"ESVB-Tore zum richtigen Zeitpunkt"

Taktisch diszipliniertes Eishockeyteam nahm mit 3:0 gegen Straubing Revanche für Auftaktpleite


Von Siegfried Zerrenner
Volksfeststimmung in der Bayreuther Eisarena nach der Schlußsirene. Zusammen mit den auf die Eisfläche gestürmten Fans übten die ESVB-Cracks die "La-ola"-Welle, während Trainer Wilbert Duszenko nach dem 3:0 (0:0, 2:0, 1:0) über den EHC Straubing analysierte: "Wir erzielten die Tore immer zum richtigen Zeitpunkt." Großen Anteil am ersten "zu-Null"-Sieg (Shut-out) in dieser Saison hatte Torhüter-Rüchhalt Dietmar Habnitt, der nach zahlreichen Glanzreaktionen in der 47. Minute einen Penalty entschärfte.

Mit diesem Ergebnis gelang den Oberfranken die angestrebte Revanche für das 2:5 zum Punktspielauftakt bei den Niederbayern. Am kommenden Freitag um 19.30 Uhr treffen "Kapitän" Anton Doll und Co. auf den ebenfalls im Mittelfeld plazierten EV Regensburg.
"Bayreuths Sieg geht in Ordnung. Eine halbe Stunde wurde von beiden Seiten knallhart gekämpft, ehe ein Wechselfehler meiner Mannschaft die Führung der Gastgeber begünstigte", spielte Straubings neuer Trainer Rudolf Sindelar auf die Schlüsselszene in der 31. Minute an. Die Niederbayern wollten offensichtlich wechseln, schlugen den Puck in das Drittel der Einheimischen, die prompt reagierten. Nach einem Zuspiel von Torhüter Habnitt servierte Verteidiger Meixner einen Traumpaß auf den am linken Flügel durchgebrochenen Bärnreuther, der mit einem Flachschuß die Führung besorgte. Damit wurde die einzige Situation genutzt, in der die stark defensiv eingestellten, mitunter auch ruppig agierenden Niederbayern ihre Abwehr "geöffnet" hatten. Das 1:0 zu diesem Zeitpunkt war aufgrund der optischen Vorteile des ESVB-Teams verdient, wenngleich die Straubinger bei gefährlichen Kontern ebenfalls der Führung nahe waren. Derespe (9. und 21.), Guerard (15. und 18.), Johansson (16.) und Meier (28.) hatten ESVB-Keeper Habnitt zu Abwehraktionen gezwungen.
Die Wagnerstädter hatten zunächst einige Probleme mit dem EHC-Riegel, doch kombinierten sie mit Geduld, die letztlich belohnt wurde. Die Führung hatte sich während einer Druckphase ab der 25. Minute bereits abgezeichnet. Neuzugang Terekhov (27.) blieb ohne Vollstreckerglück wie zunächst auch Sevcik und Rudberg (30.). Nach Bärnreuthers 1:0 landete ein Schwindel-Schuß nach einer Einzelaktion am Pfosten (32.), während ein Fredmark-Schuß in Überzahl von Gästetorwart Lonscher abgewehrt wurde.
Praktisch nach einem Doppelpaß mit Rudberg gelang dem wiederum überzeugenden Sevcik sechs Sekunden vor der zweiten Drittelpause das 2:0, ehe die Straubinger mit einem Break den Schlußabschnitt eröffneten. TW Habnitt meisterte einen Alleingang von EHC-Stürmer Meier (42.), ehe der mit seiner besten Saisonvorstellung aufwartende Bärnreuther in der 46. Minute das entscheidende 3:0 glückte. Nach einem Bully-Gewinn von Terekhov und einem Doll-Zuspiel nutzte Bärnreuther die halbherzige Aktion von EHC-Verteidiger Johansson und vollstreckte mit einem knallharten Flachschuß. Das Ergebnis hätte bei einem Fredmark-Pfostenschuß (50.) und drei hundertprozentigen Chancen durch Tiovola und Terekhov (52.) sowie Weingran (60.) leicht noch höher ausfallen können.
"Meine Mannschaft zeigte wie schon am Freitag abend in Crimmitschau eine ansprechende Leistung. Mit allen drei Blöcken war ich zufrieden", verteilte ESVB-Trainer Duszenko ein Gesamtlob. Das Lob gelte auch für den Debütanten Terekhov. "Mit ihm sind wir in der Lage, zwei durchschlagskräftige Blöcke auf das Eis zu schicken. Natürlich fehlt Terekhov noch die Bindung, doch schafft er Freiräume für andere Spieler und davon hat Bärnreuther wesentlich profitiert. Ich bin mir sicher, daß auch Tiovola demnächst trifft. Der Finne macht zwar alles richtig, doch im Abschluß fehlt ihm das notwendige Quentchen Glück."
Das Verletzungspech war aus Sicht von Gästetrainer Sindelar ein Grund für die Niederlage, die ohne ihre angeschlagenen Stars Franz und Preuß angetreten waren. Sindelar: "Doch das alleine will ich aber nicht als Entschuldigung gelten lassen."
Seine Verärgerung über die Niederlage seiner vor Saisonbeginn hoch eingeschätzten Truppe konnte der 1. EHC-Vorsitzende Artur Christmann nicht verbergen. "Nicht einmal eine Penaltychance können wir derzeit nutzen. Wir mußten leider erkennen, daß unsere Kanadier nicht das bringen, was wir uns eigentlich erhofft hatten."

Statistik ESV Bayreuth:
Habnitt - Laituri, Meixner; Fredmark, Doll; Zimmermann, Bartos; Weingran - Asanger, Sevcik, Rudberg; Toivola, Terekhov, Bärnreuther; Weingran, Ponitz, Schwindl; Trolda.
EHC Straubing:
Lonscher - Vöst, Soghomonian; Johansson, Schambeck; Wittl - Knott, Deraspe, Guerard; Meier, Dylla, Heitzer; Leinsle, Sauter, Setz; Herpich.
SR: Trainer (Bad Aibling);
Zuschauer: 1250.
Strafminuten: Bayreuth 14, Straubing 22.
Tore:1:0 (31.) Bärnreuther (Meixner, Habnitt), 2:0 (40.) Sevcik (Asanger, Rudberg), 3:0 (46.) Bärnreuther (Terekhov, Doll).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth