Schwächen im Angriff

ESVB-Eishockeyteam verlor beim Nachbarn Amberg mit 2:3


Die zweite "Null-Diät" in dieser Eishockeysaison verzeichnete Aufsteiger ESV Bayreuth am neunten Doppelspieltag der 1. Liga Süd. Zwei Tage nach dem 1:6 gegen den ETC Crimmitschau mußten sich die Wagnerstädter beim Nachbarn ERSC Amberg mit 2:3 (0:1, 0:2, 2:0) geschlagen geben. Der Anschlußtreffer des ESVB, der im Angriff zwei Drittel lang ohne Durchschlagskraft blieb, in der vorletzten Minute kam zu spät.

Auf Rang neun zurückgefallen steht der Neuling vor einer schweren Woche. Nach dem morgigen Gastspiel beim gestürzten Tabellenführer Deggendorf folgen Derbys gegen Weiden (Freitag) und beim wiedererstarkten ERC Haßfurt (Sonntag).
Mit umgestellten Formationen reagierte ESVB-Trainer Wilbert Duszenko auf das 1:6 am Freitag abend. Er beorderte den Kanadier Bokenfohr als Außenstürmer in den ersten Block, während Hartfuß im zweiten Sturm als Mittelstürmer fungierte. Auch bei den Verteidiger-Pärchen nahm er Umstellungen vor.
Diese Veränderungen bewirkten, daß sich im ersten Drittel die Blöcke beider Teams regelrecht neutralisierten und zwingende Chancen Seltenheitswert besaßen. Mit Forechecking hatten es die Amberger obendrein verstanden, den Spielfluß der Oberfranken zu unterbinden.
Erstmals im Brennpunkt des Geschehens stand ESVB-Keeper Habnitt in der 2. Minute, als ERSC-Stürmer Kock nach einer Unachtsamkeit in der Gästedeckung freistehend zum Schuß kam. Doch Habnitt rettete mit tollem Reflex. Erst in der 9. Minute kam der einheimische Keeper Quapp ins Schwitzen. ESVB-Stürmer Toivola hatte sich mit einer Einzelaktion durchgetankt, doch der Schlußmann parierte. Auf dem Posten war er auch in der 16. Minute bei einem Rückhandschuß Sevciks. Kurze Zeit vorher hatte Verteidiger Hartmann mit erneuten Leistenproblemen passen müssen und schied aus, so daß die Gäste nur noch mit fünf Abwehrspielern agieren konnten.
Die Führung der Oberpfälzer schien in der 17. Minute bei einem Break fällig, doch wiederum reagierte TW Habnitt bei einem Kock-Schuß ausgezeichnet. Auf kuriose Weise kassierte der Gast anschließend den 0:1-Rückstand. Nach einem Bully landete der abgefälschte Puck bei ERSC-Stürmer Bauer und dann im Netz. Vergeblich reklamierten dabei die Gäste auf "Schlittschuhtor". Amberg setzte nach und machte Druck, doch Morin (früher SV Bayreuth) verzog ganz knapp.
Auch im zweiten Abschnitt erzielte der mit vier Ausländern besetzte erste ESVB-Block nicht die von Coach Duszenko erhoffte Wirkung. Die beiden anderen Sturmreihen spielten ebenfalls ideenlos und zeigten in Zweikämpfen oftmals nicht den gewünschten Einsatz. Beinahe sträflich verschenkte Rudberg eine Gelegenheit (22.), als er den am Eis liegenden TW Quapp nicht überwinden konnte. Toivola kam in der 25. Minute freistehend zum Schuß, doch verfehlte er mit seinem Schlagschuß sogar das Gehäuse der Einheimischen, die mit ihren Möglichkeiten nicht so verschwenderisch umgingen. Nach einem abgeblockten Laituri-Vorstoß leitete der DEL-erfahrene Kunce einen Konter ein und Torschütze Gorman ließ sich weder von Laituri noch von Doll stoppen.
Während eine Strafzeit gegen ESVB-Stürmer Rudberg (28.) ohne Folgen blieb, weil in Unterzahl konstruktiv gearbeitet wurde, kassierte der Gast während einer Doll-Verschnaufpause auf der Strafbank das 0:3 (38.). Auffällig war, daß Torschütze Gorman mit einem feinen Solo durch die ESVB-Reihen "spazieren" konnte, ohne attackiert zu werden.
Unübersehbar war zwar das Bemühen der Gäste im Schlußdrittel, doch letztlich reichte es nicht mehr zum Umschwung. Drei Minuten nach dem 1:3, das Toivola ausgezeichnet für Hartfuß vorbereitet hatte (44), bot sich Asanger die Chance zum Anschlußtreffer. Nach einigen Strafzeiten kam der Gast erst in der Schlußphase wieder auf. Nach dem 2:3 durch Sevcik nahm der Gästecoach zwar Torwart Habnitt für einen zusätzlichen Stürmer vom Eis, doch Amberg mit den auffälligen Stürmern Gorman, Roland und Morin rettete clever den Vorsprung über die Zeit. Beste Gästeakteure waren Habnitt und Sevcik.
ERSC Amberg:
Quapp - Carroll, Gosselin; Martin, Kunce; Thumm, Pastika; Gräbner - Switzer, Kock, Morin; Bauer, Roland; Gorman; Young, Kinateder, Labonte.
ESV Bayreuth:
Habnitt - Laituri, Doll; Ivanov, Meixner; Hartmann, Bartos - Bokenfohr, Sevcik, Rudberg; Toivola, Hartfuß, Bärnreuther; Asanger, Ponitz, Schwindl; Heubach, Weingran.
SR: Strobl (Königsdorf);
Zuschauer: 1250;
Strafminuten: Amberg 14, Bayreuth 18.
Tore: 1:0 (18.) Bauer (Martin, Kinateder), 2:0 (27.) Gorman (Kunce), 3:0 (38.) Gorman (Martin - 5 gegen 4), 3:1 (44.) Hartfuß (Toivola, Asanger), 3:2 (59.) Sevcik (Bokenfohr, Rudberg).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth