ETC-Fans feierten unglücklichen Verlierer

Kampfstarker ESVB mußte sich in Crimmitschau nach Verlängerung mit 2:3 beugen



Von Jens Göbel und Siegfried Zerrenner
"Vor Spielbeginn wäre ich sicherlich mit einem Punkt hochzufrieden gewesen. Nach dem Spielverlauf bin ich es allerdings nicht mehr!" ESVB-Trainer Wilbert Duszenko mußte mit seinem kampfstarken Team mit 2:3 (1:1, 1:0, 0:1) nach Verlängerung beim Tabellenzweiten der 1. Liga Süd, ETC Crimmitschau, eine höchst unglückliche Niederlage quittieren. Die Rekordkulisse von 5550 Fans erkannte die Leistungen der ESVB-Cracks an und geizte nicht mit Sonderbeifall für den Gast.

"Nach dem ersten Drittel hätten wir mit drei oder vier Treffern in Front liegen können. Wir hatten fünf Großchanchen, während die Gastgeber nach einem Schnitzer von uns zum Ausgleich kamen", resümierte der ESVB-Coach. In der Tat waren die Sachsen im ersten Abschnitt von den Oberfranken förmlich überrannt worden. Offensichtlich von der 1:7-Pleite am Sonntag beim Spitzenreiter SC Bietigheim-Bissingen verunsichert, fanden die Gastgeber nicht zu ihrem Rhythmus. Sie konnten sich letztlich bei ihrem überragenden Torhüter Eriksson bedanken, daß sie nicht schon früh auf die Verliererbahn gerieten. Sevcik (2.), Trolda (5.), Invanov (12.) und Heubach hätten mit etwas Vollstreckerglück eine deutliche Führung vorlegen können, aber nur Asanger konnte den schwedischen ETC-Keeper überwinden. Erst der verletzungsbedingte Ausfall des Russen Igor Ivaniov bei den Gästen bescherte dem ETC den Ausgleich durch Schulz, als die Wagnerstädter zu Umstellungen gezwungen waren. Ivanov war nach einem Zweikampf außer Gefecht gesetzt worden.
Im zweiten Drittel setzten bei Crimmitschau eigentlich nur die lautstark anfeuernden Fans Akzente, während beim einheimischen Team weiterhin wenig Produktives zusammenging. Verfrüht war der Jubel in der 28. Minute. Nach einem Shaver-Solo schien der Puck schon im Netz, doch ESVB-Torwart Wegmann rettete im letzten Augenblick auf der Linie. Zwei Minuten später gelang den Gästen durch Sevcik die 2:1-Führung.
Im Schlußabschnitt verstärkte der ETC zwar den Druck, doch zu ungenaue Pässe, schlechte Puckannahme und umständliches Spiel erleichterte die Defensivarbeit der imponierend kämpfenden "Tigers". Mit einem Glücksschuß gelang den Westsachsen in der 45. Minute dennoch der Ausgleich. Schulz hatte dabei ESVB-Keeper Wegmann mit einem Weitschuß sichtlich überrascht. Besser machte es sein Gegenüber Eriksson, der bei anschließenden Möglichkeiten der Franken hervorragend reagierte. Er rettete dabei gegen Sevcik (46.), Bärnreuther (50. und 52.) sowie Ponitz (51.). In der 57. Minute monierte ETC-Trainer Horymir Sekera beim Schiedsrichter die unkorrekte Schlägerkrümmung von ESVB-Stürmer Schwindl, der prompt eine 2-Minuten-Strafe erhielt. Der Gast kassierte zwar in Unterzahl keinen Treffer, doch der Kräfteverschleiß machte sich in der anschließenden Verlängerung bemerkbar. Nach 57 Sekunden markierte Henkel im zweiten Versuch das Siegtor für die Einheimischen.
"Es ist schon ein schwaches Bild, daß die Crimmitschauer Profitruppe gegen unser unerfahrenes Aufsteigerteam solche Mäzchen wie in der 57. Minute nötig hat", zürnte ESVB-Coach Duszenko nach Spielschluß, während der ETC-Trainer Sekera seine Maßnahme verteidigte. "Als Trainer stehe ich in der Pflicht, alle taktischen Möglichkeiten auszuschöpfen." Lobenswert die geschlossene Mannschaftsleistung der einsatzfreudigen Oberfranken, wobei sich auch Junior Troda und Verteidiger Weingran gute Noten verdienten.
ETC Crimmitschau:
Eriksson, Winstanley, Krüger; Weiß, Sebek; Maaß - Shaver, Steinbock, Henkel; Stastny, Heine, Rohrbach; Prada, Losch, Schulz; Schröder.
ESV Bayreuth:
Wegmann - Laituri, Doll; Ivanov, Meixner; Weingran, Bartos - Rudberg, Sevcik, Heubach; Asanger, Toivola, Bärnreuther; Trolda, Ponitz, Schwindl; P. Häußinger, Böhner.
SR: Brill (Zweibrücken);
Zuschauer: 5470;
Strafminuten: Crimmitschau 4, Bayreuth 8.
Tore: 0:1 (4.) Asanger (Ivanov, Meixner); 1:1 (14.) Schulz (Prada, Rohrbach), 1:2 (30.) Sevcik, 2:2 (45.) Schulz (Maaß, Prada), 3:2 (61.) Henkel (Rohrbach).

Weltrekord der Anhänger Den vermutlich längsten Fangesang der Welt stellten die Anhänger beider Lager (etwa 500 aus Bayreuth) auf, die es auf stolze 84 Minuten brachten. Nach offizieller Prüfung des Akustik-Mitschnitts soll demnächst der Eintrag ins "Guiness-Buch der Rekorde" erfolgen.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth