Nordbayrischer Kurier 17. März 1997

"Bayreuth stolz auf das ESVB-Team"

2000 Eishockey-Anhänger feierten Aufstieg in die 2. Liga / Finale mit 10:8-Sieg gegen Chemnitz

 

2000 Eishockey-Anhänger hatten gestern ihren Festtag: Sie feierten zum Ausklang der Aufstiegsrunde den Sprung des ESV Bayreuth in die 2. Liga Süd. Schon vor dem letzten Spiel gratulierte Oberbürgermeister Dr. Dieter Mronz zum vorzeitig perfekten Aufstieg. "Bayreuth ist stolz auf sein ESVB-Team!" Mit diesen Worten schloß er seine kurze Ansprache, ehe er den Cracks sowie Trainer Iwan Horak den Wimpel der Stadt überreichte.

 

Vorher hatte er "den imponierenden Durchmarsch" der Mannschaft gelobt, die die Runde ohne Punktverlust abschloß. "Was wir hier erleben, ist ein beeindruckender Höhepunkt der Aufbauarbeit seit Bestehen des Vereins im Jahr 1994", meinte das Stadtoberhaupt. Mronz dankte ferner den Anhängern und Sponsoren des Vereins, während Präsident Burkard Hellbach anschließend auch die Arbeit der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer herausstellte.

 

Auf dem Eis gingen die Akteure nicht bis zum Schluß mit der Konzentration der letzten Wochen zu Werke. 39 Minuten lang zeigten sie beim 10:8 (2:0, 6:3, 2:5)-Erfolg gegen Sachsenmeister SG Chemnitz ihr vielgerühmtes "Vollgas-Eishockey", ehe sie vermutlich in Gedanken zur Aufstiegsfeier (mit 1200 Litern Freibier) umschwenkten. Das zweifellos schönste Tor gelang dem Kanadier McKinley nach herrlichem Doppelpaß mit Schwindl zum 4:0 in der 27. Minute. Und das in Unterzahl!

 

Der Faden riß erstmals in der 33. Minute, als die Gäste nach einer lupenreinen Abwehr von Verteidiger Geßlein einen Penalty geschenkt bekamen und diese Chance durch den auffälligen tschechischen Stürmerroutinier Novotny zu nutzen verstanden.

 

Danach ließ Torhüter Habnitt Nachwuchskeeper Schmidt den Vortritt. Der Youngster hatte aber Pech, daß seine Vorderleute die Sache nicht mehr so recht ernst nahmen und bereits vor der zweiten Pause den Gast zu Breakchancen förmlich einluden. Nur noch Gaudi-Charakter hatte das Schlußdrittel. Für einen unrühmlichen Höhepunkt sorgte dabei der Kanadier McKinley, der sich von den mitunter aggressiven Gästen offensichtlich provozieren und anschließend die Fäuste fliegen ließ. Die Folge: Er und der für Chemnitz spielende Finne Santtu handelten sich Spieldauerdisziplinarstrafen ein und mußten vorzeitig zum Duschen. Der spielstarke McKinley hat solche Ausraster eigentlich gar nicht nötig.

 

Zu den Leistungsträgern bei den Gästen zählte neben Novotny auch Torwart Selbmann, der im ersten Drittel einen höheren Rückstand verhindert hatte.

 

Tore: 1:0 (1.) Barnet (McKinley, Schwindl), 2:0 (9.) Schwindl, 3:0 (24.) Barnet (McKinley, Schwindl 5 gegen 4), 4:0 (27.) McKinley (Schwindl 4 gegen 5), 5:0 (29.) Schneider (Fof, Haussels), 5:1 (33.) Novotny (Penalty), 6:1 (34.) Schwindl (McKinley, Bartos), 7:1 (36.) Weingran (Ponitz, H. Bärnreuther), 8:1 (36.) H. Bärnreuther, 8:2 (40.) Novotny (Kus), 8:3 (40.) Novotny, 9:3 (44.) Haussels (Richter, Mazuryk 5 gegen 3), 9:4 (45.) Novotny 4 gegen 5, 9:5 (47.) Pudas (Santtu, Gneipel), 9:6 (50.) Schneemann, 10:6 (56.) Haussels (Ponitz, Weingran 4 gegen 5, 10:7 (59.) Novotny (Schneemann), 10:8 (60.) Pudas (Kus).

Strafminuten: Bayreuth 10 plus 5 plus Spieldauerdisziplinarstrafe gegen McKinley, Chemnitz 14 plus 5 plus Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Santtu.

Zuschauer: 1905;



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth