Nordbayrischer Kurier 03. Januar 1998
Qualifikation geschafft

ESVB gewann Schlüsselspiel beim Konkurrenten Ravensburg 5:3
Der ESV Bayreuth steht endgültig in der Aufstiegsrunde zur 1. Eishockey-Liga Süd. Mit einem 5:3 (1:1, 0:0, 4:2)-Sieg im Schlüsselspiel beim direkten Konkurrenten EV Ravensburg hat der Neuling gestern abend alle rechnerischen Zweifel an einer Plazierung unter den ersten acht Mannschaft der 2. Liga Süd ausgeräumt.
Heftiger Regen sorgte zu Beginn in dem Freiluftstadion für widrige Bedingungen. Ehe sich die Bayreuther halbwegs darauf eingestellt hatten, wären sie bei einer guten Chance für Loschkin (2.) fast schon in Rückstand geraten. S. Bärnreuther, der im ESVB-Tor den erkrankten Habnitt vertreten mußte, nutzte die Gelegenheit, um sich mit einem Reflex gleich Respekt zu verschaffen. Wenig später waren die Nerven der Gäste endgültig beruhigt, als Pepin die Scheibe aus kurzer Distanz zum Führungstreffer über die Linie bugsierte.Die gewonnene Sicherheit der Bayreuther deutete sich danach bei einer Strafzeit für Bokenfohr (4.) an, als sie in Unterzahl nur einen einzigen ernsthaften Schuß zuließen. Mit einer taktisch disziplinierten Leistung hatten sie auch danach das Geschehen weitgehend unter Kontrolle. Bei den vereinzelten Lücken in der Defensive zeigte sich S. Bärnreuther stets auf dem Posten. Nur beim 1:1 war der Schlußmann nach einer Unaufmerksamkeit seiner Vorderleute machtlos, als der Schuß von A. Valenti abgefälscht wurde. Seine beste Tat im ersten Drittel vollbrachte der Habnitt-Stellvertreter, als er weit vor dem Tor gegen Polak klärte (15.).
Der zweite Abschnitt war ganz von der harten, aber stets fairen Defensivarbeit beider Mannschaften geprägt. Der EV Ravensburg hatte dabei zwar die etwas besseren Chancen, aber S. Bärnreuther entwickelte sich im ESVB-Tor immer mehr zum großen Rückhalt. Er zeichnete sich gegen M. Valenti (28.), Porsch (34.) und zweimal Ageikin (36. und 38.) aus und hatte auch die nötige Portion Glück, als ein Schuß von Loschkin den Pfosten streifte (29.). Die Bayreuther verzeichneten ihre besten Szenen bei Schüssen von Asanger (26.) und zweimal H. Bärnreuther (31. und 40.). Dabei hatte der einheimische Torhüter Matzenmüller aber jeweils freie Sicht, so daß er nicht ernsthaft in Schwierigkeiten geriet.
Die Bayreuther Geduld in der Defensive zahlte sich im letzten Drittel aus. Drei Treffer innerhalb von drei Minuten, wobei allein Pepin zwei weitere Male in turbulenten Situationen vor dem Tor Vollstreckerqualitäten bewies, veränderten die Vorzeichen völlig. Die Ravensburger wurden von dem plötzlichen Zwang zu mehr Offensive offensichtlich derart aus dem Konzept gebracht, daß sich für den ESVB in dieser Phase sogar noch einige weitere klare Chancen ergaben.Durch Strafzeiten geriet die ESVB-Führung aber doch noch einmal ins Wanken. Zunächst traf Häfele bei Überzahl per Schlagschuß zum 2:4, dann ermöglichte eine Unaufmerksamkeit des ersten Bayreuther Blocks eine Ageikin-Break zum 3:4, so daß bei weiteren Strafen für H. Bärnreuther (53.) und Zimmermann (57.) der Ausgleich zu drohen schien. Die zweite Unterzahl nutzte der ESVB aber stattdessen sogar zur Entscheidung, nachdem die Ravensburger ihren Torwart für ein 6:4-Powerplay "geopfert" hatten. Als Stevens auf dem Weg zum leeren Tor durch einen Stockwurf behindert wurde, entschied der Schiedsrichter auf einen "technischen Treffer".
ESVB-Trainer Wilbert Duszenko resümmierte: "Ich bin froh und stolz darauf, wie meine Mannschaft nach dem schlechten Spiel vom Dienstag alle Rückschläge weggesteckt hat. Das gilt von der Nachricht, das Dietmar Habnitt fehlen würde, bis zu den Strafzeiten in der Schlußphase."
ESV Bayreuth: S. Bärnreuther - Meixner, Schederin; Doll, Zimmermann; Barnet, Weilert - Stevens, Pepin, H. Bärnreuther; Ponitz, Bokenfohr, Schwindl; Vire, Asanger, Weingran.
SR: Mayr (Kaufbeuren);
Strafminuten: Ravensburg 4, Bayreuth 10;
Zuschauer: 900
Tore: 0:1 (3.) Pepin (Stevens, H. Bärnreuther), 1:1 (13.) A. Valenti (Turan, Repka), 1:2 (43.) Pepin (Stevens, H. Bärnreuther), 1:3 (45.) Pepin, 1:4 (46.) Asanger (Vire, Barnet), 2:4 (49.) Häfele (Ageikin, Scepko - 4 gegen 3), 3:4 (51.) Ageikin, 3:5 (57.) Stevens (technisches Tor - 4 gegen 6).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth