Nordbayrischer Kurier 11. Oktober 1997
Aufholjagd unbelohnt

ESVB-Eishockeyteam verlor beim Mitaufsteiger Pfaffenhofen 6:7
Die Leistungssteigerung im Schlußdrittel blieb unbelohnt. Im Aufsteigerduell beim EC Pfaffenhofen mußte der Eishockey-Zweitligist ESV Bayreuth nach mäßigem Beginn und zwei Gegentreffern in Überzahl mit 6:7 (1:2, 3:4, 2:1) Toren die Segel streichen. Ob der ESVB weiter im Vorderfeld bleibt, entscheidet sich im morgigen Heimspiel gegen den TSV Peißenberg (Beginn 18.30 Uhr).
Obwohl die Bayreuther einen Blitzstart verzeichneten und nach einem Bully-Gewinn (Ponitz) durch "Hochzeiter" H. Bärnreuther mit einem Direktschuß unter die Latte bereits in der 2. Minute mit 1:0 in Führung gingen, verlief das erste Drittel nicht nach ihren Vorstellungen. Mit langsamem und obendrein durchsichtigem Spielaufbau waren die Einheimischen jedenfalls nicht in Verlegenheit zu bringen. Außerdem verrieten die Oberfranken Mängel im Unter- und Überzahlspiel. Dies hatte in der 5. Minute nach einer Strafzeit gegen Ponitz erstmals Folgen. Pfaffenhofens überragender Neuzugang Stabel (bisher Ravensburg) nutzte ein Verteidiger-Mißverständnis und markierte per "Bauerntrick" das 1:1. Danach stand ESVB-Keeper S. Bärnreuther mehrmals im Blickpunkt, als er gegen Herbert (7.), Mucha (8.) und Mistela (11.) klärte, während der Spielfluß der Gäste durch ungenaues Paßspiel mitunter erheblich ins Stocken geriet. Dennoch: Der Kanadier Bokenfohr (16. und 17.) hatte das 2:1 auf dem Stock. Diese Bayreuther Führung schien ab der 18. Minute fällig, als der Pfaffenhofener Kleinbauer auf die Strafbank mußte. Doch das Powerplay des ESVB klappte überhaupt nicht. Die Oberbayern starteten in der 19. Minute einen Konter und kamen zum 2:1.
Auch im zweiten Drittel blieben die Gäste weit unter der Form der letzten Spiele. Zwar begannen sie mit viel Elan und hatten gleich Pech im Abschluß (Pepin, Stevens, Meixner, Bokenfohr) doch in Überzahl folgte ein Blackout, der mit einem weiteren Gegentor bestraft wurde. Anschließend wurde Bayreuths dritter Block regelrecht eingeschnürt, ehe Mucha gar das 4:1 besorgte. Danach folgte eine Aufbäumphase der Gäste, die sich nach dem 2:4 (H. Bärnreuther) etwas besser in Szene setzten und durch Bokenfohr (36.) und Stevens (37.) sogar den Ausgleich schafften. Pech hatte kurz vorher H. Bärnreuther mit einem Pfostenschuß. Doch mit einem Pfaffenhofener Doppelschlag in der 38. Minute (innerhalb von sechs Sekunden) erhielten die Hoffnungen der Gäste wieder einen Dämpfer, nachdem sie total die Übersicht verloren hatten.
ESVB-Trainer Horak reagierte mit einer Umstellung auf zwei Blöcken. Das Konzept schien aufzugehen. Der auffällige H. Bärnreuther (46.) und Bokenfohr (52.) schafften den Ausgleich, ehe ein Mißgeschick in der Defensive Pfaffenhofen das entscheidende 7:6 (57.) bescherte.
EC Pfaffenhofen: Schwaiger - Mistela, Urban; Kleinbauer, Spitzenberger; Lohrer, Bauer; Wellhoener - Leblanc, Krebs, Burda; Kot, Huber, Herbert; Vokaty, Stabel, Birzer; Mitterer, Tubeileh, Mucha, Sulivan.
ESV Bayreuth: S. Bärnreuther - Bartos, Doll; Meixner, Silvenoinnen; Barnet, Richter - Stevens, Pepin, Goerlitz; Bokenfohr, Ponitz, H. Bärnreuther; Asanger, Vire, Schwindl; Weingran, Cameron.
SR: Huber (Ingolstadt);
Zuschauer: 650;
Strafminuten: Pfaffenhofen 16, ESVB 10.
Tore: 0:1 (2.) H. Bärnreuther (Ponitz), 1:1 (5.) Stabel (Mucha - 5 gegen 4), 2:1 (19.) Stabel (Vokaty - 4 gegen 5), 3:1 (26.) Stabel (Urban - 4 gegen 5), 4:1 (27.) Moucha, 4:2 (28.) H. Bärnreuther (Schwindl, Stevens), 4:3 (36.) Bokenfohr (Stevens), 4:4 (37.) Stevens (Goerlitz, Pepin), 5:4 (38.) Huber (Urban), 6:4 (38.) Kot, 6:5 (46.) H. Bärnreuther, 6:6 (52.) Bokenfohr (Barnet), 7:6 (57.) Sulivan.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth