Nordbayrischer Kurier, 1. März 1997

Schwindl mit fünf Toren

ESVB-Eishockeyteam startete mit 6:4 beim Favoriten Chemnitz

 

Einen optimalen Start in die Aufstiegsrunde zur 2. Liga Süd erwischte das Eishockeyteam des ESV Bayreuth. Am 6:4 (1:1, 4:1, 1:2)-Erfolg beim eigentlichen Top-Favoriten SG Chemnitz hatte Stürmer Markus Schwindl mit fünf Toren wesentlichen Anteil.

 

Im ersten Heimspiel der Aufstiegsrunde erwartet der ESVB morgen den EC Pfaffenhofen (18.30 Uhr).

Einen nervösen Start verzeichneten die von gut 250 Schlachtenbummlern unterstützten Bayreuther, die im ersten Drittel mitunter hektisch wirkten. Zur Verunsicherung trug auch die fragwürdige Strafzeit gegen "Kapitän" Zimmermann (2. Min.) bei. Der finnische Stürmer Pudas gab dabei einen ersten Warnschuß auf das Gehäuse der Gäste ab.

 

Die glückliche Führung der Sachsen (10.) resultierte aus einem McKinley-Fehler. Der Kanadier ließ sich an der blauen Linie die Scheibe abjagen. Der tschechische Routinier Novotny startete einen Alleingang und ließ im Abschluß ESVB-Torwart Habnitt keine Chance.

 

Ebenfalls mit einer Einzelaktion markierten die Oberfranken den Ausgleich. Bei seinem feinen Solo vom Mitteldrittel aus umkurvte Schwindl zwei Chemnitzer, ehe er vollstreckte (13.).

 

Die Führung schien in der 16. Minute in Bayreuther Überzahl fällig, doch Herberholz und Verteidiger Barnet blieben ebenso glücklos wie auf der Gegenseite Pudas (17.), der bereits Torwart Habnitt ausgespielt hatte. Die trudelnde Scheibe wurde im letzten Augenblick von Verteidiger Haussels von der Linie geschlagen.

 

Mit einer Galavorstellung in den ersten zehn Minuten des zweiten Drittels stellten die spielerisch plötzlich dominierenden Gäste die Weichen auf Sieg. Speziell der erste Block wirkte wie aufgedreht. Mit weiteren drei Einschüssen avancierte dabei der junge Schwindl zum überragenden Vollstrecker auf dem Eis. Dabei gab das Überzahltor, als Schwindl herrlich vom umsichtigen McKinley angespielt worden war, Sicherheit. Ein schneller Spielzug, ausgehend von TW Habnitt und Doll, führte zum 3:1 (24.) durch den kaltschnäuzigen Schwindl (24.), der keine 60 Sekunden später den ESVB erneut jubeln ließ. Wieder betätigten sich McKinley und Herberholz als Vorbereiter.

 

Probleme hatte der dritte Block der Gäste in der 27. Minute: Er brachte die Scheibe nicht aus der Gefahrenzone und der auffällige Finne Pudas verkürzte auf 2:4. Damit schöpften die Sachsen offensichtlich neue Hoffnung. Sie forcierten ihre Bemühungen und verzeichneten Chancen. TW Habnitt ließ in der 29. Minute gegen Novotny ebenso seine Klasse aufblitzen, wie in der 32. Minute, als er eine Unterzahl-Breakmöglichkeit der Chemnitzer (Latonen) vereitelte. Zum wichtigen Zeitpunkt erhöhte McKinley nach Vorlage von Schwindl und Herberholz auf 5:2 (33.). Der tschechische Stürmer Kuss verzweifelte anschließend zweimal am starken ESVB-Keeper Habnitt (35. und 39.), der auch im kampfbetonten Schlußdrittel wiederholt im Brennpunkt stand. Kritisch wurde es vor allem nach dem 3:5, als sich der Gast von der 46. Minute an vier Minuten (Schwindl) in Unterzahl mit Bravour zur Wehr setzen mußte, um ein Kippen zu verhindern.

 

Tore: 1:0 (10.) Novotny, 1:1 (13.) Schwindl, 1:2 (22.) Schwindl (McKinley, Herberholz 5 gegen 4, 1:3 (24.) Schwindl (Doll,Habnitt), 1:4 (25.) Schwindl (McKinley, Herberholz), 2:4 (27.) Novotny, 2:5 (33.) McKinley (Schwindl, Herberholz), 3:5 (42.) Pudas, 4:5 (56.) Pudas, 4:6 (59.) Schwindl (Doll, Weingran).

Strafminuten: Chemnitz 14, Bayreuth 12;

Zuschauer: 500.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth