Nordbayrischer Kurier 31.Dezember 1997
Nach kapitalem Fehlstart total von der Rolle

Peinliche 3:8-Heimpleite des ESVB-Teams gegen EHC Klostersee
Für einen höchst unbefriedigenden Jahresausklang sorgte gestern Eishockey-Zweitligist ESV Bayreuth, dessen Erstliga-Aufstiegsrundenambitionen durch die 3:8 (0:3, 2:1, 1:4)-Heimniederlage gegen den Ex-Erstligisten EHC Klostersee einen gehörigen Dämpfer erhielten. Während die Gäste um ihre letzte Aufstiegsrunden-Chance kämpften, fanden die Gastgeber nie zu ihrem Spielfluß.
Nach einem kapitalem Fehlstart völlig von der Rolle präsentierte sich der ESVB im ersten Drittel, wobei der 0:3-Zwischenstand nach den ersten 20 Minuten sogar noch schmeichelte. Die Einheimischen fanden keinerlei Einstellung zur Spielweise der flinken Gäste, die allerdings häufig davon profitierten, daß die Schiedsrichter Halten und Klammern überhaupt nicht ahndeten. Die Serie von Eigenfehlern der Wagnerstädter begann ausgerechnet in einer Überzahlsituation. Nach vielversprechenden Schüssen (Schederin) wurde die Absicherung nach hinten total vernachlässigt und die meist schneller auf Offensive umschaltenden Oberbayern markierten bereits in der 4. Minute mit einem Break das 1:0, wobei Torschütze Schuster alleine auf ESVB-Schlußmann Habnitt zusteuern durfte. Nach diesem "Strickmuster" fielen auch die beiden anderen Treffer der Gäste, die immer nach zwingenden Chancen der Einheimischen ihrerseits kaltblütig "zuschlugen". Die mitunter zu weit aufgerückten Verteidiger (Meixner, Zimmermann, Richter) leisteten wichtige Hilfestellung. Das 0:3 ging allerdings klar auf Asangers Kappe. Bei einem Blackout des Schweden Schederin traf Ahammer (14.) nur die Latte.
Durch Umstellungen kam im zweiten Drittel mehr Druck in das lange konfuse Spiel der Oberfranken, die allerdings bei einem Sauter-Pfostenschuß (21.) zunächst Glück hatten. Der unermüdlich rackernde Stevens schaffte nach feiner Einzelleistung für das 1:3 und endlich kam "Feuer" in die Aktionen. Von Stevens herrlich aufgelegt, versiebte der wiederum harmlose Pepin eine hundertprozentige Chance (24.), ehe in Überzahl Ponitz (nach zwölf Sekunden) das 2:3-Anschlußtor glückte. Just in einer Phase, als der Ausgleich in der Luft zu hängen schien, folgte jedoch nach halbherzigen Störaktionen (Zimmermann, Barnet) das 2:4. Beinahe hätte Schuster mit seinem Pfostenschuß (32.) für das frühe Ende aller ESVB-Hoffnungen gesorgt. Auf der anderen Seite hätte Bokenfohr alleine vor der Jugend-Nationaltorhüter Müller (37.) unbedingt einen Treffer landen müssen.
Der Straubing-Kraftakt vom letzten Sonntag hatte offensichtlich Spuren hinterlassen. Das ESVB-Team wirkte im Schlußdrittel körperlich ausgelaugt. Mit harmlosen "Schüßchen" war jedenfalls kein Umschwung zu erzwingen. Besser machten es die Oberbayern, die bei sechs konstruktiv vorgetragenen Angriffen dreimal ins Schwarze trafen. Im ESVB-Team wurden Führungspersönlichkeiten vermißt. Die Kanadier Pepin und Bokenfohr waren davon jedenfalls meilenweit entfernt.
ESV Bayreuth:Habnitt - Schederin, Meixner; Zimmermann, Doll; Barnet, Richter - Stevens, Pepin, H. Bärnreuther; Bokenfohr, Ponitz, Asanger; Schwindl, Weingran, Vire.
EHC Klostersee: Müller - Schnittger, Witting; M. Drechsler, Tomanek; Nickel, Trifonitschev; Köll - Schuster, U. Drechsler, Sauter; Seisenberger. M. Wieser, J. Wieser; Ahammer, F. Eder, T. Eder; Bartkevich.
SR: Klein (Bad Liebenzell);
Zuschauer: 1100;
Strafminuten: Bayreuth 2 plus 10 gegen Meixner; Klostersee 6.
Tore: 0:1 (4.) Schuster (Sauter - 4 gegen 5), 0:2 (13.) J. Wieser (U. Drechsler, Tomanek), 0:3 (18.) T. Eder (F. Eder), 1:3 (22.) Stevens (Pepin); 2:3 (26.) Ponitz (Schwindl - 5 gegen 4), 2:4 (28.) Ahammer (T. Eder, F. Eder), 2:5 (49.) Trifonischev (Schuster), 2:6 (53.) M. Wieser (J. Wieser), 2:7 (55.) Seisenberger (J. Wieser, M. Wieser), 3:7 (58.) Meixner (Stevens), 3:8 (59.) J. Wieser (Seisenberger).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth