Chancen nachgetrauert

ESVB mußte sich in Selb im Schlußdrittel mit 5:8 geschlagen geben


Bis zur 39. Minute behauptete der ESV Bayreuth im Nachbarderby der 1. Eishockey-Liga Süd beim ERC Selb ein 3:3, doch letztlich gab es nichts zu holen für die "Tigers". Die Selber "Wölfe" rissen im Schlußdrittel die Beute und sorgten mit einem 8:5 (2:3, 2:0, 4:2) noch für klare Verhältnisse während die Gäste ihren Chancen in den ersten Abschnitten nachtrauerten.

Rund 2000 Zuschauer in der Selber Eishalle erlebten ein turbulentes erstes Drittel, wobei die Bayreuther durch offensive Spielweise überraschten und den besseren Start verzeichneten. Am meisten verblüfft waren darüber offensichtlich die Porzellanstädter, die in der Anfangsphase die Übersicht verloren hatten. Dies wurde durch den schnellen Rudberg bestraft, der den Gast nach 78 Sekunden per "Bauerntrick" in Führung brachte.
Als wirkungsvoll erwies sich dabei der Schachzug von ESVB-Trainer Wilbert Duszenko, den von Jaroslav Sevcik geführten Angriffsblock gegen Selbs "Ahne-Reihe" spielen zun lassen. Die Konsequenz: Die schnellen Bayreuther bereiteten den Einheimischen sichtliche Probleme, während Ahne und Co. nicht zur Entfaltung kamen. Rudberg hätte in der 4. Minute nach einem Sevcik-Zuspiel sogar auf 2:0 erhöhen können, doch sein Schuß verfehlte das Ziel. Bei einer Szene vor dem ESVB-Gehäuse handelte sich Torhüter Habnitt eine Strafzeit ein und Selb zog seine gefürchtete Überzahltrumpfkarte. Mazanek schaffte in der 7. Minute den Ausgleich, doch die Gäste setzten sich in den Zweikämpfen weiterhin gut in Szene, obwohl sie kurzfristig auf den erkrankten Verteidiger Meixner verzichten mußten. In der 11. Minute zappelte der Puck zwar erneut in Selbs Tormaschen, doch der Schiedsrichter hatte vorher auf Handpaß und Torraumabseits der Wagnerstädter erkannt, die ihrerseits ihr verbessertes Überzahlspiel unter Beweis stellen konnten. Nach einer Strafzeit gegen den Kanadier Friesen ließ Rudberg (12.) ERC-Torhüter Niininen aus vier Metern schwach aussehen, der in der 14. Minute das 3:1 der Bayreuther nicht verhindern konnte. Selbs Ex-Nationalstürmer Ahne saß auf der Strafbank, als Toivola auflegte für den wiederum auffällig starken Ivanov, der mit einem Schlagschuß fast von der blauen Linie traf. Dafür hatte Bayreuths Defensivabteilung in der 17. Minute nicht aufgepaßt. Hauer konnte nach einem Friesen-Zuspiel unbedrängt Maß nehmen. Der Routinier überlistete Habnitt mit einem Heber und verkürzte auf 2:3.
Die Gangart beider Teams wurde im zweiten Drittel härter, wobei Grögor in der 22. Minute den bereits auf dem Eis liegenden TW Habnitt nicht überwinden konnte, der dann in der 24. Minute mit einem sehenwerten Reflex gegen Ahne rettete. Anschließend hätten die Wagnerstädter für eine Vorentscheidung zu ihren Gunsten sorgen können. Speziell die Sturmreihe um Mittelstürmer Sevcik heizte den Einheimischen ein, die sich bei Schüssen von Sevcik, Schwindl und Rudberg bei ihrem finnischen Torhüter Niininen bedanken durften. Er verhinderte tollen Paraden den möglichen vierten Treffer der Gäste, ehe der Schlußmann die Vorlage zum Ausgleich in der 30. Minute gab. Dabei unterlief ESVB-Stürmer Ponitz ein Schnitzer, der sich von Dimbat die Scheibe abnehmen ließ. Strafzeiten auf beiden Seiten sorgten für Hektik auf dem Eis und auf den Rängen. Dabei konnten die "Tigers" ein 5:3-Powerplay (78 Sekunden) nicht in einen Treffer ummünzen. Besser machten es die Selber, bei denen Hauer mit einem Schlenzer in der 39. Minute das zu diesem Zeitpunkt glückliche 4:3 besorgte. Als die Gastgeber zu Beginn des Schlußdrittels durch Bozek (nach herrlicher Einzelaktion) und Herrmann auf 6:4 erhöhten, war die Vorentscheidung gefallen, zumal 22 Sekunden nach dem 4:6 durch Coté die kombinationssicheren Selber den 3-Tore-Abstand wieder herstellten.
ERC Selb:
Niininen - Hauer, Badovcek; Hanft, Porzig; Drenkhan, Merges - Ahne, Herrmann, Friesen; Grögor, Mazanec, Bozek; König, Dimbat, Hördler.
ESV Bayreuth:
Habnitt - Zimmermann, Ivanov; Laituri, Doll; Weingran, Bartos - Toivola, Coté, Schwindl; Bärnreuther, Sevcik, Rudberg; Heubach, Ponitz, Asanger; Trolda.
SR: Brill (Zweibrücken);
Zuschauer: 2000;
Strafminuten: Selb 12, Bayreuth 8.
Tore: 0:1 (2.) Rudberg (Bärnreuther), 1:1 (7.) Mazanek (Hanft - 5 gegen 4), 1:2 (12.) Rudberg (Toivola - 5 gegen 4, 1:3 (14.) Ivanov (Toivola - 5 gegen 4), 2:3 (17.) Hauer (Friesen), 3:3 (30.) Dimbat (Niininen), 4:3 (39.) Hauer (Dimbat), 5:3 (42.) Bozek (Grögor), 6:3 (46.) Hermann (Ahne), 6:4 (47.) Coté (Laituri), 7:4 (47.) Bozek (Mazanec), 8:4 (60.) Grögor (Bozek), 8:5 (60.) Laituri (Schwindl).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth