Nordbayrischer Kurier, 9. März 1997

Tor zur 2. Liga Süd steht weit offen

22:2-Schützenfest des ESVB-Eishockeyteams gegen Eppelheim / Volldampf bis zur Schlußsirene

 

Die Anhänger des ESV Bayreuth schweben derzeit "im siebten Eishockey-Himmel", denn das Tor zur 2. Liga Süd steht für ihre Cracks ganz weit offen. Im vorletzten Heimspiel der Aufstiegsrunde veranstalteten Schwindl, McKinley und Co. gegen den schwachen Regionalliga-Meister aus Baden-Württemberg, EC Eppelheim, ein regelrechtes Scheibenschießen. Auffällig: Beim 22:2 (7:0, 10:1, 5:1) gingen die Einheimischen bis zur Schlußssirene mit Volldampf zu Werke.

 

Den Aufstiegssekt der ESVB schon mal kalt stellen. Die Entscheidung fällt am kommenden letzten Doppelspieltag. Bereits mit einem Unentschieden am Freitag beim Verfolger EC Pfaffenhofen (6:2 Punkte) können die "Tigers" (8:0) den Sprung nach oben perfekt machen. Dann darf zum Heimfinale am Sonntag um 18.30 Uhr gegen die SG Chemnitz der Aufstieg gefeiert werden.

 

Bei der gegenwärtig ausgezeichneten Verfassung der rundum überzeugenden Bayreuther Mannschaft ist die Verbesserung in die nächsthöhere Spielklasse eigentlich nur noch Formsache. Mit zwei frühen Treffern beseitigten die stets um Angriffsdruck bemühten Einheimischen früh alle Zweifel. Ponitz ließ nach 38 Sekunden die Scheibe im Netz der Gäste zappeln und nur 57 Sekunden später erhöhte der wiederum spielfreudige Kanadier McKinley auf 2:0. Daß auch nach dem 7:0-Zwischenstand nach 20 Minuten im zweiten Drittel keine Langeweile aufkam, dafür sorgten die Oberfranken mit zum Teil herrlich herausgespielten Treffern bzw. mit feinen Einzelaktionen. Zimmermann traf dabei bereits nach neun Sekunden zum 8:0, ehe ab der 23. Minute die "Show des Markus Schwindl" folgte, dessen Torhunger kaum zu stillen war. Fünf seiner insgesamt sieben Einschüsse landete er in diesem Abschnitt. Speziell sein Treffer zum 16:1, als er mit Eleganz die Eppelheimer Abwehr regelrecht austanzte, versetzte die Fans in Hochstimmung. Weitere Hauptproduzenten der ESVB-Torfabrik waren McKinley (4) und Fof (3). Pech hatte H. Bärnreuther, daß er dreimal nur das Torgebälk anvisierte und sich obendrein bei einem Zweikampf in der 14. Minute eine stark blutende Verletzung an der Lippe zuzog. Genäht von den Mannschaftsärzten Dr. Gycha und Dr. Otto kehrte er nach der Drittelpause wieder aufs Eis zurück.

 

"Nachdem ich beim Hinspiel in Eppelheim mit dem Schlußdrittel nicht ganz zufrieden war, spielte mein Team Eishockey hauptsächlich für die Zuschauer", resümierte Trainer Ivan Horak, der auch seinem Nachwuchskeeper Schmidt ab der 31. Minute eine Chance gab. Habnitt-Vertreter S. Bärnreuther hatte wegen einer Entzündung an der Leiste passen müssen.

 

Tore: 1:0 (1.) Ponitz (Doll, Bärnreuther), 2:0 (2.) McKinley (Schwindl), 3:0 (8.) Schwindl (Barnet), 4:0 (9.) McKinley (Schwindl), 5:0 (13.) McKinley (Schwindl, Barnet 5 gegen 4), 6:0 (13.) Fof (Mazuryk, Haussels), 7:0 (20.) Fof (Schneider, Mazuryk), 8:0 (21.) Zimmermann (Bärnreuther), 9:0 (22.) Ponitz (Doll, McKinley), 10:0 (23.) Schwindl (McKinley, Herberholz), 11:0 (27.) Schwindl (Barnet), 11:1 (27.) Comander (T. Haaf, Kadow), 12:1 (29.) Schwindl (McKinley, Herberholz), 13:1 (30.) Schneider (Fof), 14:1 (32.) Zimmermann (Ponitz, Weingran), 15:1 (32.) Schwindl (Barnet), 16:1 (36.) Schwindl (Herberholz, McKinley), 17:1 (38.) Doll (Weingran, Bärnreuther), 18:1 (42.) McKinley (Schwindl, Herberholz), 19:1 (43.) Schwindl (McKinley), 19:2 (49.) J. Haaf (T. Haaf 4 gegen 4), 20:2 (52.) Bärnreuther (Ponitz, Weingran), 21:2 (54.) Fof (Mazuryk), 22:2 (59.) Barnet (McKinley).

Zuschauer: 1236;

Strafminuten: Bayreuth 10, Eppelheim 14.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth