Sensation beim Dritten

ESVB-Team landete in Ulm mit 9:5 den höchsten Saisonsieg


Ein sensationelles Abschneiden verzeichnete der ESV Bayreuth am 8. Doppelspieltag der 1. Eishockey-Liga Süd. Zwei Tage nach dem 8:5 gegen den Meisterschaftsfavoriten SC Bietigheim-Bissingen gelang beim Tabellendritten EC Ulm/Neu-Ulm ein 9:5 (4:2, 1:2, 4:1)-Paukenschlag, womit die Duszenko-Schützlinge erstmals in dieser Saison eine optimale 6-Punkte-Ausbeute verzeichneten.

Den einsatzfreudigen Bayreuthern, die auf die angeschlagenen Verteidiger Michael Meixner und Marco Zimmermann sowie auf Stammtorhüter Dietmar Habnitt verzichten mußten, gelang dabei beste Werbung für den Kassenschlager am Freitag um 19.30 Uhr gegen Tabellenzweiten ETC Crimmitschau. 17 Tore in zwei Spielen gegen Teams aus der Spitzengruppe, diese Bilanz kann sich sehen lassen.
Einen spektakulären Auftakt erlebten die 1200 Zuschauer: Noch keine Minute war gespielt, als ESVB-Keeper Wegmann einen Alleingang des Ulmer Meier entschärfte. Im Gegenzug hatte jedoch der einheimische Keeper das Nachsehen. Bokenfohr bewies dabei Übersicht und paßte auf den aufgerückten Hartmann. Mit einem Volleyschuß ließ der Verteidiger TW Anderson schlecht aussehen, der 23 Sekunden später erneut geschlagen war. Mit einem abgefäschten Schuß hatte Bärnreuther zum 2:0 getroffen.
Zwei Tore gab es auch in der 3. Minute zu registrieren. Zunächst nutzten die Einheimischen eine Unaufmerksamkeit im dritten Block der Gäste zum Anschlußtreffer. Unmittelbar nach dem Anstoß-Bully überraschte Sevcik den EC-Keeper zum 3:1. Nach 167 Sekunden waren bereits vier Treffer gefallen. Und es blieb abwechslungsreich: Nach einer Bankstrafe (Wechselfehler) wurde das ESVB-Team zeitweise regelrecht eingeschnürt. Im dritten Schußversuch markierte der ehemalige russische Nationalverteidiger Zhukov das 2:3.
Anschließend verstanden es die Oberfranken allerdings besser, den Kombinationsfluß der Einheimischen zu unterbinden. In kritschen Situationen zeichnete sich wiederholt Habnitt-Vertreter Wegmann im ESVB-Gehäuse aus. Die nahezu optimale Chancenverwertung der Gäste im ersten Drittel komplettierte Heubach mit dem Treffer zum 4:2 in der 17. Minute. Ausgangspunkt der sehenswerten Kombination war Sevcik. Er paßte auf Rudberg, der vor seinem Zuspiel auf Heubach geschickt verzögert hatte. Beinahe hätte es auch in Unterzahl für den ESVB geklappt. Bei einer Strafzeit gegen Schwindl (18.) gelang ein Konter, doch Sevcik scheiterte knapp am EC-Keeper.
Im zweiten Drittel konnten sich die Schwaben besser als vorher in Szene setzen. Das lag auch daran, daß der Gast seinem Gegner mehr Raum ließ und nicht mehr so konsequent mit dem Körper abblockte. Nicht gut sah der ESVB in der 23. Minute aus, als Ex-DEL-Stürmer Timoschhuk einen Alleingang startete, den Gast regelrecht überlief und TW Wegmann keine Chance ließ. Nicht zum Abschluß kamen die Oberfranken während einer Überzahlsituation in der 25. und 26. Minute. Danach wechselte das Geschehen, wobei Zhukov (27./Ulm) und Bokenfohr (28./ESVB) jeweils die Torhüter prüften.
Eine entschlossene Aktion führte in der 30. Minute zum 5:3 für die Franken. Nachdem sich Rudberg durchgetankt hatte, konnte er zunächst von EC-Torwart Anderson gestoppt werde, ehe Ponitz im Nachsetzen vollstreckte. Eine frühe Weichenstellung für den Gast verpaßte Bärnreuther (32.), der nach einem klugen Toivola-Zuspiel knapp scheiterte. Eine anschließende Druckphase schlossen die Einheimischen mit dem Anschlußtor ab, die in der 37. Minute Glück hatten. Der Puck sprang von Toivolas Schienbeinschoner ins Netz, doch der Schiedsrichter versagte die Anerkennung. Seine Begründung: "Schlittschuhtor".

Bokenfohr traf dreimal Nach hektischen Szenen in den letzten Minuten des zweiten Durchgangs agierte der Gast im Schlußdrittel taktisch diszipliniert und in den Zweikämpfen engagiert. Lautstark unterstützt von ESVB-Schlachtenbummlern klappte auch der zuletzt kritisierte Abschluß. Mit drei Treffern meldete sich der Kanadier Bokenfohr nach zweiwöchiger Pause eindrucksvoll zurück. Nach langer Verletzungsunterbrechung machte auch Verteidiger Hartmann seine Sache beim ersten Saisondoppeleinsatz ordentlich.
EC Ulm/Neu-Ulm:
Anderson - Völk, Kruger; Zhukov, Leitner; Vogl, Bader; Pyka - Krueckl, Reiser, Briechle; Mayer, Timoschuk, Davis; Masek, Rau, Kraus; Mascha.
ESV Bayreuth:
Wegmann - Laituri, Fredmark; Hartmann, Doll; Bartos - Heubach, Sevcik, Rudberg; Toivola, Bokenfohr, Bärnreuther; Schwindl, Hartfuß, Ponitz; Asanger, Weingran.
SR: Völk (Schongau);
Zuschauer: 1200;
Strafminuten: Ulm/Neu-Ulm 8, Bayreuth 10.
Tore: 0:1 (2.) Hartmann (Bokenfohr, Bärnreuther), 0:2 (2.) Bärnreuther. 1:2 (3.) Mascha (Briechle), 1:3 (3.) Sevcik (Rudberg), 2:3 (6.) Zhukov (Kruger, Masek - 5 gegen 4), 2:4 (17.) Heubach (Rudberg, Sevcik), 3:4 (23.) Timoschuk (Alleingang), 3:5 (30.) Ponitz (Rudberg, Hartmann), 4:5 (33.) Masek (Davis), 4:6 (47.) Bokenfohr (Bärnreuther), 5:6 (48.) Bader (Davis, Timoschuk), 5:7 (57.) Bokenfohr (Toivola, Doll - 5 gegen 4), 5:8 (55.) Rudberg (Hartfuß), 5:9 (56.) Bokenfohr (Bärnreuther).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth