Begeisterte Fans baten zur Ehrenrunde

Erstliga-Heimdebüt des ESVB-Eishockeyteams mit 4:3 Derbysieg über Nachbarn Amberg / Hohes Tempo


Nichts für schwache Nerven war das Debüt des ESV Bayreuth in der 1. Eishockeyliga Süd. Nach phasenweise turbulenter Partie, wobei beide Teams bis zum Schluß ein hohes Tempo gingen, hatten die ESVB-Anhänger unter den 1600 Zuschauern letztlich Grund zum Feiern. Mit einem 4:3 (2:2, 2:1, 0:0) über den Nachbarn ERSC Amberg eröffneten die Wagnerstädter den Derbyreigen mit einem letztlich verdienten Sieg, um den allerdings bis zur Schlußsirene gebangt werden mußte.

Am zweiten Doppelspieltag geben die Schützlinge von Trainer Wilbert Duszenko zunächst beim EV Regensburg ihre Visitenkarte ab, ehe sich am Sonntag um 18.30 Uhr mit dem EV Landsberg eine Mannschaft in Bayreuth vorstellt, die bisher noch ohne Punkt ist.

Nach der Schlußsirenen entlud sich die Spannung in Begeisterung. Die Anhänger honorierten den lobenswerten Kampfgeist aller ESVB-Cracks und baten lautstark zur Ehrenrunde.

70 Sekunden vorher mußten die Gastgeber allerdings noch zittern. Amberg nahm seinen starken Torhüter Quapp zugunsten eines sechsten Stürmers vom Eis und suchte so seine Chance zum möglichen Ausgleich. Die Bayreuther behielten jedoch klaren Kopf, agierten clever und ließen keine zwingende Einschußmöglichkeit der Oberpfälzer zu. Das neuformierte Team hat offensichtlich dazugelernt, denn im Vorjahr sind einige solcher Partien noch verloren worden.

»Amberg hat uns bis zum Schluß alles abverlangt« analysierte ESVB-Trainer Duszenko, der sich in diesem Augenblick womöglich an die Situation zwei Minuten vor Schluß erinnerte. Mit einem verdeckten Schuß hatte ERSC-Verteidiger Kunce versucht Habnitt zu überlisten, doch der Keeper rettete mit einer entschlossenen Fußabwehr.

»Aufgrund des Schlußdrittels geht Bayreuths Sieg in Ordnung« räumte Gästecoach Richard Neubauer ein, der die Schlüsselszenen im zweiten Drittel sah. »Wir lagen mit 3:2 in Front und versäumten in dieser Phase eine Vorentscheidung zu unseren Gunsten.

Diese Hoffnung der Oberpfälzer machten die Einheimischen in der 30. Minute zunichte, als der nach vorn gepreschte Verteidiger Fredmark eine Musterkombination zum 3:3 abschloß. Ausgangspunkt war der Finne Toivola, dessen Paßspiel wiederholt positiv auffiel, und der Bokenfohr herrlich in Szenen gesetzt hatte. Ausgerechnet eine Unsicherheit von Ambergs Torhüter Quapp bescherte in der 36. Minute die Führung der Einheimischen. Der Schlußmann hatte einen Sevcik-Schuß nur kurz abgewehrt und der schnell reagierende Rudberg bugsierte die Scheibe hinter die Linie.

Erstaunlich besonnen agierte der ESVB im Schlußabschnitt. »Wer hart arbeitet hat auch manchmal etwas Glück« sah es Duszenko. Das hatte seine Truppe zweifellos bei einem Pfostenschuß von Gästestürmer Roland, doch dann glückte dem Gast bis zur 58. Minute keine zwingende Aktion mehr. Dies war zweifellos ein Verdienst der aufopferungsvoll arbeitenden Defensive, die im ersten Drittel noch nicht geklappt hatte. Denn bei den ersten beiden Treffern der Oberpfälzer herrschte mitunter Konfusion vor dem Tor von Keeper Habnitt, der sich wie in der Vorbereitung in Galaform präsentierte. Kurz vor der ersten Pausensirenen machte er in toller Manier drei hundertprozentige Möglichkeiten durch Westerkamp (16. und 17.) sowie von Switzer (20.) der alleine durchgebrochen war zunichte.

Die beiden ersten Blöcke harminierten über weite Strecken ordentlich. Lediglich der dritte Block schwamm, wenn die Gäste das Tempo forcierten. Auffallend die Steigerung von Sevcik und Toivola im Vergleich zu Saisonvorbereitung. Zuverlässig agierten auch die ersten beiden Verteidigerpaare.

Statistik:

ESV Bayreuth: Habnitt - Meixner, Laituri; Doll, Fredmark; Zimmermann, Bartos; Weingran - Heubach, Sevcik, Rudberg; Toivola, Bokenfohr, Bärnreuther, Schwindl, Ponitz, Asanger; Trolda

ERSC Amberg: Quapp - Carroll, Martin; Gosselin, Thumm; Kunze, Gräbner - Kock, Morin, Gormann; Switzer, Roland, Westrekamp; Milea, Kinateder, Young


SR: Geier (Buchloe)


Zuschauer: 1600


Strafminuten: Bayreuth 6, Amberg 14


Tore: 1:0 (3.) Sevcik (Laituri - 5 gegen 4), 1:1 (4.) Westerkamp (Roland, Gosselin), 1:2 (11.) Switzer (Roland, Westerkamp), 2:2 (16.) Asanger (Bartos), 2:3 (26.) Kinateder (Melia), 3:3 (30.) Fredmark (Bokenfohr, Toivola), 4:3 (36.) Rudberg (Sevcik, Meixner)

 



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth