Nordbayrischer Kurier , 01. Dezember 1997
Ohne Chance beim Ersten

ESVB-Team konnte Regensburger Revanche nicht verhindern / 2:8
Revanche für die überraschende 6:7-Vorrunden-Niederlage in der 2. Eishockey-Liga Süd nahm Spitzenreiter EV Regensburg vor eigenem Publikum. Beim 2:8 (0:3, 1:2, 1:3) war Neuling ESV Bayreuth am gestrigen Sonntagabend nahezu ohne Chance. Nach der Wochenend-Null-Diät kommt somit dem Aufsteigerduell am kommenden Freitag gegen den EC Pfaffenhofen (19.30 Uhr) im Wettstreit um die acht Erstliga-Aufstiegsrundenplätze enorme Bedeutung zu.
Beide Seiten konnten nicht in Bestbesetzung antreten. Während beim Gast Verteidiger Zimmermann (Adduktorenzerrung) kurzfristig ausfiel, fehlte bei den Oberpfälzern mit dem Kanadier Katelnikoff ebenfalls ein Leistungsträger. 2100 Zuschauer erlebten einen furiosen Start. Bereits nach wenigen Sekunden jagte ESVB-Stürmer Goerlitz die Scheibe ebenso an den Pfosten wie auf der Gegenseite der Regensburger Mandous. Bei einer umstrittenen Strafzeit gegen Gästeangreifer Schwindl handelte sich der reklamierende Barnet ebenfalls zwei Minuten ein und bei 3:5-Unterzahl war nach einem von Samanski eingefädelten Spielzug das 0:1 nicht zu verhindern. Gegen Cermaks "Hammer" aus der Halbdistanz blieb Torwart Habnitt machtlos, ehe er gegen Schuster (6.) einen weiteren Gegentreffer verhinderte. Bei einem Pfostenschuß von EVR-Verteidiger Anicka (8.) hatte er das Glück des Tüchtigen. Beim 2:0 der Einheimischen (11.) ging ein vermeidbarer Scheibenverlust des ESVB in der neutralen Zone voraus. Torjäger Petrash betätigte sich als Paßgeber für den freistehenden Mandous. Erst danach wagte der Gast mehr in der Offensive, wobei H. Bärnreuther EVR-Torwart Helber (15.) erstmals auf die Probe stellte. Schwach blieb das Überzahlspiel der Gäste (18. und 19.), die sich dabei beinahe ein Breaktor (Petrash) eingefangen hätten, während die Oberpfälzer eine Doll-Strafzeit neun Sekunden vor der Drittelpause mit dem 3:0 bestrafen.
Besser setzten sich die Bayreuther im zweiten Drittel in Szene. Das 1:3 hatte H. Bärnreuther nach Bokenfohr-Paß in der 21. Minute auf dem Stock. Er hatte TW Helber schon ausgespielt, doch brachte er die Scheibe nicht über die Torlinie. Besser machte es Filgis (23.), der nach einem abgewehrten Richter-Schuß nachsetzte und traf. Dieses Tor beflügelte kurzzeitig die Gäste. Nach einer Möglichkeit von H. Bärnreuther (25.) hatte Verteidiger Schederin bei zwei Schüssen in Überzahl (27.) Pech. Just in einer Drangperiode kassierte der ESVB durch einen Konter über drei Stationen das 1:4 (30.) und auch beim 1:5 nach einem Meixner-Schnitzer (31.) sah der Gast schlecht aus, der sich bei Schlußmann Habnitt bedanken konnte, daß der Rückstand nicht noch höher ausfiel. Habnitts Glanztat: Er wehrte in der 40. Minute einen Penalty von Mandous ab.
Auch im Schlußdrittel stand der ESVB-Keeper wiederholt im Brennpunkt des Geschehens, denn speziell wenn das "Kanadier-Duo" Petrash-Samanski wirbelte, wurde es eng für die Franken, die letztlich die Überlegenheit des Spitzenreiters anerkennen mußten. Beim Treffer zum 1:7 hatte ESVB-Verteidiger-Neuzugang Schederin nicht gut ausgesehen. Mit "Trainer-raus"-Rufen bekundeten einige Bayreuther Schlachtenbummler ihren Unmut über die hohe Eigenfehlerquote des Aufsteigers, bei dem die Kanadier Pepin und Bokenfohr viel zu selten in Erscheinung traten. Auch andere bisherige Leistungsträger blieben sehr blaß.
EV Regensburg: Helber - Herdt, Maier; Schuster, LeBel; Palenta, Ancicka; Landstorfer, Samanski, Weiß, Ekrt; Curth, Cermak, Petrash; Mandous, Eisenhut.
ESV Bayreuth: Habnitt - Schederin, Meixner; Weilert, Doll; Bartos, Richter, Stevens, Pepin, Goerlitz; Bokenfohr, Schwindl, H. Bärnreuther; Asanger, Filgis, Vire; Weingran, Ponitz, Cameron.
SR: Bendl (Peiting);
Zuschauer: 2100;
Strafminuten: Regensburg 12 plus 10 Min. Disziplinarstrafe gegen Schuster (Unsportlichkeit), Bayreuth 12.
Tore: 1:0 (4.) Cermak (Curth, Samanski - 5 gegen 3), 2:0 (11.) Mandous (Petrash), 3:0 (20.) Petrash (LeBel - 5 gegen 4), 3:1 (23.) Filgis (Richter, Vire), 4:1 (30.) Petrash (Herdt, Samanski), 5:1 (31.) Ekrt (Mandous), 6:1 (44.) Samanski (Curth, Petrash), 7:1 (48.) Curth (Samanski), 7:2 (58.) Bokenfohr (Schwindl - 5 gegen 4), 8:2 (60.) Samanski (Curth, Petrash).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth