Nordbayrischer Kurier 7.Februar 1998
Quentchen Glück fehlte

ESVB-Eishockeyteam mußte sich Landsbergern mit 1:2 beugen
Seinen Überraschungssieg aus dem Hinspiel konnte der ESV Bayreuth im gestrigen Heimspiel der Aufstiegsrunde zur 1. Liga Süd nicht wiederholen. Zwar lieferten sich Doll und Co. mit dem bisherigen Erstligisten EV Landsberg ein bis zum Schluß packendes Duell, doch in den entscheidenden Situationen fehlte den Wagnerstädtern das notwendige Quentchen Glück. So mußten sich die Gastgeber vor 1200 Anhängern mit 1:2 (0:0, 1:2, 0:0) dem Tabellenzweiten geschlagen geben.
Abwechslungsreich und ausgeglichen verlief bereits das erste Drittel, wobei beide Teams zwingenden Chancen nachtrauerten. Nach verhaltenem Auftakt verzeichneten die Franken in der 6. Minute ihre erste Möglichkeit, doch Kukacka wurde im letzten Moment abgedrängt, ehe im Gegenzug Torhüter Habnitt gegen den überragenden Kanadier DeBenedictis rettete. Nur Sekunden später kam Gästespielmacher Pavlov nach einem Vanik-Solo freistehend zum Schuß. Er verzog aber ebenso wie beim nächsten Angriff Pepin (8.), der aus kurzer Distanz am Landsberger Keeper Böckler scheiterte, der eine Minute später bei einem Weingran-Schuß mit einem Reflex glänzte.Die beste Gelegenheit der Gäste ließ J. Hicks in der 11. Minute ungenutzt verstreichen. Alleine durchgebrochen, nahm er allerdings ungenau Maß, ehe die Gäste bei einem 4:3-Überzahlspiel der Oberfranken unter Druck gerieten. Zwei Schederin-Schlagschüsse verfehlten jedoch knapp das Ziel.
Auch im zweiten Abschnitt war kein Unterschied in spielerischer Hinsicht auszumachen. Die Lechstädter Aktionen wirkten zwar flüssiger, doch im Endeffekt profitierte der Gast bei seinen Treffern von Mißgeschicken der Einheimischen. Bei der "Entwicklung" des 1:0 (22.) konnte der routinierte Kanadier DeBenedictis von einem Sturz von Verteidiger Zimmermann Kapital schlagen, der beim 0:2 in der 36. Minute gar mit einem haarsträubenden Fehlpaß für DeBenedictis auflegte. Dieses Gegentor fiel just in der Drangphase der Duszenko-Schützlinge, die sich davon allerdings nicht aus dem Konzept bringen ließen und 43 Sekunden später mit dem Anschlußtreffer zum 1:2 anworteten. Großen Anteil daran hatte Kukucka mit einem Bilderbuch-Paß auf Verteidiger Doll, der einmal mehr in dieser Saison als Vollstrecker glänzte. Die "Tigers" hatten in diesem Abschnitt zweifellos die besseren Möglichkeiten, doch wiederholt fehlte das nötige Quentchen Glück im Abschluß. So in Überzahl in der 29. Minute bei zwei Schederin-Geschossen und vor allem in der 33. Minute bei einem Stevens Alleingang. Von der Strafbank kommend, nahm der Stürmer das Zuspiel auf, manövrierte Torwart Böckler aus, traf aber dann die Scheibe nicht voll. Schußpech hatte auch H. Bärnreuther bei einer ansprechenden Aktion in der 35. Minute. Daran änderte sich auch im Schlußdrittel nichts. Mehrmals "brannte" es zwar vor dem Tor der Lechstädter, die mit Routinie ihren knappen Vorsprung über die Zeit retteten.
Den Ausgleich hatte Pepin in der 43. Minute auf dem Stock, als er aus bester Schußposition am reaktionsschnellen TW Böcker scheiterte, der in der 49. Minute bei einer Zimmermann-Aktion im Brennpunkt stand, ehe den Gäste in Unterzahl (53.) durch DeBenedictis beinahe das 3:1 geglückt wäre. Das 2:2 lag in der Schlußminute nach einer Strafzeit gegen den starken EVL-Stürmer Vanik förmlich in der Luft, doch Pepin und Ponitz blieb der Treffer zur Verlängerung versagt.
ESV Bayreuth: Habnitt - Zimmermann, Meixner; Schederin, Doll, Barnet, Bartos - Pepin, Stevens, H. Bärnreuther; Bokenfohr, Ponitz, Kukacka; Asanger, Weingran, Vire.
EV Landsberg: Böckler - Säteri, Güttler; Hannemann, Akesson; Billmaier, Fohry - Pavlov, Vanik, H. Hicks; Hess, DeBenedictis, Bellerose; Endres, Beck, Maier.
SR: Lemmen (Grefrath);
Zuschauer: 1009;
Strafminuten: Bayreuth 6, Landsberg 12.
Tore: 0:1 (22.) Hess (DeBenedictis), 0:2 (36.) DeBenedictis, 1:2 (36.) Doll (Kukacka, Ponitz).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth