Schneetreiben störte

ESVB-Eishockeyteam ließ Regensburger bangen / Knappes 2:3


Von Dieter Krelle
und Siegfried Zerrenner
Im ersten Drittel drohte sogar ein Spielabbruch. Heftiges Schneetreiben in der offenen Regensburger Stadionarena führte zu einem verspäteten Beginn der Erstliga-Partie zwischen EV Regensburg und ESV Bayreuth und störte die Aktionen beider Teams mitunter empfindlich. Die Gäste setzten sich ordentlich in Szene und ließen die klar favorisierten Oberpfälzer bis zum Schluß um den 3:2 (1:1, 1:1, 1:0)-Sieg bangen.

Am morgigen Dienstag um 19.30 Uhr versucht der ESVB im vorverlegten Treffen gegen den Tabellenfünften EC Ulm/Neu-Ulm seinen am Wochenende zurückeroberten zehnten Platz zu behaupten.
Einen Auftakt nach Maß verzeichneten die Bayreuther, denn gleich der erste Torschuß führte nach 111 Sekunden zur überraschenden Führung der Gäste. Nach Zuspiel von Sevcik überlistete Verteidiger Doll Regensburgs Torhüter Helber mit einem verdeckten Schuß.
Zwei Tage nach dem Sensationssieg beim damit gestürzten Spitzenreiter SC Bietigheim-Bissingen übernahmen anschließend die Domstädter die Initiative. Die Einheimischen hatten allerdings mit dem Handicap fertig zu werden, nur mit vier Verteidigern auskommen zu müssen. Alexander Herdt hatte sich am Freitagabend einen Zehenbruch zugezogen und mußte passen. 109 Sekunden nach dem 1:0 stand Gästetorwart Habnitt erstmals im Brennpunkt des Geschehens. Er wehrte einen Schuß von EVR-Stürmer Curth ab.
Heftiges Schneetreiben verhinderte aber ein konstruktives Powerplay der Oberpfälzer, als Bärnreuther auf der Strafbank Platz nehmen mußte. Die Gastgeber verbuchten in Überzahl eine einzige zwingende Möglichkeit (6.), doch dabei scheiterte Samanski an ESVB-Keeper Habnitt. Nach 9:52 Min. hatte Schiedsrichter Klauser ein Einsehen mit den Akteuren. Auf schneebedeckter Eisfläche war kein Paßspiel mehr möglich. Er ließ die Eisfläche räumen und schickte die Akteure über 30 Minuten lang in die Kabinen.
Nach dem "Wiederanpfiff" entwickelten die Gastgeber mehr Druck, doch die "Tigers" machten in der Defensive die Räume eng und ließen kaum zwingende Gelegenheiten zu. Die Chance zum Ausgleich bot sich Katelnikoff ausgerechnet bei einem Konter in Unterzahl. Der Kanadier wurde jedoch von Laituri im letzten Augenblick abgeblockt.
Turbulent wurde es in der Schlußminute des ersten Drittels. 32 Sekunden vor der "Sirene" kassierte der Gast wegen "unkorrekten Anspiels" beim Bully eine umstrittene Strafzeit und Rudberg mußte zu Ekert (Regensburg) und Schwindl (ESVB) auf die Strafbank. Nach nur sieben Sekunden gelang den Domstädtern in Überzahl der Ausgleich. Katelnikoff fälschte einen Ancicka-Schuß unhaltbar ab, ehe sich der Torschütze und ESVB-Neuzugang Coté in die Haare gerieten und jeweils zwei plus zwei Strafminuten erhielten.
Auch zu Beginn des zweiten Drittels spielten sich packende Szenen auf dem Eis ab. Bereits nach 30 Sekunden durften erneut die Regensburger jubeln. Curth hatte bei seinem Vorstoß ESVB-Schlußmann Habnitt geschickt versetzt und mit einem Rückhand-Zuspiel elegant für den Tschechen Beran aufgelegt, der aus kurzer Distanz vollstreckte. Zehn Sekunden später schien gar das 3:1 fällig, doch der alleine durchgebrochene Hruby fand in Habnitt seinen Meister. Als Sekunden später Rudberg eine Strafzeit kassierte, agierte der Gast sogar wenige Sekunden in 3:5-Unterzahl. Just als Rudberg auf das Eis zurückkehrte, setzte der Schwede Verteidiger Ivanov in Szene, der eiskalt zum 2:2 verwandelte.
Anschließend lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch, wobei der Gast durch seine offensive Spielweise mehrmals Unzulänglichkeiten der Einheimischen aufdeckte. Hundertprozentige Möglichkeiten gab es jedoch bis zur zweiten Drittelpause auf keiner Seite zu verzeichnen.
Ein frühes Gegentor zu Beginn des Schlußdrittels störte das Konzept der Wagnerstädter empfindlich. Die Einheimischen zogen ein druckvolles Powerplay auf, als Katelnikoff nach 34 Sekunden seinem Ruf als kaltschnäuziger Torjäger einmal gerecht wurde. Auf Vorarbeit von LeBell und Curth markierte er das für die Einheimischen wichtige 3:2. Drei Minuten später hätte Samanski nach einen Toivola-Patzer für die Entscheidung sorgen können, doch Habnitt rettete in höchster Not wie auch in der 53. Minute gegen LeBel. Die Chance zum möglichen Ausgleich bot sich Bärnreuther in der 57. Minute. Doch sein Schuß verfehlte das Ziel.
49 Sekunden vor Schluß nahm Gästetrainer Wilbert Duszenko eine Auszeit und holte seinen Torhüter Habnitt zugunsten eines zusätzlichen Stürmers vom Eis. Die routinierten Oberpfälzer behielten aber die Übersicht und ließen keine gefährliche Aktion vor ihrem Gehäuse mehr zu.
Während beim Sieger Torjäger Katelnikoff und Curth herausragten, verdienten sich beim Gast TW Habnitt und Ivanov die besten Noten.

Statistik EV Regensburg:
Helber - Ancicka, Beran; Schinköthe, Schuster - Eckrt, Samanski, Hruby; LeBel, Katelnikoff, Curth; Müller, Mandous, Eisenhut.
ESV Bayreuth:
Habnitt - Ivanov, Meixner, Laituri, Doll; Zimmermann, Hartmann, Bartos - Toivola, Coté, Schwindl; Rudberg, Sevcik, Bärnreuther; Heubach, Hartfuß, Ponitz; Asanger.
SR: Klauser (Schongau);
Zuschauer: 1400;
Strafminuten: Regensburg 14, Bayreuth 20.
Tore: 0:1 (2.) Doll (Sevcik), 1:1 (20.) Katelnikoff (Ancicka - 4 gegen 3), 2:1 (21.) Beran (Curth), 2:2 (23.) Ivanov (Rudberg), 3:2 (41.) Katelnikoff (LeBel, Curth - 5 gegen 4).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth