Nordbayrischer Kurier , 24. November 1997
Nur phasenweise gelang Einstimmung auf Derby

Drei Filgis-Treffer beim 6:2 des ESVB gegen Schwenningen
Nur phasenweise gelang die Einstimmung auf das Nachbarderby gegen ERC Haßfurt am Freitag um 19.30 Uhr im Eisstadion. Zum Rückrundenauftakt der 2. Eishockey-Liga Süd begnügte sich der Tabellensechste ESV Bayreuth mit einem ungefährdeten 6:2 (3:1, 2:0, 1:1)-Arbeitssieg über den Vorletzten Schwenninger ERC und brachte damit einen Pflichtsieg im Wettstreit um die ersten acht Aufstiegsrundenplätze unter Dach und Fach. Dreimal trug sich dabei mit Bertil Filgis ein Stürmer aus der dritten Formation in die Torschützenliste ein.
Als beständigster Torschütze glänzte allerdings ein anderer ESVB-Angreifer: David Stevens setzte seine Serie fort, denn als einziger Wagnerstädter war er in allen bisherigen 16 Saisonspielen immer unter den Vollstreckern aufgeführt. "Meine Spieler haben gewußt, daß die Leistung am Freitagabend bei der 3:8 Niederlage nicht in Ordnung war. Deshalb war dieser Sieg wichtig für uns", sinnierte ESVB-Trainer Iwan Horak nach der Schlußsirene. Restlos zufrieden konnte er letzlich nicht sein, denn im Schlußdrittel unterliefen seinen Schützlingen einige Leichtsinnsfehler. Nach 40 ansprechenden Minuten patzte auch der schwedische Neuzugang Pär Schederin zweimal. Er konnte sich letztlich bei seinem aufmerksamen Torhüter Habnitt bedanken, daß die Schwarzwälder daraus kein Kapital schlagen konnten. In den ersten beiden Abschnitten boten die Einheimischen insgesamt eine ordentliche Vorstellung. Sie begannen konzentriert und lagen bereits nach 11 Minuten mit 2:0 in Front, wobei Stevens mit einer spektakulären Einzelaktion geglänzt hatte. Danach wurden die Franken allerdings Opfer einiger Schiedrichter-Ungereimtheiten. In 3:5 Unterzahl kassierten die Gastgeber das Anschlußtor, doch ernsthaft zittern mußten sie trotzdem nicht, zumal Filgis nur drei Minuten später ebenfalls in Überzahl den alten 2-Tore-Abstand wieder herstellte.
Ihre beste Szene hatten die Einheimischen im zweiten Drittel, als sie die Gäste phasenweise einschnürten und dabei auch zwingende Chancen verzeichneten. Doch der Abschluß blieb der "wunde Punkt" der mit vier Blöcken agierenden Horak-Truppe. Die beste davon hatte Ponitz in der 32. Minute, als er aus kurzer Distanz nur den Pfosten des leeren Tores traf. Oft allerdings wurde das Einzelspiel (Pepin, Bokenfohr) übertrieben, wie überhaupt die beiden Kanadier ausgelaugt wirkten. Dagegen nähert sich Schwindl allmählich seiner Vorjahresform und auch H. Bärnreuther scheint sein Tief überwunden zu haben. Ein Lob verdiente sich der technisch versierte Junioren-Verteidiger Weilert.
Besser als es ihr Tabellenplatz aussagt setzten sich die jungen Schwenninger in Szene, die in der 31. Minute mit einem Pfostenschuß Pech hatten.
ESV Bayreuth: Habnitt - Schederin, Meixner; Zimmermann, Doll; Barnet, Weilert; Richter - Görlitz, Pepin Stevens; Ponitz, Bokenfohr, Schwindl; Vire, Filgis, Asanger; H. Bärnreuther, Weingran, Cameron.
Schwenninger ERC: Sess - Sindel, Dück; Pastika, Reimer; Schweiß, DellAnna - Hauert, Pastrnak, Vater; Stenger, Gratza, Stamkowski; Aust, Popekl, Stegmann.
SR: Mayr (Kaufbeuren)
Zuschauer: 1100
Strafminuten: Bayreuth 8 plus 10 gegen Ponitz (Check von hinten), Schwenningen 14
Tore: 0:1 (3.) Bokenfohr (Schwindl), 2:0 (11.) Stevens, 2:1 (14.) Sindel (Dück 5 gegen 3), 3:1 (17.) Filgis (Meixner, Vire 5 gegen 4), 4:1 Schwindl (Doll, Ponitz), 5:1 (40.) Filgis (Asanger, Vire) 5:2 (47.) Stegmann (Sindel, Pastrnak), 6:2 (56.) Filgis (Doll, Asanger)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth