Viele Glanzpunkte im Schlußdrittel

Engagiertes ESVB-Eishockeyteam demonstrierte beim verdienten 4:1 gegen Ulm/Neu-Ulm Heimstärke


Von Siegfried Zerrenner
Heimstärke demonstrierte das Eishockeyteam des ESV Bayreuth am dritten Doppelspieltag der 1. Liga Süd: Mit geschickter Defensivtaktik ließen am gestrigen Abend die Schützlinge von Trainer Wilbert Duszenko zwei Drittel lang keinen Spielfluß des bisher besser plazierten Tabellennachbarn EC Ulm/Neu-Ulm zu, ehe die Wagnerstädter im Schlußdrittel selbst für spielerische Glanzpunkte sorgten und mit einem verdienten 4:1 (2:1, 0:0, 2:0)-Sieg einen weiteren Dreier auf dem Habenkonto verzeichneten.

Mit bisher zehn Zählern rangiert Neuling ESVB weiter überraschend auf Tabellenrang vier und rührte kräftig die Werbetrommel, wenn sich am Freitag um 19.30 Uhr mit dem Deggendorfer EC (2.) erneut eine Spitzenmannschaft vorstellt.
"Ich hatte nach dem 1:7 am Freitag bei der Bietigheimer Profitruppe echt Sorgen gehabt. Der Sieg war daher wichtig für uns, denn am vierten Doppelspieltag stehen mit dem Heimspiel gegen Deggendorf und dem Derby in Selb erneut schwere Brocken an", äußerte sich ESVB-Trainer Wilbert Duszenko erleichert, während Gästetrainer Jimmi Boni die kämpferische Leistung der Einheimischen neidlos anerkannte: "Sicherlich hat das Heimspiel am Freitag abend gegen die Deggendorfer einige Kraft gekostet, doch das darf einer Profi-Truppe nichts ausmachen. Sie muß immer Leistung bringen. Die Zuschauer und die Verantwortlichen der Vereine werden sicherlich erkannt haben, daß die 1. Liga Süd keine sogenannte Scherzliga, sondern eine starke Spielklasse ist, in der man immer gefordert ist."
Trotzdem schienen die Oberfranken in den Anfangsminuten verunsichert und fanden keinen rechten Spielfluß. Die Folge: Nach einer Unachtsamkeit beim Bully zappelte nach 187 Sekunden der Puck im ESVB-Tornetz. Mit Einsatzfreude "holte" ausgerechnet der dritte Block die Stimmung aus dem Keller und sorgte für Aufwind. Die anderen Blöcke verstanden das Signal. "Ich bin froh darüber, daß wir nach dem Rückstand den Faden nicht verloren haben, daß weiter hart gearbeitet wurde und zwangsläufig kamen wir auch zu Chancen", resümierte ESVB-Coach Duszenko, der auch die Geduld seines Teams herausstellte, die im Schlußdrittel belohnt wurde.
Das Spiel hätte sich auch anders entwickeln können. In kritischen Phasen nach dem 1:1 durch Bärnreuther (10.) erwies sich wiederum Torhüter Habnitt als enorm wichtiger Rückhalt, der bei Schüssen von Davis (12.) und dem Ex-Kaufbeurer Timoschuk (16.) in toller Manier klärte. Wenige Sekunden vor Sevciks 2:1 (17.) hatte der Kanadier nach einem Laituri-Schuß nur den Innenpfosten getroffen.
Obwohl das Spiel bis zum 3:1 stets auf des Messers Schneide stand, verzeichneten die Gastgeber insgesamt die zwingenderen Chancen. Schwindl (18.) und Bärneuther (27.) konnten aber jeweils nach Alleingängen den oft unsicheren Ulmer Ersatztorhüter Rommelspacher nicht überwinden.
Auch von diesen vertanen Möglichkeiten ließen sich die Wagnerstädter nicht aus dem Rhythmus bringen, behielten konsequent ihre defensive Marschroute bei und ließen den Gästetorjägern wie Masek, Timoschuk und Davis nur wenig Spielraum. "Wir haben gezeigt, daß man auch mit stark defensiver Spielweise Tore machen kann", lobte ESVB-Coach das Erfolgsrezept.
In puncto Einsatzbereitschaft gab es beim Sieger keinerlei Abstriche zu machen. Trotzdem auffällig blieb die fehlende Harmonie in der zweiten Angriffsreihe. Bokenfohr, Bärnreuther und Toivola produzierten in erster Linie Einzelaktionen. Zu verbessern gilt ferner das Nachsetzen nach Torschüssen. Als solide erwiesen sich die Verteidigerpaare. Wiederum eine starke Vorstellung bot Meixner und auch das Duo Zimmermann-Bartos wirkte verbessert. Ebenfalls wichtig: Die einheimischen Spieler hatten sich im zweiten Drittel unter Kontrolle, als Hauptschiedsrichter Strobl mehrmals haarsträubende Strafzeiten gegen sie verhängte.
ESV Bayreuth:
Habnitt - Laituri, Meixner; Fredmark, Doll; Zimmermann, Bartos; Weingran - Heubach, Sevcik, Rudberg; Toivola, Bokenfohr, Bärnreuther; Schwindl, Ponitz, Asanger; Trolda.
EC Ulm/Neu-Ulm:
Rommelspacher - Kruger, Völk; Pyka, Leitner; Vogl, Riedelbauch - Davis, Timoschuk, Rau; Jentzmik, Krueckl, Masek; Rohde, Majercik, Kraus; Reiser, Briechle, Mascha.
SR: Strobl (Königsdorf);
Zuschauer: 1100;
Strafminuten: Bayreuth 10, Ulm/Neu-Ulm 10.
Tore: 0:1 (4.) Masek, 1:1 (10.) Bärnreuther (Bokenfohr), 2:1 (17.) Sevcik (Heubach), 3:1 (48.) Bärnreuther (Meixner), 4:1 (57.) Sevcik (Meixner).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth