Die Volksseele kochte

ESVB-Team beim 3:5 gegen Regensburg vom "Schiri" benachteiligt


Von Siegfried Zerrenner
Die Volksseele kochte, Gegenstände flogen auf die Eisfläche und "Schieber"-Rufe hallten durch das Eisstadion. Bei der 3:5 (2:2, 0:2, 1:1)-Heimniederlage des ESV Bayreuth gegen den bisherigen Tabellennachbarn der 1. Liga Süd, EV Regensburg, fühlten sich die Einheimischen nicht nur in den Schlüsselszenen des zweiten Abschnitts von Hauptschiedsrichter Strobl verschaukelt. Sogar die Polizei mußte eingreifen, um die Gemüter in beiden Lagern zu beruhigen.

Ausgangspunkt war eine zunächst harmlose Situation in der 23. Minute: ESVB-Verteidiger Doll hatte hinter dem Tor mit den Schlittschuhen die Scheibe eingeklemmt. Der Unparteiische wartete aber mit seinem Abpfiff einfach zu lange. Doll wurde von Gästestürmern bedrängt und gestoßen und plötzlich flogen die Fäuste. Strafzeiten gegen die Bayreuther Doll und Laituri sowie gegen die Gästestürmer LeBel und Katelnikoff waren die Folge. Was die ESVB-Anhänger schier auf die Palme brachte, war die Tatsache, daß der Unparteiische wie auch in Szenen nachher meist das "Verursacherprinzip" ignorierte und Halten der EVR-Akteure grundsätzlich übersah. In der 26. Minute hatte sich ESVB-Neuzugang Terekhov zur Wehr gesetzt, nachdem er vorher attackiert und provoziert worden war. Aber nur der Russe kassierte eine Strafzeit, während ein Stockschlag von Gästetorwart Helber an Rudberg (27.) auch dem ESV-Stürmer eine Strafe einbrachte, Und just in dieser Unterzahlsituation mußten die Oberfranken das vorentscheidende 2:4 hinnehmen.
Dabei hatte das abwechslungsreiche, flotte erste Drittel die rund 1600 Zuschauer begeistert. Regensburgs Trainer Jiri Ehrenberger versuchte den verletzungsbedingten Ausfall von John Samanski damit zu kompensieren, daß er seine Mittelstürmer Katelnikoff und Cermak immer abwechselnd zum Einsatz brachte. Damit gelang es den Donaustädtern, immer Druck auf den ESVB auszuüben. Mit diesem Umstand hatte der dritte Block der Gastgeber sichtliche Probleme. Beim 0:1 verfehlte Verteidiger Zimmermann die Scheibe und der zurückpassende Ekrt bediente den freistehenden Torschützen Cermak. Beim 2:2 in der 17. Minute hatte Torwart Habnitt zwei Schüsse aus kurzer Distanz abgewehrt, ehe LeBel unbedrängt Maß nehmen konnte. Dieses Gegentor fiel just in eine Hoch-Phase der Duszenko-Schützlinge, die nach zwölf Minuten ihren Faden gefunden hatten und mächtig drängten. 82 Sekunden nachdem Toivola (15.) eine Blitzkombination zum Ausgleich abgeschlossen hatte, traf Rudberg (16.) aus spitzem Winkel gar zum 2:1 und Heubach verfehlte Sekunden später nur knapp das mögliche 3:1. Das hatten Rudberg und Sevcik nach 40 Sekunden des zweiten Abschnitts auf dem Stock, ehe ein Regensburger Break zwölf Sekunden später das 2:3 einbrachte. Dabei hatten die einheimischen Verteidiger Doll und Laituri nicht gut ausgesehen.
Fehlendes Vollstreckerglück nach dem 2:4-Rückstand, als Sevcik (2) und Laituri knapp verfehlten und ein inzwischen "warmgeschossener" Gästekeeper Helber verhinderten ein Kippen der Partie. Auch im Schlußdrittel trauerten die Franken überhastet vergebenen Chancen nach.
Im ersten Block verdiente sich lediglich Sevcik eine gute Note. Rudberg konnte sich in den wichtigen Zweikämpfen nicht durchsetzen und der Wechsel von Heubach für Asanger brachte nicht die erhoffte Wirkung. In der zweiten Angriffsreihe erzielte zwar Toivola seine lange ersehnten ersten Saisontore. Zum "Helden" hätte er werden können, hätte er in der 40. Minute aus kurzer Distanz das Anschlußtor erzielt. Beim Gästetreffer zum 2:5 hatte Fredmark mit einem Fehlpaß unfreiwillige Vorarbeit geleistet.
ESV Bayreuth:
Habnitt - Laituri, Doll; Meixner, Fredmark; Zimmermann,, Bartos; Hartmann - Asanger, Sevcik, Rudberg; Toivola, Terekhov, Bärnreuther; Weingran, Ponitz, Heubach; Trolda.
EV Regensburg:
Helber - Schinköthe, Herdt; Ancicka, Palenta; Beran, Schuster - Petrash, Katelnikoff, Eisenhut; Hruby, Cermak, Ekrt; Curth, LeBel, Müller.
SR: Strobl (Königsdorf);
Zuschauer: 1511;
Strafminuten: Bayreuth 14 plus 10 gegen Habnitt, Regensburg 18.
Tore: 0:1 (5.) Cermak (Ekrt), 1:1 (15.) Toivola (Terekhov, Meixner), 2:1 (16.) Rudberg (Sevcik), 2:2 (17.) LeBel (Curth, Cermak), 2:3 (21.) Ekrt (Hruby), 2:4 (28.) Schinköthe (Petrash - 5 gegen 4), 2:4 (45.) Petrash (Katelnikoff - 4 gegen 5), 3:5 (54.) Toivola.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth