Nordbayrischer Kurier 3. März 1997

ESVB-Team zielstrebig Richtung 2. Liga

13:4-Sieg im abwechslungsreichen Spitzenspiel gegen EC Pfaffenhofen / Fans: "Nie mehr Bayernliga"

 

Für die Anhänger des ESV Bayreuth ist der Aufstieg in die 2. Liga Süd offenbar beschlossene Sache! "Nie mehr Bayernliga, nie mehr", hallte es im Schlußdrittel von den Rängen. Und der beinahe grenzenlose Optimismus scheint nach dem ersten Doppelspieltag der Aufstiegsrunde durchaus berechtigt. Zwei Tage nach dem 6:4 beim Favoriten Chemnitz folgte im Gipfelduell am gestrigen 2. Spieltag vor gut 1400 Zuschauern ein 13:4 (4:0, 4:3, 5:1)-Heimerfolg über den EC Pfaffenhofen.

 

Einen weiteren Meilenstein können die Wagnerstädter am kommenden Wochenende setzen, wenn sie sich am Freitag und am Sonntag (Heimspiel) mit dem Meister der Regionalliga Baden-Württemberg, EC Eppelheim, messen.

 

In der gegenwärtigen starken spielerischen Verfassung brauchen die Schützlinge von Trainer Ivan Horak allerdings keinen Vergleich in dieser Runde zu scheuen. Lediglich Verletzungen oder Leichtsinn könnten das über weite Strecken prächtig harmonierende Team noch stoppen. Anders als üblich setzten gestern zwei Verteidiger die Angriffssignale. Mit einem nicht unhaltbaren Weitschuß eröffnete nämlich Barnet den Torreigen, ehe der schußstarke "Kapitän" Zimmermann mit zwei glasharten Einschüssen für die beruhigende 3:0-Führung nach nur 15 Minuten sorgte. Damit waren die Weichen bereits gestellt.

 

Das zweite Drittel stand dann im Zeichen von "Geburtstagskind" Markus Schwindl. Einen Tag nach seinem 22. Wiegenfest stellte er mit drei Treffern in diesem Abschnitt (insgesamt sechs) einmal mehr seine Abschlußqualitäten unter Beweis. Seinem Doppelschlag zum 5:0 und 6:0 innerhalb von 24 Sekunden folgte in der 27. Minute das von Ponitz eingefädelte 50. Saisontor des talentierten Schwindl zum 7:0. Danach geriet allerdings Sand in die Angriffsmaschinerie der Einheimischen, bei denen sich ein Kräfteverschleiß andeutete, nachdem man nach dem Ausfall von Cameron (Schulterverletzung) nur acht Stürmer aufbieten konnte. Taktisch wurde der Ausfall dadurch behoben, daß McKinley und Schwindl auch abwechselnd in der zweiten Sturmreihe eingesetzt wurden. Durch Konzentrationsschwächen seiner Vorderleute mußte ESVB-Keeper Habnitt drei Treffer hinnehmen, wie überhaupt der Schlußmann weitere Gegentreffer mit tollen Reflexen zunichte machte. "Unser Problem lag nicht im konditionellen Bereich, sondern daran, daß mein Team nur noch Super-Tore schießen wollte und dabei viel zu kompliziert agierte", analysierte Coach Horak. Diese Durststrecke beendete der wiederum überzeugende Ponitz mit seinem Treffer zum 8:3 (38.), womit er seinen 50. Saison-Skorerpunkt verzeichnete.

 

Das Pech schien dem auffälligsten Arbeiter förmlich am Schläger zu kleben. McKinley rackerte vorbildlich, legte clever auf für Schwindl, doch im Abschluß schien der Kanadier beinahe zu verzweifeln. In der 22. Minute "hämmerte" er u. a. einen Penalty an die Latte, und in der 36. Minute rettete der in der 22. Minute für Weiner eingewechselte TW Schwaiger per Kopfschutz. McKinley schien beinahe entnervt, ehe er sich mit seinem Treffer zum 13:4-Endstand seinen Frust förmlich von der Seele schoß.

 

Pfaffenhofen hinterließ einen wesentlich stärkeren Eindruck als vor zwei Wochen beim 1:16 an gleicher Stelle.

 

Tore: 1:0 (4.) Barnet, 2:0 (9.) Zimmermann (Doll, McKinley), 3:0 (15.) Zimmermann (McKinley, Weingran 5 gegen 4), 4:0 (19.) Weingran (Ponitz, Schwindl), 5:0 (21.) Schwindl (Herberholz), 6:0 (22.) Schwindl (Ponitz, Weingran), 7:0 (24.) Schwindl (Ponitz), 7:1 (28.) Kot (Malysiak), 7:2 (28.) Kot (Malysiak, Krebs 5 gegen 3), 7:3 (32.) Krebs (Kot), 8:3 (38.) Ponitz (Zimmermann, Weingran), 9:3 (42.) Weingran (Ponitz), 10:3 (44.) Schwindl (McKinley). 11:3 (55.) Schwindl 4 gegen 5, 11:4 (56.) Kot (Krebs), 12:4 (57.) Schwindl (McKinley), 13:4 (58.) McKinley (Schwindl).

Strafminuten: Bayreuth 6, Pfaffenhofen 6;

Zuschauer: 1400.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth