Nordbayrischer Kurier , 08. Dezember 1997
Wende im Schlußdrittel

Starker Endspurt bescherte ESVB-Team 5:2-Sieg in Peißenberg
Einen Einstand nach Maß verzeichnete der neuverpflichtete Trainer Wilbert Duszenko. Nach dem 8:1 am Freitag abend gegen Mitaufsteiger Pfaffenhofen glückte dem Zweitligisten ESV Bayreuth gestern ein 5:2 (0:1, 1:1, 4:0)-Sieg beim Vorjahressechsten TSV Peißenberg, wobei die Gäste mit einer enormen Steigerung im Schlußdrittel für den Umschwung sorgten.
Die stark verbesserten Gäste bewiesen letztlich Geduld und Konzentration im Abschluß und hatten in Torhüter Habnitt einen überragenden Rückhalt. In dieser Verfassung stehen am Freitag um 19.30 Uhr die Chancen nicht schlecht, gegen den Tabellennachbarn Ulm/Neu-Ulm die 3:8-Hinspielniederlage auszubügeln.
Ausgeglichen und abwechslungsreich verlief das erste Drittel. Beide Teams verzeichneten einige gute Chancen und auf beiden Seiten hatten die Keeper wiederholt Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Die Führung der Wagnerstädter verhinderte TSV-Torhüter-Routinier Häringer (früher SV Bayreuth) in der 13. Minute, als er einen Alleingang von Stevens reaktionsschnell abwehrte. Nur Sekunden nach dieser hundertprozentigen Möglichkeit für die Gäste gelang aber den Einheimischen das 1:0. Nach einem Brückl-Zuspiel ließ Schmidt ESVB-Verteidiger Doll schlecht aussehen. Der Peißenberger setzte sich im Zweikampf durch und vollstreckte aus kurzer Distanz.Der Gast hatte vielversprechend begonnen. Noch in der ersten Minute prüfte der von Pepin bediente Stevens TSV-Schlußmann Häringer. Nach einer Koski-Strafzeit (7.) Minute hatte zunächst ESVB-Verteidiger Schederin mit einem "Hammer" Pech, ehe Peißenberg mit einem Konter beinahe die Führung gelungen wäre. Der überragende Buczkowski scheiterte aber an TW Habnitt, der auch in der 9. Minute bei Möglichkeiten von Lieb und erneut Buczkowski rettete. Nach dem Rückstand in der 14. Minute hatten die Franken nach Strafzeiten gegen Pepin (16.) und Meixner (17.) bei 3:5-Unterzahl eine kritische Phase zu überstehen.
Mit einem Paukenschlag begann der zweite Abschnitt: Zunächst scheiterte Pepin aus kurzer Distanz am TSV-Schlußmann, ehe die Gastgeber vom langsamen Umschalten der Franken auf Defensive profitierten und nach 34 Sekunden die Scheibe zum 2:0 im ESVB-Tornetz zappeln ließen. Mit Glanzparaden gegen Zam und Ciganovic (22.) verhinderte der zuverlässige TW Habnitt ein Davonziehen der Gäste, die anschließend in zwei Überzahlsituationen kaum in Schußpositionen kamen. Pepin brachte aber freistehend die Scheibe nicht an TW Häringer vorbei. Allerdings wehrte der Gast bei einer Meixner-Strafzeit ein Powerplay der Südbayern geschickt ab. Den Anschlußtreffer in der 32. Minute bereitete Pepin vor, der sich am linken Flügel energisch durchsetzte und dann präzise für Stevens auflegte. Zittern mußte der Aufsteiger, als der für Goerlitz (Darmgrippe) ab Mitte des zweiten Durchgangs eingesetzte Ponitz auf die Strafbank (34.) mußte, und das starke TSV-Duo Smith-Buczkowski für Torgefahr sorgte. Als ESV-Juniorenverteidiger Weilert in der 37. Minute von Smith überlaufen wurde, rettete Habnitt mit einem tollen Reflex.
Entscheidend im Schlußdrittel war der ESVB-Doppelschlag in der 53. und 54. Minute zur 3:2-Führung im Gegenzug nach einer Habnitt-Parade. Unübersehbar: Das ESVB-Mannschaftsgefüge war gefestigter als in den letzten Wochen. Neben Habnitt zeichneten sich Doll, Schederin, Meixner sowie im Sturm Schwindl und Stevens aus.
ESV Bayreuth: Habnitt - Schederin, Meixner; Weilert, Doll; Barnet, Richter - Stevens, Pepin, H. Bärnreuther; Bokenfohr, Filgis, Schwindl; Asanger, Goerlitz, Vire; Ponitz.
SR: Zappe (Deggendorf);
Zuschauer: 750;
Strafminuten: Peißenberg 8 plus gegen Steidl, Bayreuth 12.
Tore: 1:0 (14.) Schmidt (Brückl), 2:0 (21.) Smith (Buczkowski), 2:1 (32.) Stevens (Pepin), 2:2 (53.) Schwindl (Pepin - 5 gegen 4), 2:3 (54.) Schwindl (Doll), 2:4 (57.) Vire (Bokenfohr, Barnet), 2:5 (59.) Bokenfohr (Schwindl, Filgis).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth