Nordbayrischer Kurier 3.November 1997
Lange Paroli geboten

ESVB mußte sich Zweitliga-Spitzenreiter Straubing 4:7 beugen
Ins Schwitzen brachte der bisherige Überraschungsvierte ESV Bayreuth am gestrigen Abend Zweitliga-Spitzenreiter EHC Straubing. Die Wagnerstädter boten zwei Drittel lang spielerisch Paroli, lagen sogar mit 3:1 in Front, ehe der Ex-Erstligist seine Trümpfe ausspielte. Mit 4:7 (3:1, 1:4, 0:2) erzielte der Aufsteiger letztlich ein achtbares Ergebnis.
Nach einwöchiger Verschnaufpause (Deutschland-Cup des Nationalteams) stellt sich am Freitag, dem 14. November mit dem Ex-Erstligisten EV Ravensburg ein weiterer direkter Rivale im Kampf um die acht Erstliga-Aufstiegsrundenplätze vor.Einen furiosen Auftakt verzeichnete der Tabellenführer, der die nervös gestarteten Franken in die Defensive drängte und bereits in der 2. Minute das 1:0 markierte. In Überzahl (McCourt) sowie in der 6. Minute (Duchon) verzogen die Einheimischen knapp, ehe ESVB-Verteidiger Silvenoinnen (7.) mit letztem Einsatz ein Gegentor vereitelte. Danach kam die starke Phase der Gäste mit einer fast optimalen Chancenausbeute. Im Nachschuß schaffte Pepin nach feiner Vorbereitung den Ausgleich, während die Straubinger Offensive zunächst ohne Erfolg blieb. Dies lag u. a. daran, daß Junioren-Verteidiger Bartos zweimal gegen die EHC-Torjäger Hoogsteen und Duchon (9. Min.) rettete. Mit konstruktiver Defensivarbeit wurden Strafzeiten gegen Zimmermann und Goerlitz überstanden. Der Ex-Nürnberger kam von der Strafbank und leitete die 2:1-Führung (13.) der Gäste ein, die Stevens nach einer Energieleistung markierte. Mit einer Glanztat wehrte Torwart Habnitt einen Schuß von Heubach (15.) ab, ehe auf der Gegenseite Filgis bei TW Zankl anklopfte. Für das überraschende 3:1 sorgte Pepin Sekunden vor der Drittelpause, als er zwei EHC-Verteidiger versetzte.
Turbulent verlief auch das zweite Drittel, wobei die Gäste, bei denen Verteidiger Meixner verletzungsbedingt passen mußte, nach dem 2:3 der ständig drängenden Niederbayern verunsichert wirkten. Entscheidender Unterschied: Während die Gastgeber in diesem Abschnitt zweimal ihre Überzahltrumpfkarte zogen, wirkte das Powerplay der Gäste mitunter konfus, wobei die Franken in der 30. Minute nicht einmal ins Angriffsdrittel kamen und nach Ablauf der Straubinger Strafzeit prompt das 3:4 kassierten. Selbst ein 5:3-Überzahlspiel (34.) brachte nur zwei Schüsse von Bokenfohr und Stevens. Erst der fünfte Versuch hatte Erfolg. H. Bärnreuther (36.) überwand Torwart-Routinier Zankl und erzielte den Ausgleich zum 4:4. Straubing ließ sich dadurch aber nicht irritieren und nutzte ein weiteres Überzahlspiel zum 5:4 (39.). Sekunden vor der zweiten Pause scheiterte der auffällige Stevens bei einem Break nur knapp.
Im Schlußdrittel dominierten die spielerisch reiferen Straubinger, die auf eine rasche Entscheidung aus waren. Vor den Toren zum 6:4 und 7:4 hatte Duchon mit einem Lattenschuß (42.) Pech. Der Gast verbuchte nur noch Möglichkeiten durch Goerlitz (46.) und Filgis (50.). Herausragender Akteur im starken ersten ESVB-Sturm war Stevens. In der Abwehr zeichneten sich TW Habnitt, Zimmermann, Doll und Bartos aus.
EHC Straubing: Zankl - Eckert, Schambeck; Niedermeier, Rankl; Schrödinger, Vogl; Eltner, McCourt - Dylla, Heitzer, Herpich, Vöst, Meier, Duchon, Hoogsteen, Hansch, Rossi de Mio, Heubach, Wittl.
ESV Bayreuth: Habnitt - Zimmermann, Doll; Meixner, Bartos; Barnet, Silvenoinen - Stevens, Pepin, Goerlitz; Bokenfohr, Ponitz, H. Bärnreuther; Asanger, Filgis, Vire; Schwindl.
SR: Pfeil (Regensburg);
Zuschauer: 2280;
Strafminuten: Straubing 16 plus 10 gegen Niedermeier; ESVB 26.
Tore: 1:0 (2.) Heitzer (Duchon), 1:1 (7.) Pepin (Doll, Stevens), 1:2 (13.) Stevens, 1:3 (20.) Pepin (Stevens), 2:3 (23.) Heubach (Vogl, Eltner), 3:3 (26.) Dylla (Hoogsteen, Vöst - 5 ggen 4), 4:3 (33.) Vöst (Dylla, Meier), 4:4 (36.) H. Bärnreuther (Barnet, Bokenfohr 5 gegen 4), 5:4 (39.) Heitzer (Duchon, Heubach - 5 gegen 4), 6:4 (44.) Rossi de Mio (Meier), 7:4 (48.) Heitzer (Duchon, Heubach).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth