Nordbayrischer Kurier 27.Dezember 1997
Gelungene Werbung für den Schlager

Eishockeyteam des ESV Bayreuth mit 5:2-Erfolg in Dorfen weiter auf Erstliga Aufstiegsrundenkurs
Mit einem Erfolg eröffnete das Eishockeyteam des ESV Bayreuth am gestrigen 2. Feiertag die heiße Schlußphase der 2. Liga Süd mit sechs Punktspielen innerhalb von elf Tagen. Mit einem 5:2 (2:1, 1:1, 2:0) beim ESC Dorfen bleiben die Schützlinge von Trainer Wilbert Duszenko weiter aussichtsreich im Wettstreit um die acht Erstliga-Aufstiegsrundenplätze und rührten obendrein kräftig die Reklametrommel für das Schlagerspiel gegen den Tabellenzweiten EHC Straubing am morgigen Sonntag um 18.30 Uhr im Eisstadion.
Mit einer ansprechenden Gesamtleistung warteten die Oberfranken bereits im ersten Drittel auf. Obwohl Trainer Duszenko nach dem Ausfall von Verteidiger Michael Meixner (dienstlich verhindert) und Bertil Filgis (gesperrt) die Formationen umstellen mußte, kontrollierten die Gäste klar das Geschehen. Einziges Manko war die Chancenverwertung, so daß der knappe 2:1-Zwischenstand zur ersten Pause dem Spielverlauf nicht ganz gerecht wurde. Bokenfohr (2), Stevens sowie Schederin hatten bereits in den ersten fünf Minuten gute Schußmöglichkeiten, doch der erstligaerfahrene Dorfener Torwart Schneege (vorher Amberg) wehrte jeweils ab. Bei einem Überzahlspiel (6./7. Min.) agierten die Franken druckvoll, doch Pepin, Barnet und Ponitz waren ohne Vollstreckerglück. Eine Doll-Strafzeit blieb ohne Folgen, nachdem wenig später auch der einheimische Offensivverteidiger Kantzavelos auf die Strafbank mußte. Die Gäste verstanden den Raum auf dem Eis besser zu nutzen. Nach einem Barnet-Zuspiel ließ Verteidiger Schederin mit einem verdeckten Flachschuß ESC-Keeper Schneege nicht gut aussehen. Mit einem tollen Reflex verhinderte ESVB-Schlußmann Habnitt in der 14. Minute den möglichen Ausgleich, als DAmbrosi einen Anders-Schuß noch abgefälscht hatte. Beim 2:0 (18.) glänzte H. Bärnreuther als kluger Vollstrecker, denn Stevens brauchte die Scheibe nur noch einzuschieben. Sekunden später jagte Pepin die Scheibe an den Pfosten, wobei der Kanadier zwei besser postierte ESVB-Stürmer übersehen hatte. Vermeidbar war allerdings das 1:2-Anschlußtor der Oberbayern sechs Sekunden vor der Drittelsirene, nach einem Stürmermißgeschick im Mitteldrittel.
Beim Ausgleich der Dorfener gleich zu Beginn des zweiten Durchganges machte der seit Wochen formstarke Torhüter Habnitt keine gute Figur: Ein Hofmann-Weitschuß rutschte dem zuverlässigen Routinier durch den Fanghandschuh. Die Gäste ließen sich dadurch aber nicht beirren, arbeiteten solide in der Defensive und verzeichneten weiter gute Gelegenheiten. Bokenfohr (21.) und Schwindl (26.) konnten aber den starken Schneege nicht überwinden, während bei einem Tempogegenstoß (Pepin, H. Bärnreuther) mehr machbar war. Gefahr von den Oberbayern drohte hauptsächlich dann, wenn das kanadische Duo Beveridge-Young am Angriff beteiligt war. Gutes Verständnis zeigte beim ESVB das neu zusammegestellte Duo Bokenfohr-Asanger, das sich in der 30. Minute eine "Hundertprozentige" erarbeitete. Bokenfohr hatte dabei den einheimischen Torwart schon ausgespielt, ehe er aus spitzem Winkel knapp verzog. Beide hatten bei einem feinen Spielzug in der 38. Minute Pech im Abschluß, während H. Bärnreuther kurz vorher an TW Schneege gescheitert war. ESV-Keeper Habnitt seinerseits zeichnete sich bei Schüssen von Young und Anders aus. Nach einer klugen Kombination markierte H. Bärnreuther in der 39. Minute das längst verdiente 3:2, das Pepin mit konstruktivem Zuspiel vorbereitet hatte.
Kritische Phase
Nach einem Foul wegen hohen Stocks erhielt Asanger (40.) zwei plus zwei Strafminuten, so daß der Gast zu Beginn des Schlußdrittels eine kritische Unterzahlsituation zu überstehen hatte. Dabei rettete TW Habnitt mit einem Reflex gegen Kantzavelos (42.), während auf der Gegenseite Stevens und Pepin eine Vorentscheidung verpaßten. Mit einem Doppelschlag nach schönen Spielzügen sorgten danach Bokenfohr (45.) und Pepin (46.) für ein beruhigendes Polster. Dlugos und Young (50.) mühten sich vergeblich, den Rückstand der Oberbayern zu verkürzen. Nach umstrittenen Strafzeiten gegen ESVB-Verteidiger Schederin ließen die geschickt verteidigenden Gäste keine einzige Einschußmöglichkeit der Einheimischen mehr zu. Die Wagnerstädter boten eine geschlossene Mannschaftsleistung, wobei sich TW Habnitt, die Verteidiger Barnet, Zimmermann und Doll sowie Bokenfohr im Sturm die besten Noten verdienten.
Dorfen:Schneege - Anders, Angermeier; W. Meier, Kantzavelos - Linsmayer, Zollner, Viereckel; Vogtmann, DAmbrosi, Beveridge; Dlugos, Hofman, Young.
ESV Bayreuth: Habnitt - Schederin, Barnet; Zimmermann, Doll - Stevens, Pepin, H. Bärnreuther; Bokenfohr, Ponitz, Asanger; Schwindl, Weingran, Vire.
SR: Deibler (Peiting);
Strafminuten: Dorfen 8, Bayreuth 12;
Zuschauer: 350.
Tore: 0:1 (9.) Schederin (Barnet - 4 gegen 4), 0:2 (18.) Stevens (H. Bärnreuther, 1:2 (20.) Beveridge (Kantzavelos), 2:2 (21.) Hofmann (Young, Beveridge), 2:3 (39.) H. Bärnreuther (Pepin), 2:4 (45.) Bokenfohr (Ponitz, Vire), 2:5 (49.) Pepin (Stevens, Doll).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth