Verteidigertore stellten die Weichen

Formverbessertes ESVB-Eishockeyteam gewann im Erstliga-Kellerderby gegen Landsberg mit 4:1


Von Siegfried Zerrenner
Die "Tigers" beißen wieder! Nach acht sieglosen Partien beendete das formverbesserte Eishockeyteam des ESV Bayreuth seine Negativserie und behielt im Keller-Derby der 1. Liga Süd gegen das Schlußlicht EV Landsberg verdient mit 4:1 (1:0, 2:0, 1:1)-Toren die Oberhand. Die Oberfranken können dadurch wieder zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Ein beeindruckendes Debüt im ESV-Trikot feierte dabei der kanadische Stürmer-Neuzugang Ray Coté, der wiederholt als umsichtiger Paßgeber brillierte.

Für die erfolgreiche Weichenstellung sorgten allerdings zwei Verteidiger-Tore. Dem 1:0 durch Meixner in der 7. Minute ließ "Kapitän" Doll mit einem Weitschuß in der 22. Minute das wichtige 2:0 folgen, ehe Rudberg mit dem 3:0 in der 26. Minute für eine frühe Vorentscheidung sorgte.
Die Hereinnahme seines Neuzuganges Coté nahm ESVB-Trainer Wilbert Duszenko offensichtlich zum Anlaß, seine Stürmerreihen umzubauen. An der Seite von Coté kamen Schwindl und Toivola zum Einsatz, während Bärnreuther zum Duo Sevcik und Rudberg rückte. Beide Formationen übten über weite Strecken Druck aus und dürften sich für die nächsten Spiele empfohlen haben. Dafür blieb die dritte Reihe in der Offensive blaß. Das Arbeitspensum wurde dennoch von allen Akteuren erfüllt.
Denn harte Schweiß-Arbeit stand im Mittelpunkt des mitunter nervös geführten Kellerduells, wobei die Wagnerstädter früher zu ihrem Rhythmus fanden. Bereits nach 206 Sekunden verzeichneten sie ihre erste Chance, als Coté mustergültig für den auffälligen Verteidiger Ivanov auflegte, der allerdings aus kurzer Distanz ebenso am reaktionschnellen Gästekeeper Vorderbrüggen scheiterte, wie Sekunden später Verteidiger Laituri mit einem Schlagschuß.
Unmittelbar nach Ablauf einer Strafzeit gegen EVL-Stürmer Maier gelang den Einheimischen die Führung, als Toivola den aufgerückten Verteidiger Meixner bediente. Meixner hätte in Überzahl (9.) auch das 2:0 besorgen können, das auch Ivanov (15.) und Coté auf dem Stock hatten.
In kritischen Phasen des Schlußdrittels erwies sich Torhüter Habnitt als wertvoller Rückhalt. Einen Weitschuß-Hammer des Russen Schendelev (16.) meisterte er ebenso souverän wie einen Schuß des freistehenden Kanadiers Baber. Bei einem Landsberger Powerplay, als Ivanov auf die Strafbank mußte, hatte er allerdings Glück, daß Evans und Loftsgard jeweils knapp verzogen.
Positiv auf die Aktionen der Bayreuther wirkte sich das frühe 2:0 zu Beginn des zweiten Drittels aus. Der überraschende Weitschuß von Doll schien nicht ganz unhaltbar, doch war dem Gästekeeper offensichtlich die Sicht versperrt. Sehenswert war die Vorarbeit von Sevcik und Bärnreuther zu Rudbergs Treffer zum 3:0. Rudberg (28.), Sevcik (29.) und Schwindl (38. - Alleingang) hätten früh auch noch die letzten Zweifel am Sieg zerstreuen können, doch in allen drei Fällen stellte Gästetorwart Vorderbrüggen sein Können unter Beweis.
Neben Vorderbrüggen taten sich bei den Lechstädtern noch der schußstarke Verteidiger Schendelev und der stets torgefährliche Kanadier Evans hervor. Beide stellten in der 26. bzw. 38. Minute ESVB-Torhüter Habnitt auf die Probe, der jeweils per Fußabwehr die Situation bereinigte.
Zu Beginn des Schlußdrittels mußte er sich dennoch geschlagen geben. Die Oberfranken bekamen den Puck nicht aus der Gefahrenzone und Evans (42.) traf mit einem Schuß aus dem Gewühl vor dem ESVB-Gehäuse, das der kanadische Verteidiger Fletcher in der 46. Minute ins Visier nahm. Doch wiederum bewies Habnitt seine Klasse und gab seinen Vorderleuten Sicherheit, die während einer kurzen Druckphase mit Rudbergs Treffer zum 4:1 endgültig für klare Verhältnisse sorgten.
Schwindl konnte zwei weitere Alleingänge nicht verwerten, während Ivanov in der 54. Minute mit einem Pfostenschuß Pech hatte. Bei einer Strafzeit gegen Laituri hatten die Duszenko-Schützlinge keine einzige Chance der Schwaben zulassen, ehe Coté Verteidiger Ivanov herrlich in Szene setzte. In der Schlußminute verfehlte auch der über 60 Minuten fleißig rackernde Sevcik knapp.
Lobenswert war die Einsatzbereitschaft der Wagnerstädter, die die meisten Zweikämpfe zu ihren Gunsten entschieden. Nach langer Verletzungspause feierte Verteidiger Hartmann sein Comeback.
ESV Bayreuth:
Habnitt - Ivanov, Meixner; Laituri, Doll; Zimmermann, Hartmann; Bartos - Toivola, Coté, Schwindl; Rudberg, Sevcik, Bärnreuther; Heubach, Hartfuß, Asanger; Ponitz, Weingran, Trolda.
EV Landsberg:
Vorderbrüggen - Schendelev, Emminger; Lechle, Fletscher; Fohry, Möhle - Haneman, Vologschaninov, Haschka; Baber, Evans, Klemm; Krauß, Loftsgard, Maier.
SR: Brill (Zweibrücken);
Zuschauer: 900;
Strafminuten: Bayreuth 14, Landsberg 14
Tore: 1:0 (7.) Meixner (Toivola - 4 gegen 5), 2:0 (22.) Doll, 3:0 (26.) Rudberg (Sevcik, Bärnreuther). 3:1 (42.) Evans (Klemm, Krauß), 4:1 (47.) Rudberg (Sevcik, Bärnreuther).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth