Nordbayrischer Kurier 3. Februar 1997

Wirbel nur im 1. Drittel

ESVB baute mit 8:3 gegen Schongau Führung auf vier Punkte aus

 

Der ESV Bayreuth gibt in der Bayernliga-Meisterrunde weiter klar den Ton an. Durch einen 8:3 (5:1, 1:1, 2:1)-Heimerfolg über den Ex-Zweitligisten EA Schongau baute das ESVB-Eishockeyteam seine Serie auf 17:1-Punkte aus und steht damit bereits mit einem Bein in der Zweitliga-Aufstiegsrunde. Nach dem 5:8 des bisherigen Tabellenzweiten EHC Memmingen im Verfolgerduell beim EC Pfaffenhofen liegen die Wagnerstädter nunmehr mit vier Punkten in Front.

 

Die Aufstiegsrunden-"Fahrkarte" können die Bayreuther möglicherweise schon am kommenden Wochenende in den beiden Treffen mit dem ESC Vilshofen (Heimspiel am Freitag) lösen.

 

Vor 1200 Zuschauern entfachte das ESVB-Team im ersten Drittel einen regelrechten Wirbel auf dem Eis. Mit konstruktivem Tempospiel setzten sie den Gast unter Dauerdruck. Und der Lohn blieb nicht versagt: Mit fein herausgespielten Treffern legten sie bis zur 14. Minute eine 5:0-Führung vor.

 

Die Vorzeichen für ein weiteres Schützenfest schienen unübersehbar. Doch zunächst durch Ruppigkeiten des Schongauer Minikaders ließen sich die Wagnerstädter von ihrer Linie abbringen, kassierten in Unterzahl das erste Gegentor und fanden nach der Pause nicht mehr zu dem begeisternden Anfangselan zurück.

 

Auch Trainer Iwan Horak hatte dafür keine schlüssige Erklärung für den Durchhänger parat. "Wir haben die Einzelaktionen übertrieben", traf er den Nagel auf den Kopf. Wie weggeblasen war jedenfalls die Harmonie der ersten Viertelstunde. Man fand einfach kein Konzept gegen die Allgäuer, die vor ihrem Gehäuse die Räume eng machten. Mit unproduktiven Einzeltaten verstrickten sich die Bayreuther im Abwehrnetz. Aber selbst nach dem Unterzahltreffer der Gäste zum 2:5 geriet der Erfolg nie in Gefahr, zumal sich der ESVB auf seinen Torhüter Habnitt als Rückhalt stets verlassen konnte.

 

Mit insgesamt vier Einschüssen kommt die zweite Sturmformation mit Schwindl (3 Tore), Herberholz (1) und McKinley in der Statistik am besten weg, wenngleich sie nicht den Glanz der letzten Spiele ausstrahlen konnte, zumal McKinley zwei hundertprozentige Chancen nicht zu nutzen verstand. Einige "Durststrecken" verzeichnete auch der erste Sturm. Beim lobenswerten Pensum, das H. Bärnreuther absolvierte, es fehlte einfach der letzte Biß im Abschluß, den man auch bei Ponitz vermißte, während Weingran schon spritziger wirkte. Seltenheitswert hatten zusammenhängende Aktionen im dritten Sturm (Fof, Mazuryk, Schneider). Die beste Note bei den Verteidigern verdiente sich zweifellos Doll, der in der Defensive fehlerfrei blieb und obendrein Impulse nach vorne gab. Stellvertretend für die nachlassende Konzentration nach der 5:0-Führung war Zimmermann.

 

Die meiste Wirkung beim Gast erzielte das Sturmduo Dorn-Karatschun, wobei der mit allen Wassern gewaschene Kasache nicht immer mit "sauberen Mitteln" arbeitete. Als sich daher in der 20. Minute ein Faustkampf zwischen Karatschun und McKinley entwickelte, hatten beide mit zwei plus zwei Strafminuten Glück.

 

Tore: 1:0 (5.) Herberholz (Schwindl), 2:0 (9.) Schindl (McKinley 5 gegen 4), 3:0 (11.) Doll (Schwindl, Weingran), 4:0 (12.) Schwindl (McKinley, Barnet), 5:0 Schneider (14.), 5:1 (19.) Dorn (Karatschun 5 gegen 3), 5:2 (25.) Knäbel 4 gegen 5, 6:2 (35.) Schwindl 4 gegen 5, 7:2 (41.) Weingran (Ponitz), 8:2 (51.) H. Bärnreuther (Weingran, Zimmermann), 8:3 (53.) Kinker (Knäbel);

Strafminuten: Bayreuth 12, Schongau: 12;

Zuschauer: 1200.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth