Nordbayrischer Kurier 13. Oktober 1997
Vorentscheidung im zweiten Drittel

ESVB-Eishockeyteam nach 8:1 über Peißenberg auf Zweitliga-Platz fünf / Starker H. Bärnreuther
Zweitliga-Neuling ESV Bayreuth bleibt weiter ein "heißer Kandidat" auf einen der ersten acht Plätze, die ab Januar zur Erstliga-Aufstiegsrunde berechtigen. Zwei Tage nach dem verlorenen Aufsteigerduell beim EC Pfaffenhofen (6:7) ließen die "Tigers" gegen den Vorjahressechsten TSV Peißenberg nichts anbrennen sind sicherten sich mit einem in dieser Höhe überraschenden 8:1 (2:0, 4:0, 2:1)-Sieg zunächst Tabellenplatz fünf.
Mehr gefordert werden die Wagnerstädter sicherlich am kommenden Freitag beim letztjährigen Erstligisten EHC Klostersee, ehe sich am Sonntag mit dem ESV Königsbrunn das Schlußlicht im Bayreuther Eisstadion vorstellt."Es war eine Schande wie unsere Mannschaft in Pfaffenhofen gespielt hat. Mit der Leistung gegen Peißenberg kann ich aber wiederum zufrieden sein", ist für Trainer Iwan Horak die angestrebte Wiedergutmachung geglückt. Dafür ärgerte sich Peißenbergs Trainer Gert Landshut über die phasenweise desolate Vorstellung seines Teams: "Bayreuths Sieg geht auch in dieser Höhe in Ordnung!" Und die Begründung lieferte er gleich mit. "Der ESVB war spielerisch und kämpferisch und vor allem im Zweikampfverhalten stärker als meine Mannschaft, deren Moral offenbar durch das 0:2 Sekunden vor der Pause gebrochen wurde."
Start nach Maß
Vor 1250 Zuschauern verzeichneten die Einheimischen einen Start nach Maß, als der überragende H. Bärnreuther nach 118 Sekunden unter die Latte traf. Doch die Führung gab kaum Sicherheit, denn bis zur 10. Minute hätten die Oberfranken aufgrund weiterer Großchancen leicht alles klar machen können, obwohl das Kombinationsspiel mitunter verkrampft wirkte. Die Gäste mit dem starken Torwart Häringer (früher SV Bayreuth) machten geschickt die Räume eng und verfehlten durch zwei Schüsse von Tomasiccio zweimal nur knapp das ESVB-Gehäuse (13. und 16.).Mit einem Knaller an den Innenpfosten leitete Vire die starke Schlußphase des ersten Drittel ein, ehe Ponitz nach feinem Einsatz das 2:0 genau 22 Sekunden vor der Pausensirene gelang.
Über Einsatzfreude fanden die Wagnerstädter im zweiten Abschnitt zum gewohnten Spielfluß und mit einer spielerischen Steigerung sorgten sie für die schnelle Vorentscheidung. Ausgangspunkte waren die Überzahltreffer zum 3:0 (Doll) und 5:0 (Stevens), nachdem Pepin mit einem verdeckten Schuß aus der Drehung das 4:0 erzielt hatte. Beim 6:0 schloß "Hochzeiter" H. Bärnreuther einen Alleingang mit "Köpfchen" ab.Einziger Schönheitsfehler im Schlußdrittel war der Peißenberger Treffer zum 1:7, wobei Torwart Habnitt keine gute Figur machte. Er zählte dennoch zu den Stärksten im ESVB-Team, nachdem er vier hundertprozentige Gelegenheiten der Gäste durch den Kanadier-Neuzugang Smith (31.), Tomasiccio (32.), Steidle (37.) und Ciganovic (51.) zunichte gemacht hatte.
Trotz der zwei Überzahltreffer muß am Powerplay weiter gefeilt werden. Im Gegensatz zum Freitag kassierte man zumindest keine Gegentore. Die Defensive wirkte über weite Strecken gefestigt. Auffällig war das Engagement von Doll, Zimmermann und Meixner. Auch der in den zweiten Block aufgerückte Youngster Bartos gefiel.Im Angriff war zwischen der ersten und zweiten Formation kein Leistungsgefälle auszumachen. Das lag vielleicht daran, daß der durch Grippe gehandicapte Pepin nicht ganz seine Form fand und andererseits an der Steigerung des Trios Bokenfohr, Ponitz und H. Bärnreuther. Obwohl der Kanadier Bokenfohr ohne Treffer blieb, avancierte er mit vier Beihilfen zum mannschaftsdienlichsten Spieler beim ESVB.Im Vergleich zu den ersten beiden Sturmtrios fiel die dritte Sturmreihe merklich ab.
ESV Bayreuth: Habnitt - Zimmermann, Doll; Meixner, Bartos; Barnet, Silvenoinnen; Richter - Stevens, Pepin, Goerlitz; Bokenfohr, Ponitz, H. Bärnreuther; Asanger, Vire, Schwindl; Weingran.
TSV Peißenberg: Häringer - Maier, Jungwirth; Gams, Brückl; Steidl - Buczkowski, Smith, Tomasiccio; Ciganovic, Pellicciotta, Zam; Lieb, Rohde, Bachmeier.
SR: Schnabl (Frankfurt);
Zuschauer: 1250;
Strafminuten: Bayreuth 8, Peißenberg 14.
Tore: 1:0 (2.) H. Bärnreuther (Bokenfohr), 2:0 (20.) Ponitz (Bärnreuther, Bokenfohr - 4 gegen 4), 3:0 (22.) Doll (Stevens - 5 gegen 4), 4:0 (26.) Pepin, 5:0 (29.) Stevens (Doll - 5 gegen 4), 6:0 (35.) H. Bärnreuther (Bokenfohr), 7:0 (45.) Doll, 7:1 (47.) Tomasiccio (Jungwirth), 8:1 (50.) Ponitz (Bokenfohr).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth