei Einschüsse.

 

Die Folge: Auch Füstenfeldbrucks Torhüter Grunschka hielt es nicht länger auf dem Eis. Er wechselte mit Steinfellner, der gleich nach 18 Sekunden mit dem 9:2 kalt erwischt wurde.

Viermal McKinley, Schwindl

Schütze dieses Treffers war der Bayreuther Schwindl, der zusammen mit seinem Kollegen McKinley aus der zweiten Angriffsreihe jeweils viermal ins Schwarze traf. Der junge Schwindl hat mit dem torgefährlichen und umsichtigen Kanadier offensichtlich den idealen Partner gefunden.

 

Ebenso auffällig agierte das zweite Stürmerduo H. Bärnreuther und Ponitz. Beide forcierten bis zum Schluß das Tempo und zeichneten damit verantwortlich, daß die einseitige Partie doch einen gewissen Unterhaltungswert besaß.

 

Das vermutlich schönste Tor ging allerdings auf das Konto eines Verteidigers. Mit einem knallharten Volleyschuß hatte Barnet in der 11. Minute für das 2:2 fast von der blauen Linie gesorgt. Der Routiner, der schon am Freitag gegen Memmingen mit zwei Einschüssen geglänzt hatte, hat sich in den letzten Wochen erheblich gesteigert. Lobenswert auf alle Fälle das Engement aller Akteure, wobei auch die dritten Blöcke wiederholt Akzente setzen konnten.

 

Tore: 0:1 (1.) C. Cmarits, 0:2 (3.) Droglauer (J. Cmarits, C. Cmarits), 1:2 (6.) H. Bärnreuther (Zimmermann, Ponitz), 2:2 (6.) Barnet (11.) McKinley, Herberholz 5 gegen 4),, 3:2 (13.) Schneider (Mazuryk, Fof), 4:2 (15.) Zimmermann (Ponitz, Doll), 5:2 (20.) McKinley (H. Bärnreuther), 6:2 (26.) McKinley, 7:2 (27.) Mazuryk (Fof, Schneider), 8:2 (28.) H. Bärnreuther, 9:2 (29.) Schwindl (McKinley), 10:2 (32.) McKinley (Bartos), 10:3 (40.) C. Cmarits, 11:3 (42.) Schwindl (Weingran, H. Bärnreuther) 12:3 (47.) Schwindl (McKinley, H. Bärnreuther 5 gegen 4), 13:3 (50.) Ponitz (H. Bärnreuther), 14:3 (51.) Herberholz (McKinley, Schwindl), 14:4 (54.) Gerg (Geisler 5 gegen 4), 15:4 (55.) Schwindl (McKinley), 16:4 (59.) H. Bärnreuther (Ponitz, Weingran), 17:4 (20.) McKinley (Bartos, Schwindl);

Strafminuten: Bayreuth 4, Fürstenfeldbruck 8;

Zuschauer: 1000.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth