ESVB-Team bot Tabellenzweitem Paroli

Knappe 3:4-Niederlage beim ETC Crimmitschau / Bei Schlußoffensive fehlte das Quentchen Glück


Von Jens Göbel
und Siegfried Zerrenner
Die Überraschung lag in der Luft am elften Spieltag der 1. Eishockey-Liga Süd: Neuling ESV Bayreuth bot bei seinem Gastspiel beim ETC Crimmitschau dem Tabellenzweiten spielerisch Paroli, doch bei der Schlußoffensive fehlte den Bayern das nötige Quentchen Glück. Nachdem Sevcik, Rudberg und Zimmermann in der turbulenten Schlußminute jeweils am überragenden ETC-Keeper Eriksson gescheitert waren, mußten sich die Schützlinge von Trainer Wilbert Duszenko mit 3:4 (1:1, 1:2, 1:1) geschlagen geben.

Trotzdem stimmt die die Gesamtleistung für das morgige Heimspiel gegen den EHC Straubing (Beginn um 18.30 Uhr) zuversichtlich.

Vor der beindruckenden Kulisse von über 5000 Besuchern im Crimmitschauer Sahnpark überraschten die Bayreuther, die auf ihre angeschlagenen Akteure Anton Doll, Stefan Ponitz und Volker Hartmann verzichten mußten, durch ihre offensive, couragiere Spielweise. Die Gäste suchten den Zweikampf und setzten sich im ersten Drittel beachtlich in Szene. Während die Westsachsen optische Vorteile verzeichneten, kamen die Oberfranken zu den zwingenderen Chancen.
Bereits in der 4. Minute "brannte" es vor dem ETC-Tor, als Asanger nach einem Rudberg-Zuspiel den einheimischen Torhüter Eriksson auf die Probe stellte.
Keinesfalls unverdient war die Führung der Gäste in der 10. Minute: Nach einem Bully nutzte der clevere Sevcik die Unordnung in der einheimischen Defensive mit einer Prachtvorlage auf Rudberg, der entschlossen vollstreckte. Mit etwas Glück hätten die Franken aus der offensichtlichen Verunsicherung der Crimmitschauer Kapital schlagen können. Der auffällige Heubach (11.) verfehlte aber knapp, während Bärnreuther bei einem Solo an ETC-Keeper Eriksson scheiterte.
Die Gastgeber fanden zunächst nicht zu ihrem mannschaftlichen Spiel. Nicht ganz von ungefähr resultierte daher der Ausgleich (16.) aus einer Einzelaktion von Torjäger Rohrbach, der die ESVB-Verteidiger Zimmermann und Fredmark umkurvte. Der russische Neuzugang Terekhov fiel erst in der 18. Minute auf, als er auf die Strafbank mußte.
Abwechslungsreicher verlief der zweite Abschnitt, wobei die Nordbayern die ersten Akzente setzten und sich wiederum die Führung erarbeiteten. Als Torschütze zeichnete sich in der 24. Minute Junioren-Verteidiger Bartos aus. Er war am linken Flügel durchgebrochen und kam völlig unbedrängt mit einem Flachschuß zum Abschluß. Zwei Minuten später schien sogar das 3:1 für den Gast möglich. Innerhalb weniger Sekunden rettete aber ETC-Schlußmann Eriksson mit sehenswerten Reflexen gegen Bärnreuther und Terekhov, ehe allmählich die Einheimischen das Heft in die Hand nahmen, den Druck forcierten und dadurch auch Möglichkeiten verbuchten.
In der 28. Minute entschärfte Torwart Habnitt Schüsse von Stastny und Henkel, ehe sich in der 31. Minute hektische Szenen auf dem Eis abspielten. Der Grund: Keeper Habnitt war vom einheimischen Sekera außerhalb seines Torraumes regelrecht umgefahren worden. Nach kurzer Unterbrechung konnte der Torhüterroutinier jedoch das Spiel fortsetzen.

Strafzeiten mit Folgen
Strafzeiten gegen die ESVB-Akteure Rudberg (33.) und Fredmark (34.) blieben im Anschluß nicht ohne Folgen. Zwar überstanden die Schützlinge von Trainer Wilbert Duszenko mit lobenswertem Einsatz 28 Sekunden lang ein ein 3:5-Unterzahlspiel, doch Rudberg war eben auf das Eis zurückgekehrt, als Weiß den Ausgleich für die Sachsen markierte, die weiter "drückten" und dafür mit dem 3:2 belohnt wurden. Paßgeber Steinbock war hinter dem Gästetor zunächst in eine Rangelei verwickelt, ehe die Scheibe fast unbemerkt beim freistehenden Henkel (37.) landete.
Im Schlußdrittel verzeichneten die Gäste über weite Strecken die durchdachteren Aktionen. Das 3:3 in der 42. Minute durch den neben Rudberg auffälligsten ESVB-Stürmer Bärnreuther ging in Ordnung. Er profitierte davon, daß der einheimische Schlußmann einen Schuß von ESVB-Neuzugang Terekhov nur ablenken konnte und vollstreckte in Nachschuß, ehe Weiß nur eine Minute später mit einer Einzelaktion die Sachsen wieder in Führung brachte.
Pech hatte Bärnreuther bei einem Pfostenschuß in der 49. Minute, ehe in der Schlußphase TW Eriksson zum Matchwinner der Gastgeber avancierte. Beinahe sensationell meisterte er Schüsse von Rudberg (56) und Sevcik (57.), als er im Liegen den Puck abfälschte. In den letzten 90 Sekunden nahm Coach Duszenko Torhüter Habnitt zugunsten eines zusätzlichen Stürmers vom Eis. "Bei mehreren Schüssen fehlten leider die berühmten Zentimeter", meinte der Trainer nach der Schlußsirene.
Den Gästen blieb das Verletzungspech treu: Stürmer Heubach erhielt erneut einen Schlag auf die verletzte Hand und Verteidiger Bartos wurde am Kiefer getroffen.

Statistik ETC Crimmitschau:
Eriksson - Winstanley, Krüger; Weiß, Sebek; Hedmann, Maaß; Solf - Sekera, Stastny, Rohrbach; Henkel, Prada, Steinbock; Schulz, Heine, Losch; Schröder.
ESV Bayreuth:
Habnitt - Laituri, Zimmermann; Fredmark, Meixner; Bartos - Asanger, Sevcik, Rudberg; Toivola, Terekhov, Bärnreuther; Heubach, Weingran, Schwindl.
SR: Klauser (Schongau);
Zuschauer: 5000;
Strafminuten: Crimmitschau 12, Bayreuth 16.
Tore: 0:1 (10.) Rudberg (Sevcik, Asanger), 1:1 (16.) Rohrbach, 1:2 (24.) Bartos, 2:2 (34.) Weiß (Sekera, Winstanley - 5 gegen 4, 3:2 (37.) Henkel (Steinbock), 3:3 (42.) Bärnreuther (Terekhov), 4:3 (43.) Weiß.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth