Derby-Niederlage nach Penalty-Krimi

ESVB-Eishockeyteam konnte gegen Weiden 2-Tore-Vorsprung nicht über die Zeit retten und verlor 4:5


Von Siegfried Zerrenner
Mit einem Penalty-Krimi endete das Nachbarderby der 1. Eishockey-Liga Süd zwischen ESV Bayreuth und dem EV Weiden. Mit 5:4 (1:2, 1:2, 2:0) konnten nach dem elften Schützen (Cumming) letztlich die Oberpfälzer jubeln. Wie beim 3:4 im Hinspiel (nach Verlängerung) konnten die Bayreuther einen 2-Tore-Vorsprung nicht nutzen, kassierten nach einer 4:2-Führung im Schlußdrittel zwei Gegentreffer und ließen in der Verlängerung gute Chancen aus.

Mit einer Hiobsbotschaft wurde ESVB-Trainer Wilbert Duszenko wenige Stunden vor Spielbeginn konfrontiert. Stammtorhüter Dietmar Habnitt mußte wegen einer Mandelentzündung das Bett hüten und Verteidiger Michael Meixner fühlte sich beim "Warmmachen" gesundheitlich nicht wohl. Doch er konnte mitwirken und Habnitt-Vertreter Stefan Wegmann hatte im schnellen Derby wiederholt Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Daß ständig das Geschehen wechselte lag allerdings auch an der hohen Fehlerquote beider Teams, wobei die Wagnerstädter in entscheidenden Situationen der beiden ersten Drittel oft wacher wirkten. Glück hatten sie, als EVW-Stürmer Thomas schon nach 37 Sekunden freistehend zum überraschenden Torschuß kam, doch Wegmann rettete.
Nichts zu halten gab es für seinen Gegenüber Haider beim Bayreuther Führungstor, als Bärnreuther einen Toivola-Schuß in die Maschen abfälschte. Nur 28 Sekunden später verhinderte Haider das 2:0, als Sevcik und Rudberg durchgebrochen waren, ehe die mäßige Defenivabstimmung der Einheimischen in der 12. Minute mit dem Ausgleich bestraft wurde. Einen Cumming-Schuß hatte TW Wegmann per Fußabwehr geklärt, doch Thomas setzte nach und legte präzise auf für den freistehenden Millen.
In den Duellen der dritten Blöcke hatten die Gastgeber zunächst Vorteile, obwohl Schwindl (15.) im Abschluß glücklos blieb. In Überzahl gelang Sevcik nach fein herausgespielter Kombination die verdiente Führung der lange aggressiv im Mitteldrittel attackierenden Oberfranken.
Mit einem Geschenk eröffnete Weiden den zweiten Abschnitt: Die EVW-Verteidiger Saliger und Duris waren sich offensichtlich bei ihrer Aktion nicht ganz schlüssig, ESVB-Stürmer Rudberg störte und erhöhte aus kurzer Distanz nach nur 17 Sekunden auf 3:1. Mit spektakulären Paraden warteten anschließend beide Keeper auf. Gästeschlußmann Haider schien bei einem Sevcik-Schuß bereits geschlagen, ehe er mit dem Helm abwehrte (24.) und fast im Gegenzug rettete Wegmann mit zwei Reflexen gegen Hagn rettete und vereitelte in der 29. Minute eine weitere hundertprozentige Chance bei einem Robl-Volleyschuß. Keine Möglichkeit hatte er bei Weidens Anschlußtor nach einem Blazyczek-Alleingang, als unmittelbar vorher auf der Gegenseite ein Sevcik-Schuß abgeblockt worden war.
Im Überzahl stellte der ESVB in der 35. Minute den 2-Tore-Abstand wieder her. Nach einigen Problemen fanden die Franken doch noch ihre Positionen, ehe Bärnreuther nach Vorarbeit von Hartfuß vollstreckte. Weiden ergriff sofort die Initiative und entschied mehr Zweikämpfe zu seinen Gunsten. Cumming (38.) und Jonak (39.) verpaßten aber knapp. 18 Sekunden vor der zweiten Pause hatte Bokenfohr die mögliche Vorentscheidung auf dem Stock. Nach Mustervorlage von Bärnreuther jagte er allerdings die Scheibe überhastet über das Gehäuse.
Abwechslungsreich verlief auch der Schlußabschnitt, wobei zunächst der ESVB das Geschehen zu kontrollieren schien. Die Oberpfälzer bekamen aber nach dem frühen Anschlußtreffer (44.) Aufwind. Im Gegensatz zu den Duszenko-Schützlingen nahmen sie ihre Chancen entschlossener wahr. Der Ausgleich schien in der 51. Minute fällig, doch bei einem Millen-Schuß war das ESVB-Gehäuse verschoben. Weiden machte Druck und wurde schließlich mit dem Ausgleich belohnt. In der Verlängerung boten sich Ivanov, Laituri und vor allem Asanger die Chancen zum Siegtor für den ESVB. Beim Penaltyschießen waren zunächst Sevcik, Hartfuß und Bokenfohr für den ESVB erfolgreich, ehe Cumming im Duell mit Sevcik die Entscheidung für den Gast besorgte.
ESV Bayreuth:
Wegmann - Laituri, Doll; Ivanov, Meixner; Zimmermann, Bartos - Asanger, Sevcik, Rudberg; Toivola, Bokenfohr, Bärnreuther; Heubach, Hartfuß, Schwindl; Ponitz, Weingran.
EV Weiden:
Haider - Duris, Salinger; Gschwill, Jonak; Felsch, Gaus; Raß - Cumming, Thomas, Millen; Müller, Hlinka, Blazyczek; Pastika, Hagn, Robl; Kulzer.
SR: Strobl (Königsdorf);
Zuschauer: 1400;
Strafminuten: Bayreuth 6, Weiden 12.
Tore: 1:0 (5.) Bärnreuther (Toivola), 1:1 (12.) Millen (Cumming, Thomas), 2:1 (16.) Sevcik (Doll, Rudberg - 5 gegen 4), 3:1 (21.) Rudberg, 3:2 (32.) Blazyczek (Müller), 4:2 (35.) Bärnreuther (Hartfuß - 5 gegen 4), 4:3 (44.) Jonak (Millen, Thonmas - 4 gegen 4, 4:4 (56.) Thomas (Jonak - 4 gegen 4).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth