Nordbayrischer Kurier 30.Januar 1998
Sieg in der Verlängerung

Einsatzfreudiges ESVB-Eishockeyteam bezwang Miesbach mit 4:3
Zumindest für einen Tag verbesserte sich der ESV Bayreuth in der Aufstiegsrunde zur 1. Liga Süd um einen Tabellenplatz. Gegen den Zweitliga-Vizemeister TEV Miesbach brachten die Einheimischen im vorgezogenen Heimspiel mit 4:3 (1:0, 2:1, 0:2, 1:0) nach Verlängerung zwei Punkte unter Dach und Fach.
Abwechslungsreich verlief bereits das erste Drittel, wobei die Wagnerstädter aufgrund zwingender Chancen einen höheren Vorsprung verpaßten. Die erste Chance zur Führung verzeichneten allerdings die Miesbacher, die bei einem Break in Unterzahl gleich in der 2. Minute ESVB-Keeper Habnitt auf die Probe stellten, der zweimal aus kurzer Distanz gegen Kopeck abwehrte. Mit einer kraftvollen Einzelaktion bereitete Verteidiger Schederin das 1:0 für die Gastgeber vor. Sein Schuß wurde zwar von TEV-Torwart Frütel entschäft, doch im Nachschuß traf Pepin (4.). Weniger Glück bei guten Aktionen hatten anschließend H. Bärnreuther (6.) und Kukacka, ehe der ESVB kurz in Bedrängnis geriet. Junioren-Verteidiger Bartos hatte bei einem Daxner-Vorstoß Probleme und Ponitz konnte nur mit einem Foulspiel eine Chance der Gäste vereiteln. In Unterzahl rettete TW Habnitt zunächst gegen TEV-Torjäger Gustafson (11.) und danach gegen den freistehenden, aus Tschechien geholten Strida (12.) in toller Manier. Nach Ablauf der Strafzeit forcierten die in der Defensive konstruktiv agierenden Oberfranken (Schederin, Meixner, Doll) den Angriffsdruck.
Bayreuther Konzentrationsfehler zum Beginn der zweiten Halbzeit hatten Folgen. Nach einem späten Wechsel kam Nieminen ungedeckt zum Schuß und markierte das 1:1. Dadurch war der Spielrhytmus des ESVB empfindlich gestört, doch der Gast konnte aus der Verunsicherung kein Kapital schlagen. Mit Glanztaten vereitelte obendrein Habnitt die Gästeführung, als Schäffler (32.) und Schaly (35.) Maß genommen hatten. Die Fäuste folgen in der 37. Minute, als sich Gustafson und ESVB-Verteidiger Meixner in die Haare geraten waren. Der schwache SR Drews hatte bei der Strafzeitverteilung keine glückliche Hand. Auch Stevens nicht, der im Anschluß nur den Pfosten traf. Dafür gelang durch einen abgefälschten Kukacka-Schuß das 2:1 (39.), ehe die zweite Sturmreihe mit einer schönen Kombination in der 40. Minute den Doppelschlag kurz vor der zweiten Pause perfekt machte.
Turbulent verlief der Schlußabschnitt: Nachdem der Gast mit einem Verlegenheitsschuß Torwart Habnitt überlistet hatte, suchten beide Teams den offenen Schlagabtausch, wobei der Gast in der 47. Minute die Latte anvisierte, während ein Schwindl-Treffer nicht angekannt wurde. Bei einer Strafzeit gegen H. Bärnreuther kassierte der ESVB in der 57. Minute den Ausgleich. In der Verlängerung nutzten die Franken eine Überzahlsituation zum umjubelten 4:3-Siegtor durch Vire.
ESV Bayreuth:Habnitt - Zimmermann, Doll; Schederin, Meixner; Barnet, Bartos - Schwindl, Bokenfohr, Kukacka; Stevens, Pepin, H. Bärnreuther; Vire, Ponitz, Goerlitz; Weingran, Cameron.
TEV Miesbach: Frütel - Kopeck, Riemel; Strida, Repka; Polet, Gustafson, Olenberg; Schaly, Nieminen, Höck; Daxner, Schäffler, F. Schmid; Höpler.
SR: Drews (Regensburg);
Zuschauer: 1120;
Strafminuten: Bayreuth 16, Miesbach 14.
Tore: 1:0 (4.) Pepin (Schederin, H. Bärnreuther), 1:1 (22.) Nieminen (Höck, Schaly), 2:1 (39.) Kukacka (Zimmermann - 5 gegen 4), 3:1 (40.) Stevens (Pepin, H. Bärnreuther), 3:2 (43.) Riemel (Höpler), 3:3 (57.) Polet (Gustafson - 5 gegen 4), 3:3 (57.) Polet (Gustafson), 4:3 (63.) Vire (Pepin).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth