Laituri-Hammer traf in der Verlängerung

Kampfstarkes ESVB-Eishockeyteam nach 3:2 gegen Landsberg im Mittelfeld der 1. Liga Süd etabliert


Von Siegfried Zerrenner
Ein Penaltyschießen drohte, doch elf Sekunden vor Ablauf der Verlängerung fiel die Entscheidung: Mit einem Hammer markierte der Skandinavier Timo-Mikael Laituri den verdienten 3:2 (0:0, 1:1, 1:1)-Siegtreffer des kampfstarken ESV Bayreuth über den EV Landsberg. Damit bewiesen die Schützlinge von Trainer Wilbert Duszenko zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen Geduld und Nervenstärke in spielentscheidenden Phasen und etablierten sich mit einer nicht erwarteten 4-Punkte-Bilanz mit insgesamt sieben Zählern im Mittelfeld der 1. Liga Süd.

Am dritten Doppelspieltag warten erneut schwere Aufgaben auf den Neuling, der sich nach seinem Freitagspiel beim Favoriten SC Bietigheim-Bissigen am Sonntag um 18.30 Uhr mit dem im Spitzenfeld plazierten EC Ulm/Neu-Ulm mißt.
Den einzigen Wermutstropfen fand gestern ESVB-Vorsitzender Konrad Böhner. "Das erneut spannende Heimspiel hätte nach der Freitagüberraschung in Regensburg mehr Zuschauer verdient gehabt." Stimmt, knapp 1100 Besucher waren nach dem überraschend guten Start der Wagnerstädter keine große Kulisse, aber in der Verlängerung ein lautstarker Rückhalt.
"Wir sind vielleicht im ersten Drittel zu großzügig mit unseren Chancen umgegangen, doch Landsberg hatte mit Vorderbrüggen einen starken Schlußmann", zeigte sich ESVB-Trainer Duszenko zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, die sich in allen Abschnitten ein Chancenplus erarbeitete, doch im Abschluß mitunter auch Pech hatte.
Das hatte vor allem der im ersten und letzten Drittel stark Regie führende Sevcik genau 188 Sekunden vor Schluß. Sein Schuß krachte an den Innenpfosten und von dort ins Feld zurück. Nicht wenige Zuschauer hatten den Puck bereits hinter der Torlinie gesehen.
Und sechs Sekunden vor Schluß der regulären Spielzeit bot sich dem flinken Rudberg bei einer Einzelaktion die Möglichkeit zum Siegtor. Doch der überragende TW Vorderbrüggen machte mit einem tollen Reflex die Rechnung des Schwedens zunichte, der auch nach 85 Sekunden der Verlängerung "anklopfte". Doch fast im Gegenzug erwies sich ESVB-Keeper Habnitt als Rückhalt, als er einen Hicks-Schuß abwehrte.
"Ich war sauer, weil der Schiedsrichter in der Schlußminute wenig Fingerspitzengefühl bewies und gegen uns eine umstrittene Strafzeit verhängte", monierte Gästetrainer Martin Hinterstocker, der seinem Teams ansonsten die bisher beste Saisonleistung bescheinigte. "Wir sind hier bei den starken Bayreuthern einen wichtigen Schritt weiter gekommen."
Mit der Strafzeit gegen den auffälligen Landsberger Evans blieb der Schiedsrichter allerdings seiner kleinlichen Linie treu. Tatsächlich hätte man auch über die eine oder andere ESVB-Strafzeit diskutieren können. Und: In Unterzahl kassierten die Einheimischen zwei Gegentore, nachdem die Konzentration der Landsberger Asse mitunter für Verwirrung gesorgt hatte.
Ansonsten schien die Abwehr über weite Strecken solide, wobei sich Torhüter Habnitt in fünf kritischen Situationen als Retter auszeichnete und sich damit wiederum die Note eins mit Stern verdiente.
Alle Verteidiger konnten die Erwartungen erfüllen, wobei sich der zweifache Torschütze Laituri natürlich ein Sonderlob verdiente. Auffallend der starke Eindruck von Meixner, der im Vergleich zum Vorjahr stärker spielt.
"Unser Spiel am Freitag in Regensburg hat sicherlich viel Kraft gekostet, doch alle meine drei Blöcke agierten taktisch ausgezeichnet. Ich muß sagen, meine Truppe hat am Wochenende gezeigt war sie kann und ich hoffe, daß wie noch einige Kleinigkeiten verbessern können", blickte ESV-Trainer Duszenko zuversichtlich nach vorne.
In dieser Besetzung ist der EV Landsberg gewiß noch Stolperstein für einige Klubs. Mit Torhüter Vorderbrüggen, Verteidiger-Routinier Schendelev und Verteidiger-Neuzugang Fletcher hatten die Lechstädter starke Leute in der Defensive und im Angriff gaben die Kanadier Baber, Evans und Loftsgard den Ton an.
ESV Bayreuth:
Habnitt - Laituri, Meixner; Fredmark, Doll; Zimmermann, Bartos; Weingran - Heubach, Sevcik, Rudberg; Toi-vola, Bokenfohr, Bärnreuther; Schwindl, Ponitz, Asanger; Trolda.
EV Landsberg:
Vorderbrüggen - Schendelev, Emminger; Fletcher, Fohry; Haschka, Tinkl - Hofmann, Loftsgard, Hicks; Evans,Baber,Klemm; Kraus, Bauer, Maier.
SR: Bettermann (Miesbach);
Zuschauer: 1017;
Strafminuten: Bayreuth 10, Landsberg 12.
Tore: 0:1 (27.) Schendelev (Evans - 5 gegen 4), 1:1 (33.) Bärnreuther (Bokenfohr), 2:1 (42.) Laituri (Rudberg), 2:2 Loftsgard - 5 gegen 4 , 3:2 (65.) Laituri (Rudberg - 5 gegen 4).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth