Ausgleich lag in der Luft

ESVB-Sturmlauf vergeblich / 3:4 beim Nachbarn Haßfurt

Die Anstrengungen im Schlußdrittel blieben unbelohnt, der ESV Bayreuth mußte sich der "Mannschaft der Stunde" in der ersten Eishockeylliga Süd geschlagen geben. Obwohl die Wagnerstädter den gastgebenden ERC Haßfurt in den letzten zwölf Minuten regelrecht einschnürten und bei einigen Aktionen der Ausgleich in der Luft lag, kassierten die Schützlinge von Trainer Wilbert Duszenko eine 3:4 (0:1, 3:3,0:0) Derby-Niederlage.

Ein weiteres Derby steht am kommenden Freitag um 19.30Uhr auf dem Programm, wenn der ERSC Amberg seine Visitenkarte im Städtischen Stadion abgibt.
Eine ordentliche Leistung zeigten die Wagnerstädter im ersten Drittel. Immerhin gelang es den Kombinationsfluß der Unterfranken zu unterbinden. Alle drei Blöcke neutralisierten sich, so daß zwingende Chancen Seltenheitswert besaßen.Die erste Möglichkeit bot sich den Gästen, als Hartfuß (3. Min) versuchte den einheimischen Torhüter Kuhnekath mit einem "Bauerntrick" zu überlisten, dabei aber knapp scheiterte. Eine Minute später konnte sich ESVB-Schlußmann Wegmann bei einem Heinisch-Schuß auszeichnen. Er war auch bei einer Kombination der Haßfurter in der 8. Minute Endstation, als sich der Kanadier Fiesel und Koslowski durchgetankt hatten. Keinen guten Eindruck hinterließ die Bayreuther Defensive beim 0:1 in der 11. Minute. Nach einem Verteidiger-Mißverständnis zwischen Doll und Laituri konnte Lindmark auflegen für den schußstarken tschechiscehn Offensivverteidiger Prohazka, der mit einem "Hammer" Wegmann keine Chance ließ.
Der Ausgleich schien bei einer zwingenden Bokenfohr-Aktion in der 16. Minute fällig. Der Kanadier wurde allerdings von Forster auf Kosten einer Strafzeit gefoult, doch im Powerplay verzeichnete der Gast nur einen Laituri-Schuß und hatte Glück, als Wegmann bei einem Heinisch-Break retten konnte. Bei einer nur wenige Sekunden dauernden Überzahlsituation ging nur von einem Rudberg-Schrägschuß (18.) Gefahr aus.
Turbulent verlief der zweite Abschnitt mit Chancen auf beiden Seiten. Typisch die Situation in der 23. Minute: ESVB-Stürmer Sevcik verzog nur ganz knapp, ehe Haßfurt mit einem Konter auf 2:0 erhöhte, wobei Koslowski als konstruktiver Vorbereiter glänzte. Beflügelt von diesem Treffer forcierten die Gastgeber ihren Angriffsdruck und ließen bei Fiesels Tor zum 3:0 ESVB-Verteidiger Laituri und TW Wegmann "alt" aussehen. Weniger Schußglück hatten die Gästestürmer Heubach (26.) und Bärnreuther (27.), ehe Verteidiger Doll nach einer Rettungsaktion auf die Strafbank mußte. Bei einem Break von Sevcik brachte der glänzend bediente Rudberg die Scheibe nicht im Tor unter, ehe den Unterfranken Sekunden später das 4:0 gelang.Es sprach für die Moral der Oberfranken, daß sie nicht aufsteckten und sich gegen das drohende Debakel energisch zur Wehr setzten. Nur Sekunden nach dem Anschlußbully wuchtete Bokenfohr die Scheibe in die Maschen. Zu Bärnreuthers Treffer zum 2:4 zeichnete sich der Kanadier als kluger Vorbereiter aus. Mit einer eindrucksvollen Aktion verlud dabei der ESVB-Flügelstürmer den einheimischen Keeper.
Aus der Verunsicherung der Haßfurter konnten die "Tigers" weiteres Kapital schlagen. Bei einem Schlagschuß hatte Laituri den ERC-Torwart Kuhnekath offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt. Der Puck prallte direkt vor den Stock Rudbergs, der sich nicht lange betteln ließ. Als mit der Sirene ERC-Star Fiesel Gästekeeper Wegmann erneut überwunden hatte, entschied der Unparteiische vorher auf Abseits.
Im Schlußdrittel kamen die Unterfranken nur noch einmal gefährlich vor das ESVB-Tor, während der Gast ab der 47. Minute einen regelrechten Sturmlauf inszenierte und mitunter clever agierte. Im Abschluß fehlte allerdings das nötige Quentchen Glück, das ERC-Keeper Kuhnekath bei Schüssen von Meixner (51.), Sevcik (53.), Zimmermann (56.) und Bokenfohr (59.) hatte. Die besten Noten verdienten sich beim Gast Sevcik, TW Wegmann und auch das Surmtrio Toivola, Bokenfohr, Bärnreuther zeigte aufsteigende Form.
ERC Haßfurt:
Kuhnekath - Maly, Forster; Krause, Prohazka; Grandquist, Nilson - Lindmark, Koslowski, Goodal; Fiesel, Heinisch, Barnowski; Svejda, Heinke, Mix; Stegmann.
ESV Bayreuth:
Wegmann - Ivanov, Meixner; Laituri, Doll; Zimmermann, Bartos - Toivola, Bokenfohr, Bärnreuther; Asanger, Sevcik, Rudberg; Heubach, Hartfuß, Schwindl; Ponitz, Weingran.
SR: Geier (Buchloe)
Zuschauer: 1548
Strafminuten: Haßfurt 6, Bayreuth 6
Tore: 1:0 (11.) Prohazka (lindmark, Heinisch), 2:0 (23.) Goodall (Koslowski), 3:0 (25.) Fiesel (Forster), 4:0 (30.) Maly (Prohazka, Lindmark), 4:1 (31.) Bokenfohr (Meixner, Toivola), 4:2 (35.) Bärnreuther (Bokenfohr), 4:3 (37.) Rudberg (Laituri).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth