Nordbayrischer Kurier 2.Februar 1998
Taktik früh zerstört

ESVB-Team hatte beim 3:9 in Straubing wenig zu bestellen
Als eine Nummer zu groß erwies sich auch im Rückspiel der Aufstiegsrunde zur 1. Liga Süd der ambitionierte EHC Straubing für das Eishockeyteam des ESV Bayreuth. Nach dem 0:8 auf eigenem Eis gelang den Schützlingen von Trainer Wilbert Duszenko gestern mit 3:9 (0:4, 2:3, 1:2) immerhin ein optisch besseres Resultat. Sie konnten damit in der Tabelle knapp Rang sechs vor dem punktgleichen Ex-Erstligisten ERSC Amberg behaupten.
Auch im nächsten ESVB-Heimspiel am kommenden Freitag um 19.30 ist Schwerstarbeit angesagt, denn der bisherige Erstligist EV Landsberg ist auf Revanche für das 2:3 im Hinspiel aus.
Die Taktik der Bayreuther, mit vier Angriffsblöcken den Elan der Straubinger Angreifer einzudämmen, wurde durch den Doppelschlag der Niederbayern in der 3. und 4. Minute früh zerstört. Die Gastgeber machten von Beginn an mächtig Druck und nutzten Fehler und Nachlässigkeiten der im ersten Drittel zu offen orientierten Oberfranken eiskalt aus. Beim 1:0 schlugen die Einheimischen aus einem Scheibenverlust Kapital, ehe die unkonzentrierten Gäste das 0:2 in Überzahl kassierten. Dabei machte auch Torhüter S. Bärnreuther, der den beruflich verhinderten Habnitt vertrat, keinen guten Eindruck.Nach diesem Blitzstart agierte die Kombinationsmaschinerie der Niederbayern auf Hochtouren. Der überragende Corpse, Hoogsteen und Co. präsentierten sich in blendender Spiellaune. Nach feinen Spielzügen erhöhte Torjäger Hoogsteen in der 10. und 12. Minute auf 4:0. Dabei hatten die Gäste Sekunden vorher ein Powerplay des Ex-Erstligisten (Strafzeit gegen Weingran) abgeblockt. Die Überlegenheit der Straubinger verdeutlicht die Tatsache, daß die Wagnerstädter bis zu diesem Zeitpunkt noch keine einzige zwingende Möglichkeit verzeichnet hatten. Erstmals wurde EHC-Keeper Fellhauer in der 14. Minute bei einem Weingran-Schuß auf die Probe gestellt. Mehr zu tun hatte er in der 19. Minute während einer Strafzeit gegen Verteidiger Eltner. Ein Schederin-Schlagschuß verpaßte knapp das Ziel und auch Kukacka hatte im Nachschuß kein Glück.
Konzentrierter wirkten die nur noch mit drei Blöcken agierenden Gäste im zweiten Abschnitt. Der Gast machte die Räume enger und ging mit Körpereinsatz energisch zur Sache. Und plötzlich bekamen die Gastgeber Probleme. Nach einem unhaltbaren Schuß durch Vire (23.) verkürzte Pepin im Nachschuß (25.) nach einem schönen Spielzug über Stevens und H. Bärnreuther auf 2:4.Der ESVB war wieder im Spiel. Sogar der Anschlußtreffer schien nach 10-Minuten-Strafen gegen die einheimischen McCourt und Hoogsteen (27.) durchaus möglich, ehe bei einer Rangelei hinter dem Gästetor H. Bärnreuther, Meixner und S. Bärnreuther Strafzeiten erhielten. Während der 3:4-Unterzahlsituation leistete das Trio Doll, Schederin und Bokenfohr ausgezeichnete Gegenwehr, doch als EHC-Verteidiger Eltner auf das Eis zurückkehrte, war das 2:5 nicht zu verhindern. Dieser Treffer brachte den Gast aus dem Rhythmus und Straubing zerstörte mit zwei weiteren Einschüssen endgültig alle Zweifel.
Es sprach für die gute Einsatzmoral der Bayreuther, daß sie trotz des klaren Rückstandes im Schlußdrittel nicht die Zügel schleifen ließen und stets um Schadensbegrenzung bemüht waren. Der Lohn war ein schön herausgespieltes Tor zum 3:7 (43.), als Kukacka hinter dem EHC-Gehäuse überlegt für Bokenfohr auflegte. Doch schon eine Minute später folgte der "Dämpfer": Dylla stellte stellte den alten 5-Tore-Abstand wieder her und Rossi de Mio besorgte den Endstand.
Während beim Sieger der kürzlich verpflichtete kanadische Stürmer-Neuzugang Corpse als Dreh- und Angelpunkt in der Offensive glänzte, machte Habnitt-Vertreter S. Bärnreuther im ESVB-Gehäuse seine Sache ordentlich.
EHC Straubing: Fellhauer - Eckert, Schambeck; Rankl, Boman; Eltner, Heubach; Vogl, McCourt - Dylla, Corpse, Knoth; Heitzer, Mäkelä, Setz; Vöst, Meier, Werner; Hoogsteen, Rossi de Mio, Hansch.
ESV Bayreuth:S. Bärnreuther - Zimmermann, Doll; Schederin, Meixner; Barnet, Bartos - Schwindl, Bokenfohr, Kukacka; Stevens, Pepin, H. Bärnreuther; Ponitz, Weingran, Asanger; Vire, Goerlitz, Weilert.
SR: Klauser (Schongau);
Zuschauer: 1500;
Strafminuten: Straubing 22 plus je 10 gegen McCourt und Hoogsteen, Bayreuth 16.
Tore: 1:0 (3.) Meier (Setz), 2:0 (4.) Corpse - 4 gegen 5, 3:0 (10.) Hoogsteen (Corpse, Dylla), 4:0 (12.) Hoogsteen (McCourt, Schambeck), 4:1 (23.) Vire (Weingran), 4:2 (25.) Pepin, 5:2 (31.) Dylla (Vogl - 5 gegen 3), 6:2 (37.) Heubach (Corpse), 7:2 (39.) Corpse, 7:3 (43.) Bokenfohr (Kukacka), 8:3 (44.) Dylla (Corpse), 9:3 (47.) Rossi de Mio.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth