Torwart Habnitt reklamierte vergeblich

4:5 des ESVB-Teams im kampfbetonten Derby beim Nachbarn Selb / Ponitz und Heubach verletzt


Kampf und Spannung pur erlebten die 2100 Zuschauer beim Oberfrankenderby in der 1. Liga Süd. Nach einer 3:1-Führung nach dem ersten Drittel schien eine Überraschung des Neulings ESV Bayreuth beim ERC Selb im Bereich des Möglichen, doch in den entscheidenden Szenen warfen die gastgebenden Porzellanstädter ihre Routine entscheidend in die Waagschale und schafften im Schlußdrittel nicht unverdient den Umschwung zum 5:4 (1:3, 2:1, 2:0). Beim Siegtor sechs Minuten vor Schluß reklamierte der überragende ESVB-Schlußmann Dietmar Habnitt vergeblich auf Foul hinter seinem Gehäuse und kassierte dafür eine 10-Minuten-Disziplinarstrafe.

Überschattet wurde das ansonsten faire Duell von einer rüden Attacke in der 29. Minute. Selbs Stürmer Grögor setzte ESVB-Angreifer Stefan Ponitz mit einem üblen Ellbogencheck außer Gefecht. Der Pegnitzer zog sich dabei einem doppelten Nasenbeinbruch zu. Ebenfalls im zweiten Drittel mußte ESV-Stürmer Gert Heubach verletzt vom Eis. Nach einem Stockschlag auf die Hand erlitt der Leistungsträger aus dem ersten Block einen Handknochenbruch. ESVB-Trainer Wilbert Duszenko war also nicht zu beneiden, denn er mußte seine Formationen umstellen. Dieser Umstand sowie schwindende Kräfte der aufopferungsvoll kämpfenden Wagnerstädter waren sicherlich ein Grund dafür, daß die Einheimischen im Schlußdrittel Oberwasser bekamen und trotz einer Glanzleistung von Torwart Habnitt den Umschwung schafften.
Am kommenden Freitag um 19.30 Uhr stellt sich mit dem ERC Haßfurt der unterfränkische Rivale im Eisstadion vor.
Personalprobleme hatten die Selber bereits vor Spielbeginn, denn einige Akteure mußten angeschlagen ins Spiel gehen. Seine Punktspielpremiere auf eigenem Eis feierte nach dreiwöchiger Verletzungspause der kanadische Verteidiger Todd Chambers, der der Deckung der Einheimischen Stabilität gab. Erwartungsgemäß machten die Einheimischen sofort Druck und Habnitt konnte sich bereits in der 4. Minute bei einer Lala-Aktion auszeichnen. Der allererste Angriff der Gäste führte zum überraschenden 1:0 als Bokenfohr ERC-Schlußmann Niininen nicht gut aussehen ließ. Eine Strafzeit gegen Toivola hatte in der 11. Minute Folgen für den Gast. 21 Sekunden vor Ablauf der Strafe glückte dem überragenden Lala der Ausgleich, ehe der ESVB die Defensivabteilung der Selber in der 16. Minute im "Tiefschlaf" erwischte. Sevcik nutzte seine Chance und traf zwei Minuten später aus sehr spitzem Winkel sogar zum 3:1.
Eine mögliche Schlüsselszene, die bei den Gastgebern Kräfte freisetzte. Nur 40 Sekunden nach Beginn des zweiten Abschnitts verkürzte der tschechische Ex-Weltmeister Lala auf 2:3, wobei ESVB-Torwart Habnitt der Puck durch die Fanghand rutschte. Selb kam dadurch wieder ins Spiel, während der Gast kurzzeitig seine Linie verlor und Glück hatte, daß Habnitt in der 28. Minute eine Hördler-Chance vereitelte. Aus der zahlenmäßigen Überlegenheit nach der Grögor-Strafzeit konnte der Gast kein entscheidendes Kapital schlagen, weil in dieser Phase auch Rudberg auf die Strafbank mußte. Dramatisch verlief die Schlußphase des zweiten Abschnitts. Habnitt rettete zunächst mit einer Glanztat gegen die durchgebrochenen Lala und Ahne, ehe nach einem Bully der junge Hördler zum Ausgleich vollstreckte. Genau 38 Sekunden vor der zweiten Schlußsirene nutzte der für Heubach in den ersten Block beorderte Asanger eine Unaufmerksamkeit der Einheimischen zum 4:3. Im Schlußdrittel mobilisierten die Gastgeber noch einmal alle Kräfte und drängten die Wagnerstädter in die Defensive. Entscheidenden Anteil am Ausgleich in der 51. Minute hatte Verteidiger Chambers mit einem Bilderbuch-Zuspiel auf Porzig. Beim Selber Siegtor in der 54. Minute erhitzen sich die Gemüter im Bayreuther Lager, die bei der "Entstehung" ein Foulspiel monierten.

ERC Selb:
Niininen - Chambers, Hanft; Porzig, Hauer; Badovcek - König, Mazanec, Lala; Peschek, Ahne, Herrmann; Hördler, Friesen, Grögor.
ESV Bayreuth:
Habnitt - Laituri, Meixner; Fredmark, Doll; Zimmermann, Bartos; Weingran - Heubach, Sevcik, Rudberg; Tiovola, Bokenfohr, Bärnreuther; Schwindl, Ponitz, Asanger; Trolda.
SR: Bendel (Planegg);
Zuschauer: 2079;
Strafminuten: Selb 4 plus 5 plus Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Grögor, Bayreuth 6 plus 10 gegen Habnitt.
Tore: 0:1 (5.) Bokenfohr (Fredmark), 1:1 (11.) Lala (Mazanec - 5 gegen 4, 1:2 (16.) Sevcik (Meixner), 1:3 (18.) Sevcik - 5 gegen 4, 2:3 (21.) Lala (König), 3:3 (37.) Hördler (Friesen), 3:4 (40.) Asanger (Sevcik), 4:4 (51.) Porzig (Chambers), 5:4 (54.) König (Lala).

Trainerstimmen
Wilbert Duszenko
(Bayreuth): "Der Knackpunkt des Spieles war, daß wir die 3:1-Führung nicht länger halten konnten. Außerdem wurde die Niederlage durch Fehlentscheidungen des Schiedsrichters beeinflußt."
Heinz Zerres
(Selb): "Ich glaube die Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen, denn sie erlebten ein nervenaufreibendes Derby. Unser Manko war die mäßige Chancenauswertung."



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth