Nordbayrischer Kurier 6.Oktober 1997
2000 ESVB-Anhänger schier aus dem Häuschen

7:6 im rasanten Duell mit bisherigem Spitzenreiter Regensburg
Der Jubel nach der Schlußsirene erinnerte an den glanzvollen Aufstieg in die 2. Liga Der Aufsteiger sorgt auch in dieser Spielklasse für Furore, denn nach dem verdienten 7:6 (2:2, 2:1, 3:3) gegen den bisherigen Spitzenreiter waren gestern die rund 2000 Anhänger des ESV Bayreuth schier aus dem Häuschen. Mit einer kämpferischen Bravourleistung bügelten die Schützlinge von Trainer Ivan Horak zwei Tage nach dem 2:3 im Frankenderby in Haßfurt manchen Schnitzer in der Defensive aus und sicherten sich somit den Verbleib in der Spitzengruppe.
Diese Position gilt es am kommenden Wochenende beim Neulingsduell in Pfaffenhofen (Freitag) und am Sonntag gegen den TSV Peißenberg zu behaupten.
"Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die mit einer unglaublichen Leistung den Top-Favoriten bezwungen hat", freute sich nach der Schlußsirene Trainer Horak nach einem rasanten Eishockeykrimi, den die Wagnerstädter mit einem zwischenspurt im Schlußdrittel zu ihren Gunsten entschieden. Dabei hatte der letzte Abschnitt wenig vielversprechend begonnen. Die Oberpfälzer die auf ihren angeschlagenen Torjäger Samanski verzichten mußten, kamen nach 35 Sekunden in Überzahl durch den überragenden Katelnikoff zum 4:4 und ein Kippen war nicht auszuschließen. Doch nur eine Minute später wuchtete Bokenfohr zum 5:4 ein. In Überzahl hätte der ESVB beinahe den erneuten Ausgleich kassiert (der überragende TW Habnitt rettete gegen Ex-DEL-Profi Petrash) ehe keine Minute später Zweikampfsieger Schwindl mustergültig für Asanger (47.) auflegte. Für die Vorentscheidung sorgte Bokenfohr mit dem anschließenden 7:4, doch dann bliesen die Oberpfälzer zur Aufholjagd, Das vermeidbare 6 :7 fiel allerdings erst drei Sekunden vor Schluß.
Die Oberfranken warteten mit ihrer bislang besten Saisonleistung auf. Sie boten in den Zweikämpfen Paroli und verbuchten die zwingenderen Chancen. Auffallend, daß alle drei Sturmreihen mit jeweils zwei Einschüssen beteiligt waren. Ob allerdings das Risikospiel nach vorne immer mit einem Happy-End endet? Die Regensburger mischten die Einheimischen in einigen Druckphasen gehörig auf. Ein ausgezeichneter Torwart Habnitt sowie etwas Glück verhinderten letztlich einen Trend zum Negativen. Der schien sich nach dem 2:3 in der 26. Minute anzubahnen, doch mit einem sehenswerten Spielzug in der 27. Minute zerstreute Stevens mit dem 3:3 kurzfristige Bedenken, die in der 31. Minute neue Nahrung erhielten. Bei einem "dummen Stockschlag" gegen Ekrt handelte sich Verteidiger Zimmermann eine erneute Spieldauerdisziplinarstrafe ein, die gestern noch nicht ins Gewicht fiel. Er wird sich wahrscheinlich einige Worte der ESVB-Verantwortlichen anhören müssen.
Zu verbessern gilt es das mitunter harmlose Überzahlspiel, bei dem die Gastgeber aufgrund zahlreicher Abspielfehler nur selten ihre Aufstellung fanden. In dieser Beziehung hatte der entthronte Tabellenführer dreimal Anschauungsunterricht geliefert.
ESV Bayreuth: Habnitt - Zimmermann, Doll; Meixner, Silvenionnen; Barnet, Bartos - Stevens, Pepin, Goerlitz; Bokenfohr, Ponitz, H. Bärnreuther Asanger, Vire, Schwindl.
EV Regensburg: Brunner (ab 50. Min. Helber) - Ancicka, Palenta; Schuster, Le Bel; Landstorfer - Curth, Mandous, Ekrt; Weiss, Petrash, Katelnikoff; Brandl, Manhart, Eisenhuth.
SR: Zappe (Deggendorf);
Zuschauer: 2100;
Strafminuten: Bayreuth l0plus 5plus Spieldauerd. gegen Zimmermann (Stock- schlag), Regensburg 14 plus je 10 gegen Manhart und Petrash.
Tore: 1:0 (7,) Barnet ( Asanger, Vire), 1:1 (8.) Katelnikoff (Le Bel, Petrash 5 gegen 4) 2:1 (11.)Pepin, 2:2 (18.)Katelnikoff (LeBel 5 gegen 4), 2:3 (26.) Le Bel (Ekrt, Curth) 3:3 (27.) Stevens (Zimmermann, Goerlitz) 4:3 (28.) Vire (Asanger, Schwindl), 4:4 (41.) Katelnikoff (Petrash, Le Bel - fünf gegen vier) 5:4 (42.) Bokenfohr (H. Bärnreuther) 6:4 (47.) Asanger (Schwindl), 7:4 (50) Bokenfohr (H. Bärnreuther), 7:5 (50.) Ekrt (Mandous, Ancicka), 7:6 (60.) Mandous



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth