Nordbayrischer Kurier , 22. November 1997
Desolates erstes Drittel

Nach 0:5-Rückstand klares 3:8 des ESVB-Eishockeyteams in Ulm
Mit einem schwachen ersten Drittel wurde der ESV Bayreuth am Freitagabend m Auswärtsspiel der 2. Liga Süd vorentscheidend auf die Verliererbahn gedrängt. Nach einem 0:5-Rückstand mußten die Gäste beim bisherigen Neunten EC Ulm/Neu-Ulm mit 3:8 (0:5, 2:1, 1:2) klar die Segel streichen.Im Wettsteit um die Aufstiegsrundenplätze stehen Doll und Co. morgen im Heimspiel gegen Schwenningen (18.30 Uhr) unter Siegzwang.
Eine desolate Vorstellung boten die Oberfranken im ersten Drittel, die nie zum gewohnten Spielfluß fanden und sich in den ersten 20 Minuten nur zwei zwingende Chancen erarbeiteten. Wiederholt hemmten auch Strafzeiten des kleinlich leitenden Unparteiischen die Aktionen der Gäste, die sich offensichtlich von der Einkaufsaktion der Ulmer "schocken" ließen? Denn die Donaustädter präsentierten überraschend aus der Konkursmasse der Kaufbeurer Adler mit Hans-Jörg Mayer und Roland Timoschuk zwei "gestandene" DEL-Stürmer.Bereits die erste Strafzeit der Franken (Stevens) nach knapp einer Minute hatte Folgen: ESVB-Torwart S. Bärnreuther war nach einer feinen Kombination der spritziger wirkenden Donaustädter ohne Abwehrchance. Und auch in den nächsten Minuten nach dem 0:1 stand der Keeper im Blickpunkt, als er gegen Mayer (7.) und Wartosch (9.) klärte. In Überzahl verbuchten die Nordbayern durch Neuzugang Schederin und Doll (14.) erste Schußmöglichkeiten, ehe die ESVB-Abwehr schlecht postiert war und der Tscheche Masek im Nachschuß TW Bärnreuther das 2:0 (15.) erzielte. Keine zwei Miunuten später stach die Powerplay-Trumpfkarte der Einheimischen erneut: ESVB-Verteidiger Zimmermann hatte erst zehn Sekunden auf der Bank Platz genommen, als Pyka das 3:0 gelang. In der 18. Minute ging es dann Schlag auf Schlag. Ulms Neuzugang Mayer entnervte mit seinem Tor zum 4:0 offensichtlich ESVB-Schlußmann S. Bärnreuther, der danach zornig das Eis verließ. Der von einer Di enstreise aus Kanada zurückgekehrte Habnitt wurde aber sofort kalt erwischt und kassierte nach wenigen Sekunden das 0:5. Schederin und Stevens verfehlten anschließend in Überzahl (19.) jeweils nur knapp das Gehäuse.
Die Umstellung von ESVB-Trainer Ivan Horak auf zwei starke Blöcke zeigte im zweiten Drittel Wirkung. Während die Verteidiger Schederin und Barnet mit den Stürmern Stevens, Pepin und Goerlitz agierten, bildeten das Verteidigerduo Zimmermann-Doll zusammen mit Bokenfohr, Vire und Schwindl den zweiten Block. Zwar klärte zunächst TW Habnitt gegen die Ulmer Davis (22.), Auer (23.) und Bader (23.), ehe die Gäste das Geschehen an sich rissen, die Einheimischen phasenweise gehörig unter Druck setzten und zwingende Chancen verzeichneten. Bokenfohr (24.), Vire und Zimmermann (25.) hatten aber kein Vollstreckerglück, ehe Schwindl (28.) seine Torjägerqualitäten aufblitzen ließ. Auf Zuspiel von Zimmerman und Vire tankte er sich am rechten Flügel durch und traf mit einem verzögerten Schuß zum 1:5. Als ein anschließendes Powerplay durch Vire mit einem Schuß unter die Latte zum 2:5 führte, schöpften die Gäste sogar wieder Hoffnung, wobei Bokenfohr in der 34. Minute knapp verpaßte. In Überzahl (36.) schien die Situation günstig. Als sich aber die Stürmer nach langer Eiszeit zum Wechsel orientierten, nutzten die läuferisch überragenden Ex-Kaufbeurer Mayer und Timoschuk einen Abstimmungsfehler und markierten das 6:2. Mit dem 7:2 zu Beginn des Schlußdrittels war der Widerstand des ESVB gebrochen, bei dem die Kanadier Bokenfohr und Pepin im Schatten der Ulmer Ausländer Masek und Davis standen.
EC Ulm/Neu-Ulm: Lonscher - Wartosch, Kruger; Boni, Krejcir; Bader, Pyka - Volland, Davis, Masek; Jentzmik, Hayse, Cerny; Mayr, Vacca, Timoschuk; Auer, Stiller.
ESV Bayreuth: S. Bärnreuther - Zimmermann, Schederin; Doll, Weilert; Barnet, Richter - Stevens, Pepin, Asanger; Schwindl, Bokenfohr, Ponitz; Goerlitz, Filgis, H. Bärnreuther; Vire.
SR: Sandner (Peiting);
Zuschauer: 1000;
Strafminuten: Ulm 14, Bayreuth 12.
Tore: 1:0 (3.) Masek (Kruger - 5 gegen 4), 2:0 Masek (Vacca), 3:0 (17.) Pyka (Vacca - 5 gegen 4), 4:0 (18.) Mayr (Davis, Kruger), 5:0 (18.) Vacca (Musek, Bader), 5:1 (28.) Schwindl (Zimmermann), 5:2 (31.) Vire (Zimmermann, Doll - 5 gegen 4), 6:2 (37.) Mayer (Timoschuk - 4 gegen 5), 7:2 (42.) Mayer (Timoschuk, Davis), 7:3 (49.) Stevens (Zimmermann, Doll).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth