Hitchcock stand Pate

ESVB-Eishockeyteam verlor in Weiden nach Verlängerung mit 3:4


Krimi-Altmeister Alfred Hitchcock stand Pate im phasenweise turbulenten Nachbarderby der 1. Liga Süd zwischen EV Weiden und ESV Bayreuth. Die Wagnerstädter schienen nach der 3:1-Führung acht Minuten vor Schluß auf der Erfolgsspur, ehe die Oberpfälzer innerhalb von sechs Minuten ausglichen und bei einem Jonak-"Hammer" in der Verlängerung Glück hatten. Mit 3:4 (1:0, 1:1, 1:2) konnten die Gäste zumindest einen Punkt mit nach Hause nehmen, obwohl ein "Dreier" durchaus in Reichweite war.


Nach dem Gastspiel beim Tabellenzweiten Crimmitschau am Freitag, kommt es am Sonntag um 19.30 Uhr zum Duell mit Mitaufsteiger Straubing.
Eine frühe Führung hatte Weidens Trainer Steven Pogar gefordert und beinahe wäre sein Wunsch in Erfüllung gegangen. Bereits nach 15 Sekunden war Hlinka durchgebrochen, doch scheiterte er an Torhüter Habnitt, der in den Anfangsminuten wiederholt im Brennpunkt stand. In der 8. Minute wehrte er aus kurzer Distanz Schüsse von Thomas und dem angeschlagenen Cumming ab, ehe er eine Minute später schon geschlagen schien. Pastika hatte bei einem Solo den Keeper bereits ausgespielt, doch im Fallen verfehlte er das Gehäuse. Sekunden später durfte der ESVB-Anhang nach einem Break jubeln. EVW-Torwart Haider hatte einen Rudberg-Schuß bereits entschärft, doch im Nachschuß vollstreckte Sevcik entschlossen. Als Sekunden später Millen auf die Strafbank mußte, bot sich den Gästen in Überzahl die Chance, die Führung auszubauen. Das Powerplay blieb aber ohne Abschluß.
Die Gäste agierten dennoch überraschend clever, machten zum Teil mit vier Spielern auf der blauen Linie die Räume eng und gestatteten damit kein Durchkommen für die Oberpfälzer, die ihrerseits bei schnellen Kontern der Gäste stets auf der Hut sein mußten. Erst in der Schlußphase des ersten Drittels fanden die Gastgeber wieder zu ihrem Rhythmus, doch Salinger (16.) und Blazyczek verfehlten knapp das ESVB-Tor.
Mit einer Drangphase eröffneten die Oberpfälzer den zweiten Durchgang. Speziell bei einer Strafzeit gegen ESVB-Stürmer Weingran herrschte dicke Luft vor dem Gehäuse von Schlußmann Habnitt, der aber Chancen von Blazyczek und Jonak mit Bravour vereitelte und auch in der 26. Minute war er bei einer zwingenden Thomas-Aktion auf dem Posten. Erst danach konnten sich die Oberfranken etwas aus der "Umklammerung" gefreien. Bärnreuther, Bokenfohr und Toivola prüften in der 27. Minute fast im Sekundentakt den einheimischen Schlußmann Haider.
Beim Ausgleich der Weidener (32.) zeichnete sich Nachwuchsstürmer Robl als geschickter Vorbereiter aus. Die EVW-Anhänger hofften in dieser Situation allerdings vergeblich auf die Wende. Die Duszenko-Schützlinge ergriffen sofort die Initiative, machten Druck und gingen erneut in Führung. Nach einem präzisen Fredmark-Paß kreuzte Bokenfohr alleine vor EVW-Keeper Haider auf und vollstreckte kaltblütig. Der Schock saß tief bei den Gastgebern, die bis zur zweiten Drittelpause froh sein mußten, daß die Wagnerstädter eine Vorentscheidung zu ihren Gunsten verpaßten. Toivola blieb in der 38. Minute im Abschluß jedoch ähnlich harmlos wie Rudberg in der 39. Minute, als er freistehend vor Weidens Keeper aufkreuzte. Mit einem sehenswerten Reflex rettete Haider.
An Spannung und Dramatik nicht zu übertreffen war das Schlußdrittel, in dem die Bayreuther wiederholt die besseren Karten zu haben schienen. In der 47. Minute mußte EVW-Schlußmann nach einem Toivola-Schuß auf den Kopfschutz vom Eis, ehe sich eine Minute später beinahe eine 5:3-Überzahlchance geboten hätte. Doch Tiovola wollte den Stock wechseln und erhielt wegen Spielverzögerung eine Strafzeit. Trotzdem gelang das 3:1 durch einen Fredmark-Weitschuß, bei dem Haider-Vertreter Wilhelm nicht gut ausgesehen hatte. Mit einem Sturmlauf reagierten die Oberpälzer auf diesen Rückstand und wurden durch zwei sehenswerte Treffer belohnt. In der Verlängerung bot sich zunächst Rudberg (62.) die Chance zum Sieg, ehe Jonak nach 176 Sekunden per Weitschuß traf.
EV Weiden:
Haider (47. Wilhelm) - Felsch, Salinger; Duris, Jonak; Gschwill, Stetter; Raß - Cumming, Blazyczek, Hlinka; Millen, Thomas, Müller; Pastika, Hagn, Robl.
ESV Bayreuth:
Habnitt - Laituri, Meixner; Fredmark, Doll; Zimmermann, Bartos - Asanger, Sevcik, Rudberg; Toivola, Bokenfohr, Bärnreuther; Weingran, Ponitz, Schwindl; Trolda.
SR: Strobl (Königsdorf);
Zuschauer: 1826;
Strafminuten: Weiden 8, Bayreuth 10.
Tore: 0:1 (9.) Sevcik (Rudberg, Asanger), 1:1 (32.) Salinger (Robl, Thomas), 1:2 (35.) Bokenfohr (Toivola, Fredmark), 1:3 (52.) Fredmark (Toivola), 2:3 (54.) Thomas (Cumming, Millen), 3:3 (58.) Blazyczek (Gschwill), 4:3 (63.) Jonak (Thomas, Millen).

Trainerstimmen Wilbert Duszenko
(ESVB): "Weiden hat in der Schlußphase alles auf eine Karte gesetzt und wurde dafür belohnt. Wir haben über 50 Minuten lang das Spiel kontrolliert, sind aber in Schönheit gestorben. Bereits nach dem zweiten Drittel hätten wir entscheidend vorne liegen können."
Steven Polgar
(Weiden): "Die Zuschauer erlebten ein interessantes Spiel und sahen einen verdienten Sieg meiner Mannschaft. Ohne den starken Torhüter Habnitt hätte Bayreuth deutlich verloren."



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth