Nordbayrischer Kurier , 06. Dezember 1997
Mit Engagement und Biß

ESVB-Eishockeyteam bezwang Mitaufsteiger Pfaffenhofen mit 8:1
Der Neuanfang unter dem vor wenigen Tagen verpflichteten Trainer Wilbert Duszenko verlief vielversprechend: Das Eishockeyteam des ESV Bayreuth zeigte im Aufsteigerduell der 2. Liga Süd gegen den EC Pfaffenhofen mehr Engegement und Biß als in den letzten Spielen und wurde dafür auch belohnt. Mit einem deutlichen 8:1 (1:1,2:0,5:0)-Sieg nach einem überzeugenden Schlußdrittel steuern die Wagnerstädter wieder zielstrebig auf Erstliga-Aufstiegsrundenkurs. Die Revanche für das 6:7 im Hinspiel ist gelungen.
Dabei fiel der Neubeginn der Trainer-Ära nicht leicht. Eine umstrittene Strafzeit gegen ESVB-Stürmer h. Bärnreuther führte bereits nach 55 Sekunden zu einer Unterzahlsituation. Die Defensivabstimmung glückte zunächst gut, doch dann packte der Gast seine Powerplay-Trumpfkarte doch noch aus. Das zweitbeste Überzahlteam der Liga ging durch Mucha nach 3 Minuten in Führung, nachdem der Top-Torjäger der 2. Liga Süd (28 Saisontreffer) die Lücke gefunden hatte. Auch die zweite hundertprozentige Chance bot sich den Gästen, aber Herbert verfehlte knapp. Danach allerdings fanden die Einheimischen über den Kampfgeist zum Spielrhythmus. Sie kontrollierten das Geschehen und ließen bis zur 19. Minute keine Gelegenheit der Oberbayern mehr zu. Bei allem Eifer verloren sie nicht die Geduld. In Überzahl schafften sie den verdienten Ausgleich. Als Einfädler erwies sich dabei der schwedische Verteidiger-Neuzugang Schederin, dessen "Hammer" von der blauen Linie vom insgesamt zuverlässigen Gästekeeper Rosarius nicht festgehalten werden konnte. Den Abpraller vollstreckte Stevens eiskalt zum 1:1. Diese Schwäche machte der Gästeschlußmann in der 12. Minute wieder wett, als er reaktionsschnell gegen die einheimischen Stevens und Pepin innerhalb weniger Sekunden rettete.
Ordnung in der Defensive
Auch wenn zunächst nicht alles Gold war, was glänzte, fiel die bessere Ordnung in der Defensive auf. Hinzu kam im zweiten Drittel auch eine Steigerung in spielerischer Hinsicht. Es häuften sich die guten Einschuß-Gelegenheiten und letztlich hatte es der Mitaufsteiger seinem Torhüter Rosarius zu verdanken, daß sein Team nicht schon früh klar in Rückstand geriet. Er klärte vor Pepin (21.), Stevens (24.) und Bokenfohr (26.). Unter Druck leisteten sich die Gäste Strafzeiten und die wurden schließlich auch bestraft. Bei einer 5:3 Powerplaysituation spielten die Franke die verbleibenden 49 Sekunden voll aus, ehe H. Bärnreuther die Führung markierte. Ähnlich die Situation in der 30. und 31. Minute: Nachdem Filgis und Bokenfohr zweimal Pech im Abschluß hatten, traf Pepin unmittelbar nach Ablauf der Strafzeit gegen die Gäste, die erst in der Schlußphase des zweiten Drittels etwas aufkamen. Während einer Schederin-Strafzeit landete ein Mucha-Geschoß genau sieben Sekunden vor der zweiten Pausensirene am Pfosten.
Nach einer Strafzeit gegen Pepin eröffneten die Oberfranken das Schlußdrittel in 3:5-Unterzahl.Auch in dieser kritischen Phase klappte die Abstimmung.Bei einem Herbert-Schuß war Torhüter Habnitt allerdings auf dem Posten. Im Gegenzug vergab der aufs Eis zurückgekehrte Schederin eine klare Chance. Die Vorentscheidung glückte in der 43. Minute als Görlitz den ESVB mit 4:1 in Front brachte. Als sich die Gäste bei einer Asanger-Strafzeit in Überzahl keine Möglichkeit erarbeiten konnten und Pepin das 5:1 folgen ließ, machte sich beim Mitaufsteiger Resignation breit. Demgegenüber begannen die Bayreuther das spielerische Element zu pflegen. Nach einer Kombination erzielte Bokenfohr in der 48. Minute das 6:1, ehe dem Kandier in der 53. Minute nach einem Pepin-Steilpaß das schönste Tor des Tages gelang. Für den Endstand sorgte dann der auffällige Stevens. Mit zwei Einschüßen und vier Vorlagen war er wirkungsvollster ESVB-Stürmer. Nicht zu übersehen: Auch die beiden Kanadier Pepin und Bokenfohr befanden sich im "Aufwind". Im übrigen verdienten sich alle ESVB-Akteure gute Fleißnoten.
ESV Bayreuth: Habnitt - Schederin, Meixner; Weilert, Doll; Barnet,Richter - Stevens, Pepin, H. Bärnreuther; Bokenfohr, Filgis, Schwindl; Asanger, Görlitz, Vire.
EC Pfaffenhofen: Rosarius - Bauer,Lohrer; Wellhöhner, Kleinbauer; Urban - O´Brien, Herbert, Leblanc; Stribel, Steffens, Krebs; Stabel, Mucha, Vokaty.
SR: Pfeil (Königsbrunn)
Zuschauer: 800
Strafminuten: Bayreuth 10, Pfaffenhofen 14 plus 10 gegen Krebs.
Tore: 0:1 (3.) Mucha (Herbert, Vokaty - 5 gegen 4), 1:1 (8.) Stevens (Schederin, Pepin - 5 gegen 4), 2:1 (28.) H. Bärnreuther (Stevens - 5 gegen 3), 3:1 (31.) Pepin (Stevens), 4:1 (43.) Görlitz (Stevens, Pepin), 5:1 (47.) Pepin (Stevens, Asanger), 6:1 (48.) Bokenfohr (Schwindl, Filgis), 7:1 (53.) Bokenfohr (Pepin, Doll), 8:1 (57.) Stevens (Bokenfohr)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth