Nordbayrischer Kurier , 15. Dezember 1997
Souveräner als erwartet

Nach frühem 1:0 gewann ESVB in Waldkraiburg ungefährdet 8:2
Mit einem Doppelsieg hat der ESV Bayreuth seine Position im Rennen um die acht Aufstiegsrunden-Plätze in der 2. Eishockey-Bundesliga Süd weiter gefestigt. Zwei Tage nach dem 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen den EC Ulm/Neu-Ulm setzte sich der Aufsteiger gestern abend beim EHC Waldkraiburg mit 8:2 (3:1, 2:0, 3:1) sogar souveräner durch, als man erwarten durfte. Mit diesen fünf Punkten erkämpften sich die Bayreuther eine gute Ausgangsposition für die schweren Aufgaben des kommenden Wochenendes. Am Freitag um 19.30 Uhr gegen TuS Geretsried und am Sonntag beim EV Füssen treffen sie nämlich auf zwei Konkurrenten aus der oberen Tabellenhälfte.
Eine wertvolle Basis für den Erfolg in Waldkraiburg war die frühe Führung des ESVB. Dabei hatten die Gäste in der turbulenten Anfangsphase noch in der ersten Minute eine Strafzeit gegen Schederin zu verkraften. Mit einem glänzend angelegten Konter, den der freistehende Bokenfohr unhaltbar abschloß, gelang jedoch in Unterzahl das 1:0.Von da an hatten die Bayreuther mit konzentrierter Defensivarbeit das Geschehen über weite Strecken sogar recht sicher im Griff. Vor allem von der Waldkraiburger Sturmreihe um Cech und Czerlinski drohte zwar immer wieder Gefahr, aber in brenzligen Situationen erwies sich ESVB-Torwart Habnitt als gewohnt zuverlässig. Reichlich Arbeit hatte der Schlußmann vor allem während einer Bokenfohr-Strafzeit (7.), als er gleich fünf Mal in Aktion treten mußte.Dann lag die Mehrzahl der Chancen aber auf Bayreuther Seite. Nachdem zwei Powerplay-Chancen von Schwindl und Bokenfohr vom einheimischen Torwart Hochhäuser vereitelt worden waren (12.), führten zwei energische Aktionen zum Erfolg: Stevens markierte das 2:0, nachdem er die fast schon verlorene Scheibe hinter dem Tor zurück erkämpft hatte, und Pepin setzte sich auf dem Weg zum 3:0 trotz starker Bedrängnis von zwei Verteidigern durch. Asanger vergab einen höheren Vorsprung völlig freistehend (18.), so daß der vermeidbare Gegentreffer kurz vor der ersten Pause doppelt ärgerlich war. Cech hatte sich dabei von einem selbst gewonnenen Bully im Alleingang zum Tor durchsetzen können.
Die kritischste Phase hatte der ESVB in den ersten zehn Minuten des zweiten Abschnitts zu überstehen, als der Spielfluß zeitweise ins Stocken geriet. Zumindest einmal benötigte Torwart Habnitt dabei auch eine Portion Glück, als ein Schuß von Morrison ganz knapp vorbei ging (24.). Die ersten Chancen zum 4:1 hatte dann Bokenfohr, der zunächst an Torwart Hochhäuser scheiterte (28.) und dann einen ins leere Tor hechtenden Verteidiger anschoß (32.). Der wichtige vierte Treffer gelang schließlich H. Bärnreuther, der ein 2:1-Break im Zusammenspiel mit Pepin abschloß. Danach kontrollierten die Gäste wieder sicher das Geschehen, was sich in der zuverlässigen Defensivarbeit ebenso äußerte, wie im clever herausgespielten fünften Treffer.
Mit dem ebenfalls klug vorbereiteten Überzahl-Tor zum 6:1 erstickten die Bayreuther nach der zweiten Pause alle Waldkraiburger Vorsätze für eine Aufholjagd im Keim. Sie leisteten sich zwar noch eine Unaufmerksamkeit beim zweiten Gegentor, als nach einer gerade abgelaufenen Bokenfohr-Strafzeit kurz die Ordnung fehlte, aber Zweifel am Sieg kamen nicht mehr auf. Nachdem Zimmermann mit einem Pfostentreffer Pech gehabt hatte (50.), trug sich auch noch der dritte ESVB-Sturm mit einer gelungenen Überzahl-Kombination in die Torschützenliste ein, ehe Schwindl den Schlußpunkt setzte. Die Bayreuther verdienten sich den Erfolg mit einer disziplinierten Mannschaftsleistung. Sie setzten in allen Blöcken spielerische Akzente, vernachlässigten dabei aber nie die Defensivarbeit.
EHC Waldkraiburg: Hochhäuser (ab 44. Min. Führer) - Kammerloher, Hofmann; Svindl, Maidl - Mead, Hoppe, Hanrieder; Kropf, Ludwig, Kovarik; Cech, Rohrhofer, Czerlinski; Morrison.
ESV Bayreuth: Habnitt - Schederin, Meixner; Zimmermann, Doll; Barnet, Richter - Stevens, Pepin, H. Bärnreuther; Bokenfohr, Filgis, Schwindl; Asanger, Goerlitz, Vire; Ponitz.
SR: Mayr (Kaufbeuren);
Strafminuten: Waldkraiburg 14, Bayreuth 14;
Zuschauer: 500.
Tore: 0:1 (2.) Bokenfohr (Filgis, Doll - 4 gegen 5), 0:2 (15.) Stevens (Pepin, H. Bärnreuther), 0:3 (17.) Pepin (Meixner - 4 gegen 4), 1:3 (20.) Cech (Kovarik, Rohrhofer), 1:4 (33.) H. Bärnreuther (Pepin, Stevens), 1:5 (38.) Pepin (Stevens, Schederin), 1:6 (42.) H. Bärnreuther (Pepin, Stevens - 5 gegen 4), 2:6 (53.) Czerlinski (Svindl, Kammerloher), 2:7 (59.) Asanger (Goerlitz, Vire - 5 gegen 4), 2:8 (60.) Schwindl (Filgis, Bokenfohr).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth