0:1-Rückstand nach nur elf Sekunden

ESVB-Eishockeyteam trauerte beim 2:5 gegen Haßfurt Großchancen nach / Torwart Habnitt operiert


Von Siegfried Zerrenner
Ein rekordverdächtiges Weihnachtsgeschenk produzierte das Eishockeyteam des ESV Bayreuth im gutklassigen Erstliga-Heimspiel am ersten Weihnachtsfeiertag. Nach dem Anstoßbully verfehlte Verteidiger Michael Meixner die Scheibe, der sichtlich überraschte Igor Ivanov reagierte recht zögerlich und James Fiesel nahm das Präsent mit dem 1:0 des ERC Haßfurt nach nur elf Sekunden dankend an. Mit 2:5 (0:1, 2:3, 0:1) quittierten die Wagnerstädter vor 1800 Zuschauern letztlich eine Niederlage.

"Meine Truppe wirkte in den ersten Sekunden desorientiert", brachte es ESVB-Trainer Wilbert Duszenko auf den Punkt, während der Gästecoach in dieser Szene sogar den Schlüssel zum Erfolg erkannt haben wollte. "Es war der wichtigste Moment des Spieles, denn die frühe Führung gab uns Sicherheit" analysierte Bedrich Rybak, ehe er ergänzte: "Haßfurt hatte die spielerisch bessere Mannschaft, Bayreuth war kämpferisch stärker."
Die Gastgeber hatten bereits vor dem Spiel einen Schock zu verkraften. Torhüter Dietmar Habnitt hatte sich Stunden vorher einer Notoperation unterziehen müssen. Laut Geschäftsführer Thomas Bednarek wurde dem Stammkeeper ein Abszeß an der Leiste entfernt. Habnitt dürfte damit geraume Zeit nicht zur Verfügung stehen. Verteidiger Marco Zimmermann mußte mit einer schweren Erkältung kurzfristig passen, während Markus Schwindl gesundheitlich angeschlagen ins Spiel ging.
Die "Tigers" benötigten nach dem Schock des frühen Rückstands knapp zehn Minuten, ehe sie ihre Verunsicherung ablegten und zu guten Möglichkeiten kamen. Coté, Ivanov (11.) und später Toivola (16.) verfehlten in Überzahl jeweils nur ganz knapp, während der Haßfurter Koslowski in der 19. Minute mit einem Schuß an den Außenpfosten die Torgefährlichkeit seiner Truppe unter Beweis stellte.
Der zweite Abschnitt ließ Erinnerungen an die Aufholjagd vor einer Woche gegen Deggendorf wach werden. Nach 139 Sekunden markierte Rudberg den Ausgleich. Er hatte nach einem Sevcik-Schuß, der um Haaresbreite das ERC-Gehäuse verfehlt hatte, zusammen mit Heubach blitzschnell reagiert und dabei die Gäste schlecht aussehen lassen. Schwindl (24.), Heubach (26.) sowie in der 27. Minute im 5-Sekunden-Takt Laituri, Weingran und Asanger blieben aber ohne Vollstreckerglück und scheiterten zum Teil am reaktionsschnellen Gästetorwart Kuhnekath.
Der nächste Tiefschlag: Eine Strafzeit gegen ESVB-Verteidiger Bartos war in der 30. Minute bis auf fünf Sekunden abgelaufen, ehe Heinisch eine unübersichtliche Situation zum glücklichen 2:1 für die Unterfranken nutzte, die ihrerseits 78 Sekunden später einen Überzahltreffer der Einheimischen (Sevcik) zulassen mußten.

Gäste einfach cleverer Danach erwies sich die Cleverneß als Trumpfkarte der Gäste, die Verschnaufpausen der Oberfranken eiskalt mit zwei Treffern und der spielentscheidenden 2-Tore-Führung bestraften. Beim 3:2 hatte Goodall mit einer Einzelleistung die Defensivabteilung einschließlich Torhüter Wegmann düpiert und beim 4:2 profitierte Heinisch von einer halbherzigen Ivanov-Abwehraktion. "Obwohl wir auch im Schlußdrittel durch Heubach und Asanger zwei Großchancen verzeichnet hatten, ist im zweiten Drittel der Knackpunkt des Spieles zu finden", befand Bayreuths Trainer Duszenko, der mit der Defensivarbeit seines ersten Blockes (drei Gegentreffer) nicht zufrieden gewesen sein dürfte. Nur Ivanov hob sich in positiver Hinsicht etwas ab. Toivola blieb wiederum ohne Mut zum Abschluß, während Bärnreuther, der in der 38. Minute einen "Hochkaräter" freistehend nicht versenken konnte, und Coté phasenweise total abgetaucht waren. In dieser Verfassung ist Coté kein Aktivposten für den ESVB, der eine Verlängerung des am 31. Dezember ablaufenden Vertrages mit dem Kanadier überdenken sollte. Er stand jedenfalls klar im Schatten von Sevcik, der sich im zweiten Block zusammen mit Verteidiger Doll die besten Fleißnoten verdiente. Der dritte ESVB-Block bot der personell stärker besetzten Haßfurter Formation jederzeit Paroli und verzeichnete dabei ein klares Chancenplus. Auffälligster Gästeakteur war zweifellos der Kanadier Goodall, der zwei Treffer markierte und drei vorbereitete.

Statistik ESV Bayreuth:
Wegmann - Ivanov, Meixner, Laituri, Doll; Weingran, Bartos - Toivola, Coté, Bärnreuther; Rudberg, Sevcik, Heubach; Asanger, Ponitz, Schwindl; Trolda.
ERC Haßfurt:
Kuhnekath - Barnes, Krause; Maly, Prochazka; Grantquist, Lindmark - Fiesel, Koslowski, Goodall; Tabor, Heinisch, Svejda; Mix, Heinke, Stegmann; Pokorny.
SR: Franke (Weißwasser);
Zuschauer: 1613;
Strafminuten: Bayreuth 6, Haßfurt 10.
Tore: 0:1 (1.) Fiesel (Goodall, Koslowski), 1:1 (23.) Rudberg (Heubach, Sevcik), 1:2 (30.) Heinisch (Goodall - 5 gegen 4), 2:2 (32.) Sevcik (Ivanov - 5 gegen 4), 2:3 (35.) Goodall (Fiesel, Koslowski), 2:4 (39.) Heinisch (Goodall), 2:5 (60.) Goodall (Koslowski - 5 gegen 6).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth