Nordbayrischer Kurier 22. Februar 1997

Vor 3200 Zuschauern

ESVB-Eishockeyteam gewann beim Verfolger Memmingen mit 5:2

 

Im Stile eines Zweitligaanwärters präsentierte sich das Eishockeyteam des ESV Bayreuth in seinem letzten Spiel der Bayernliga-Aufstiegsrunde. Im Gipfeltreffen beim Verfolger EHC Memmingen behielt der Meister aus der Wagnerstadt vor der Bayernliga-Rekordkulisse von rund 3200 Zuschauern klaren Kopf und verbaute den Allgäuern mit einem 5:2 (3:1,1:0,1:1)-Sieg die Teilnahme an der Zweitliga-Aufstiegsrunde, an der neben Bayreuth aus der Bayernliga nun der Zweite EC Pfaffenhofen teilnimmt. Der ESVB schloß die Runde mit der imponierenden Bilanz von 26:2 Punkten ab.

 

Einen furiosen Start verzeichneten die Memminger, während die Gäste in den ersten Minuten etwas zerfahren wirkten. R. Hammerle stellte ESVB-Keeper S. Bärnreuther mit einem Schlagschuß nach nicht einmal 60 Sekunden auf die Probe, ehe der Schlußmann in der 4. Minute einen Oexle-Schuß meisterte. Erst danach setzten sich die Wagnerstädter in der Offensive wirkungsvoll in Szene. Nach einem Herberholz-Warnschuß (5.) markierte Schwindl in der 7. Minute das 1:0. Dabei wurde das Nachsetzen der mitunter clever agierenden Gäste nach einem von TW Weinl abgewehrten Barnet-Schlagschuß belohnt.

 

Nur zwei Minuten später gelang bei einem 5:4-Überzahlspiel durch Herberholz sogar das 2:0. Einziger Negativpunkt der Bayreuther im ersten Drittel waren fünf Strafzeiten (Memmingen drei) und dies hatte in der 13. Minute bei 3:5-Unterzahl Folgen. Der Memminger Routinier R. Hammerle verkürzte mit einem unhaltbaren Schuß unter die Latte auf 1:2. Als in der 18. Minute Barnet auf die Strafbank mußte, hoffte man im EHC-Lager vergeblich auf den Ausgleich. Doch Schwindl schockte die Einheimischen. Er "lauschte" einen Paß ab, startete einen Alleingang und schloß zum 3:1 ab.

 

Der spielerisch nicht mehr ganz so niveaustarke zweite Abschnitt begann mit einer Überzahlchance für die Nordbayern. Dabei hatte Verteidiger Barnet mit einem Pfosten-Schuß Pech (22.). Mit einem sehenswerten Treffer erzielte Ponitz nach präzisem Weingran-Zuspiel das 4:1 (23.), wobei Ponitz kaltschnäuzig den zweitbundesligaerfahrenen EHC-Keeper Weinl aussteigen ließ. Damit war die Stimmung bei den Einheimischen am Tiefpunkt. Der EHC stetzte auf die Karte Kampfkraft, aber der ESVB hielt engagiert dagegen und hatte in Torwart S. Bärnreuther einen starken Rückhalt. Er glänzte mit Reflexen bei Schüssen gegen den kanadische Torjäger Dickson (24. u. 27.), Metzger (27.) und Götzmann (28.). Die Fußabwehr S. Bärnreuthers gegen durchgebrochenen Dickson in der 35. Minute war fast sensationell. Auf der Gegenseite scheiterten die ESVB-Stürmer Cameron (34.), Schwindl (37.) und Mazuryk (38.). Im Schlußdrittel setzten die Memminger noch einmal alles auf eine Karte, doch verzweifelten sie regelrecht am überragenden TW S. Bärnreuther, der bei zwei EHC-Postenschüssen auch etwas Glück hatte.

 

Tore: 0:1 (7.) Schwindl (McKinley, Herberholz 5 gegen 4), 0:2 (9.) Herberholz (Haussels, Schwindl), 1:2 (13.) R. Hammerle (Dickson 5 gegen 3), 1:3 (18.) Schwindl 4 gegen 5, 1:4 (23.) Ponitz (Weingran), 1:5 (52.) Ponitz (McKinley), 2:5 (52.) Dickson (Canik);

Strafminuten: Memmingen 12, Bayreuth 14.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth