ESVB-Team landete Überraschungscoup

Nach Verlängerung 2:1-Sieg in Regensburg / Stürner Jonas Rudberg gelang das "goldene Tor"

Von Dieter Krelle
und Siegfried Zerrenner
Einen Überraschungscoup landete das Eishockeyteam des ESV Bayreuth am dritten Spieltag der 1. Liga Süd. Der Neuling errang mit einer taktischen Glanzvorstellung nach Verlängerung einen 2:1 (0:0, 1:0, 0:1) Überraschungssieg beim EV Regensburg, der zu den Anwärtern für die Bundesliga-Aufstiegsrunde zu zählen ist. Das "goldene Tor" gelang Jonas Rudberg nach 52 Sekunden der Verlängerung. Mit ansprechenden Leistung empfahlen sich die Oberfranken für das morgige Heimspiel gegen den EV Landsberg (Beginn 18.30 Uhr). Die Bayreuther profitierten im ersten Drittel von der mangelhaften Vorbereitung der Regensburger, die nach dem Rohrbruch im Kühlsystem des Eisstadions - wie berichtet - nur zweimal vorher auf dem Eis waren. Die Kombinationsmaschinerie der Oberpfälzer kam jedenfalls nicht so recht auf Touren. Dennoch konnten sich die Einheimischen dreimal im Drittel der Oberfranken festsetzen, doch der wiederum ausgezeichnete ESVB-Torhüter Habnitt erwies sich in kritischen Phasen als wichtiger Rückhalt. In der 3. Minute rettete er gegen Petrash, Samanski und Katelnikoff, ehe er später gegen Ekrt und Cermak (10.) und Curth (17.) auch bei Nachschüssen glänzend reagierte. In zwei Überzahlsituationen der Oberpfälzer ließen die Wagnerstädter mit energischer Gegenwehr keine einzige zwingende Möglichkeit zu. Die Chance zur Gästeführung hatte sich Sevcik nach einem Konter in der 4. Minute geboten. Der Kanadier bekam den Querpaß von Rudberg allerdings nicht unter Kontrolle. In der 16. Minute hatte Bärnreuther mit einem Schuß an den Außenpfosten Pech.
Im zweiten Abschnitt forcierten zunächst beide Teams das Tempo. Trotzdem fanden die Donaustädter nicht zu ihrer spielerischen Linie. In der 24. Minute verzog der kanadische Stürmer Katelnikoff ebenso knapp wie der tschechische Offensivverteidiger Ancicka (25.). Eine Minute später verfrühter Jubel bei den Gästen. Ein Treffer von Rudberg fand keine Anerkennung beim Hauptschiedsrichter, weil das Tor mit dem Schlittschuh erzielt wurde.
Trotzdem hatte diese Situation Signalwirkung bei den Oberfranken, die sich anschließend in der Offensive mehr zutrauten, nachdem die Defensivarbeit bereits bestens funktionierte und die Regensburger kaum mehr zwingende Chancen verzeichneten. Obendrein störten Strafminuten den Rhythmus der Gastgeger empfindlich. In der 32. Minute schien das 1:0 für die Gäste fällig, als der Schwede Rudberg bei einem Alleingang auf TW Helber zusteuerte. Doch der EVR-Keeper rettete. Die verdiente Führung des ESVB gelang dann in der 35. Minute. Nach Vorarbeit von Heubach ließ Sevcik seine Routine aufblitzen und vollstreckte eiskalt. Als sich in der Schlußphase des zweiten Drittels Samanski und Cermak Strafzeiten einhandelten, machten die mitunter spritziger wirkenden, läuferisch starken Franken mit zwei Blöcken mächtig Druck.
Der erhoffte Überzahltreffer gelang aber auch in der Anfangsphase des Schlußdrittels nicht. Pech, daß Fredmark (42.) dabei nur den Pfosten traf und damit eine mögliche Vorentscheidung verpaßt wurde. Eine Konzentrationsschwäche nach einem Bully in der 44. Minute "bescherte" hingegen den Ausgleich durch den schnell schaltenden Samanski. Beide Teams suchten anschließend die Entscheidung und verzeichneten hochkarätige Chancen, wobei EVR-Stürmer Ekert (56.) nur den Pfosten traf.
EV Regensburg:
Helber - LeBel, Schuster; Ancicka, Palenta; Beran, Herdt - Petrash, Samanski, Katelnikoff; Müller, Ekrt, Cermak; Curth, Hruby, Eisenhut.
ESV Bayreuth:
Habnitt - Laituri, Meixner; Doll, Fredmark; Zimmermann, Bartos; Weingran - Heubach, Sevcik, Rudberg; Toivola, Bokenfohr; Bärnreuther; Schwindl, Ponitz, Asanger; Trolda.
SR: Langer (Zweibrücken);
Zuschauer: 2300;
Strafminuten: Regensburg 12, Bayreuth 10.
Tore: 0:1 (35.) Sevcik (Heubach, Meixner), 1:1 (44.) Samanski (Petrash), 1:2 (61.) Rudberg (Doll).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth