"Ohne Tore keine Punkte"

ESVB-Eishockeycracks unterlagen beim EV Weiden knapp mit 1:2


Von Rudi Gebert und Herbert Steininger

Der zweite von drei aufeinanderfolgenden Derby-Auftritten in der 1. Eishockey-Liga Süd - morgen soll nach Spielplan um 19.30 Uhr im Bayreuther Eisstadion noch der Vergleich mit dem ERC Selb folgen - war für den ESV Bayreuth ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Trotz ansprechender Vorstellungen mußten sich die Wagnerstädter nach der Freitags-Niederlage gegen Haßfurt gestern abend auch beim EV Weiden denkbar knapp mit 1:2 (0:1, 0:1, 1:0) geschlagen geben.
Während man auf seiten der Weidener Verantwortlichen von einem glücklichen Erfolg sprach, zog ESVB-Trainer Wilbert Duszenko nach der Partie ein nüchternes Fazit: "Wenn man keine Tore schießt, kann man keine Spiele gewinnen. Uns klebt halt derzeit das Pech am Schläger." Und der Bayreuther Vorsitzende Konrad Böhner fügte hinzu: "Es ist momentan sowieso egal, auf welchem Platz wir im Endeffekt landen. Wichtig ist nur, was ab Februar passiert. Denn da geht es um den Klassenerhalt." Die Oberpfälzer legten los ,,wie die Feuerwehr", es war ihnen deutlich anzumerken, daß sie gewillt waren, ihre Negativserie von mittlerweile fünf Spielen ohne Sieg zu beenden. Die Wagnerstädter kamen in denersten zehn Minuten kaum zu Entlastungsangriffen, derart druckvoll waren die Weidener Aktionen. Die Überlegenheit sollte sich aber in nicht mehr zählbarem Kapital als dem 1:0 durch Blazyczek (5.) ausdrücken - auch wenn die Chancen dazu durchaus vorhanden waren. Die besten vergaben mit ein wenig Pech Salinger (6.) und in Überzahl Hlinka (8./Sevcik drückte die Strafbank), die beide nur das Torgestänge anvisierten. Mit der ersten Bayreuther Möglichkeit in der zehnten Minute durch einen Konter über Toivola und Bärnreuther, dessen Schuß von TW Haider in Klassemanier pariert wurde, begann die Partie ausgeglichener zu werden. Die Duszenko-Truppe erarbeitete sich in Überzahl (Salinger saß draußen) auch etliche Gelegenheiten, doch fehlte Ivanov und Doll bei ihren Weitschüssen das Glück. Coté hatte die bis dato beste Chance am Schläger, doch jagte er den Puck freistehend aus drei Metern über den Weidener Kasten.
Starker Weidener Keeper
Nach zerfahrenen fünf Minuten zu Beginn des zweiten Abschnitts legte die Duszenko-Truppe ihre Scheu mehr und mehr ab und brachte die Max-Reger-Städter ein ums andere Mal in Bedrängnis. Zwei Überzahlchancen verstrichen aber ungenutzt, da man im Angriff zu wenig konstruktiv agierte und sein Heil eher in Versuchen aus der Distanz (Ivanov, Laituri) suchte. Ein Weidener Akteur hatte aber etwas gegen einen Bayreuther Ausgleichstreffer: TW Haider erwies sich als Meister seines Fachs - auch bei einer Doppelchance von Coté (32.), der jeweils aus kurzer Entfernung scheiterte. Die Mängel in der ESVB-Chancenverwertung sollten sich rächen: Als eine Strafzeit gegen Bayreuth angezeigt wurde, nahm sich Gschwill ein Herz. Seit Schlagschuß wurde unhaltbar für Wegmann abgefälscht und landete zum zu diesem Zeitpunkt glücklichen 2:0 (36.) in den Bayreuther Maschen. "Richtigen" Derbycharakter nahm die Partie im Schlußabschnitt an - weniger in spielerischer, eher in kämpferischer Hinsicht. Bayreuther Gelegenheiten blieben weitgehend Mangelware, nicht zuletzt auch deshalb, weil die aggressive Weidener Verteidigung so manchen gutgemeinten Ansatz bereits im Aufbau wirkungsvoll zerstörte. Auch nach Rudbergs Überzahltreffer zum 2:1 (55.) auf Vorlage von Toivola und Sevcik ließen die Qberpfälzer in den Schlußminuten "abgebrüht" nichts mehr anbrennen.
Statistik
EV Weiden: Haider - Feisch, Salinger; Raß, Duris; Jonak, Gschwill; Stetter, Gaus -Cumming, Blazyczek, Millen; Pastika, Robl, Kutzer; Thomas, Hagn, Hlinka; Müller.
ESV Bayreuth: Wegmann - Jvanov, Meixner, Laituri, Doll; Bartos, Weingran - Rudberg, Sevcik, Heubach; Toivola, Coté, Bärnreuther; Schwindl, Ponitz, Trolda; Häußinger. SR: Bettermann (Miesbach); Zuschauer: 1908; Strafminuten: Weiden 12, Bayreuth 8. Tore: 1:0 (5.) Blazyczek (Cumming), 2:0 (36.) Gschwill (Cumming,Hlinka), 2:1 (55.) Rudberg (Toivola, Sevcik, bei 5 gegen 4).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth