Nordbayrischer Kurier 14.Februar 1998
Ein kapitaler Fehlstart

Geschwächtes ESVB-Eishockeyteam unterlag Ulm/Neu-Ulm mit 2:7
Nach 14 Sekunden kassierte das Eishockeyteam des ESV Bayreuth das 0:1 und nach dem ersten Drittel lautete der Zwischenstand 0:3. Im vorletzten Heimspiel der Aufstiegsrunde zur 1. Liga Süd mußte der ESVB nach einem kapitalen Fehlstart mit 2:7 (0:3, 1:2, 1:2) gegen den EC Ulm/Neu-Ulm eine weitere Niederlage quittieren und auch für das morgige Gastspiel beim Tabellenführer Deggendorfer EC sind die Aussichten nicht besonders rosig.
Der Grund: Die Personalsituation hat sich dramatisch verschlechtert. So fielen gestern mit Stürmer Horst Bärnreuther (Arm in Gips) und Verteidiger Pär Schederin, der krankheitsbedingt nicht aus Schweden zurückgekehrt war, kurzfristig zwei weitere Leistungsträger aus. Der klare Zwischenstand nach bereits zwei Dritteln war zu befürchten. Fakt ist: Aus Verletzungsgründen oder durch berufliche Verhinderung hatten wir nur neun Spieler im Training. Weingran ist angeschlagen und Schwindl und Goerlitz sind nach längerer Verletzungspause erstmals wieder auf dem Eis. Unter solchen Umständen hat man nur geringe Chancen gegen eine clevere Fast-Profimannschaft aus Ulm", resümierte ein etwas frustrierter ESVB-Trainer Wilbert Duszenko unmittelbar nach der Schlußsirene des zweiten Drittels.
Speziell der Ausfall von Schederin in der Verteidigung wog schwer. Hinzu kam das 0:1 nach dem ersten Bully vor dem ESVB-Gehäuse, als die Einheimischen einen Augenblick unkonzentriert wirkten. Dieser Rückstand verunsicherte die Wagnerstädter derart, daß sie zunächst die Übersicht verloren und beinahe weitere Treffer kassiert hätten. EC-Stürmer Reiser traf nur den Pfosten (2.), während Torwart Habnitt einen Jentzmik-Schuß (6.) in höchster Not mit dem Kopfschutz abwehrte. Erst nach zehn Minuten fanden die Einheimischen ihren Rhythmus und hatten in Überzahl durch den erneut blassen Pepin zwei hundertprozentige Möglichkeiten (9.). Bokenfohr verfehlte nur knapp (11.), ehe er mit einer unglücklichen Aktion das 0:2 einleitete. Auch beim 0:3 hatten die Gäste aus einem Fehlpaß des ESVB Kapital schlagen können.Für Hoffnung im zweiten Drittel sorgte der Kanadier Bokenfohr. Mit einer feinen Einzelaktion tankte er sich geschickt durch und wurde bei seinem Torschuß zum 1:3 clever von Ponitz freigeblockt. Wenige Sekunden später konnte jedoch Goerlitz ein Schwindl-Zuspiel nicht verwerten, ehe in Überzahl Bokenfohr und Meixner jeweils nur um Zentimeter verfehlten. Das zu diesem Zeitpunkt überraschende 1:4, als Pepin und Zimmermann keine glückliche Figur machten, beendete die Drangphase der Oberfranken, die sich in der 32. Minute bei ihrem Torwart Habnitt bedanken konnten, der nach einem Meixner-Fehler gegen den durchgebrochenen Reiser rettete. Die schönste Kombination der Gäste führte in der 36. Minute zum 5:1.Eine Schwindl-Strafzeit in den Schlußsekunden den zweiten Abschnitts wurde im Schlußdrittel durch einen Powerplaytreffer zum 1:6 bestraft.
Mit Kampfgeist waren die Duszenko-Schützlinge um Schadensbegrenzung bemüht. Nach zwei Pepin-Gelegenheiten (49.) verkürzte Kukacka nach Doppelpaß mit Bokenfohr auf 2:6, ehe die Gäste vier Sekunden vor Schluß den alten 5-Tore-Vorsprung wieder herstellten.
ESV Bayreuth: Habnitt - Bartos, Doll; Zimmermann, Meixner; - Bokenfohr, Ponitz, Kukacka; Pepin, Stevens, Vire; Schwindl, Goerlitz, Weingran; Weilert.
EC Ulm/Neu-Ulm: Lonscher - H. Bader, Pyka; Kruger, Wartosch; Krejcir, Majercik - Vacca, Hayse, Davis; Auer, Nagy, Reiser; Mayer, Timoschuk, Jentzmik; Cerny.
SR: Drews (Regensburg);
Zuschauer: 989;
Strafminuten: Bayreuth 10, Ulm/Neu-Ulm 12.
Tore: 0:1 (1.) Hayse (Davis), 0:2 (11.) Auer (H. Bader - 4 gegen 5), 0:3 (20.) Davis, 1:3 (21.) Bokenfohr (Doll, Ponitz), 1:4 (26..) Nagy (Auer), 1:5 (34.) Hayse (Jentzmik, Davis), 1:6 (41.) Auer (Hayse, Majercik - 5 gegen 4), 2:6 (50.) Kukacka (Bokenfohr), 2:7 (60.) Reiser (Mayer, Majercik).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth