Kapitalen Fehlstart mit tollem Einsatz ausgebügelt

ESVB-Team mußte sich Ulm nach Penalty-Krimi mit 4:5 beugen


Von Siegfried Zerrenner
Das Quentchen Glück fehlte im Schlußdrittel: Mit tollem Kampfgeist bügelte der ESV Bayreuth im vorverlegten Heimspiel der 1. Eishockey-Liga Süd einen 0:2-Fehlstart aus, fand zu seinem Spiel und war im letzten Abschnitt mehrmals dem Siegtreffer nahe. Nach spannender Verlängerung mußten sich die Wagnerstädter letztlich im Penalty-Krimi mit 4:5 (1:2, 3:2, 0:0) dem Tabellenvierten EC Ulm/Neu-Ulm geschlagen geben.

Der Auftakt verlief nicht nach den Vorstellungen der Gastgeber, die zunächst in der Defensive ungeordnet schienen und prompt durch einen Doppelschlag in der 3. Minute mit 0:2 in Rückstand gerieten. Zum Glück setzte der überragende Ivanov nach tollem Paß von Coté mit dem Anschlußtreffer nur 43 Sekunden später ein Signal. Doch weitere Schrecksekunden folgten in der 6. Minute: Torhüter Habnitt wurde von Gästestürmer Timoschuk vom hinten übel gerammt und mußte behandelt werden. Nachdem er einen Rhode-Schuß (8.) glänzend entschärft hatte, gab der Keeper jedoch das Zeichen zum Wechsel und Ersatzmann Wegmann mußte zwischen die Pfosten. Timoschuks Attacke blieb übrigens ungeahndet.
Wegmanns Vorderleute verstanden es anschließend, das Geschehen aus dem Verteidigungsdrittel zu verlagern. Nach dürftigem Powerplay (12 und 13. Min.) hatten Coté, der erstmals überzeugende Toivola und Schwindl (jeweils 17.) während einer Drangperiode ebenso den Ausgleich auf dem Stock, wie drei Minuten später erneut Toivola und Laituri, die ohne Vollstreckerglück blieben. Wegmann wurde hingegen nur einmal von Jentzmik (19.) ersthaft auf die Probe gestellt. Unmittelbar nach der Pausensirene entlud sich die angespannte Atmosphäre mit einer Keilerei auf dem Eis, wobei auch Gästetrainer Jimmy Boni eine unrühmliche Rolle spielte.
Abwechslungsreich verlief auch das zweite Drittel. Auf Cotés Zuspiel scheiterte zunächst Schwindl am Gästetorwart (24.), ehe im Gegenzug Gästeverteidiger Kruger nach Doppelpaß mit seinem kanadischen Landsmann Krueckl das leere ESVB-Gehäuse verfehlte. In der 27. Minute wurde den Oberfranken ein eindeutiger Penalty versagt, als Rudberg beim Torschuß von Zhukov von hinten gefoult worden war. Doch in Überzahl konnte endlich gejubelt werden. Nach einem Hammer des russischen Verteiders Ivanov, der seinen Vertrag bis zum Saisonende verlängert hat, reagierte Rudberg am schnellsten und vollstreckte unhaltbar (27.). Doch die Freude währte nur Sekunden. 53 Sekunden nach einer umstrittenen Strafzeit gegen "Energie-Bündel" Meixner ließ Rauh die ESVB-Defensive schlecht aussehen. Doch die Duszenko-Schützlinge blieben am Drücker und konterten mit einem weiteren Überzahltreffer zum 3:3. Nur 31 Sekunden später bot sich Neuzugang Coté die Chance zur Führung. Von Toivola freigespielt knallte er unbehindert die Scheibe überhastet über die Latte. Turbulent verlief auch die 38. Minute. 17 Sekunden nach Ulms schön herausgespieltem 4:3 gelang Rudberg im Nachschuß der erneute Ausgleich.
Im Schlußdrittel waren die Einheimischen dem Siegtor wiederholt nahe. Schwindl (44. und 54.) sowie Ivanov (50.) scheiterten jeweils am starken Göstetorwart Anderson, ehe die Gäste in der Verlängerung Vorteile verzeichneten und durch Kruger (61.) sowie Timoschuk und Rhode (62.) zwingende Chancen ausließen.
Mit vier gehaltetenen Penaltys (Coté, Toivola, Rudberg, Sevcik) avancierte Ulms kanadischer Torwart Anderson letztlich zum Matchwinner seines Teams.
ESV Bayreuth:
Habnitt (ab 9. Wegmann)- Ivanov, Meixner; Laituri, Doll; Zimmermann, Hartmann - Toivola, Coté, Schwindl; Rudberg, Sevcik, Bärnreuther; Heubach, Ponitz, Asanger.
EC Ulm/neu-Ulm:
Anderson - Völk, Bader; Zhukov, Bader; Leitner, Kruger - Davis, Kraus, Jentzmik; Briechle, Timoschuk, Rhode; Masek, Kreckl, Rau.
SR: Deubert (Bad Kissingen);
Zuschauer: 850;
Strafminuten: Bayreuth 18, Ulm/Neu 24.
Tore: 0:1 (3.) Jentzmik (Kruger, Davis), 0:2 (3.) Timoschuk (Briechle, Rhode), 1:2 (4.) Ivanov (Coté, Laituri), 2:2 (27.) Toivola (Ivanov, Sevcik - 5 gegen 4), 2:3 (28.) Rau (Krueckl, Kruger - 5 gegen 4), 3:3 (32.) Rudberg (Ivanov, Meixner - 5 gegen 4), 3:4 (38.) Masek (Rau, Kruger), 4:4 (38.) Rudberg (Zimmermann, Sevcik),



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth